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Gut Aiderbichl rettete Galloways aus einer Flugzeughalle

Aus der Sicht einer Aiderbichlerin

(geschrieben von Gisela Pschenitschnig)

Veterinärämter, Tierschützer und Tierretter sind es gewohnt, Tiere aus abartigen Lebenssituationen zu holen. Die folgende Geschichte über eine Galloway-Herde zeigt uns, dass es immer wieder eine Steigerung an Tierleid gibt.  

Seit Jahren war vom Veterinäramt einem Galloway-Züchter nahegelegt worden, seinen Viehbestand von 76 auf 38 Tiere zu minimieren. Die Haltung der Galloways war mehr als fragwürdig – sagen wir lieber – unwürdig für die Tiere, und entsetzlich für die stolzen, friedfertigen Wollknäuel, die aus Schottland stammen.  

 

 

Die Galloways gehören zu den ältesten Rinderrassen der Welt. Galloways werden wegen ihrer ausgezeichneten Fleischqualität und zur Landschaftspflege gehalten. Die Rinder sind durch ihr doppelschichtiges Fell und ihre dicke Haut besonders widerstandsfähig. Ein kalter Winter kann ihnen nichts anhaben. Galloways sind von Natur aus hornlos und verfügen über sehr natürlich ausgeprägte Instinkte. Sie zeigen sich dem Menschen gegenüber eigensinnig, aber auch freundlich.  

Die Geschichte der geretteten Galloways zeigt, welch seltsame und qualvolle Irrwege Tiere gehen müssen, bis sie endlich zur Ruhe kommen können. Christian Kögl, Gutsleiter des Moosfeldhof von Gut Aiderbichl, erzählt über die dramatische Zeit der Galloways, bis sie nun am Moosfeldhof ein Happy End gefunden haben.  

Die Haltung der Galloways war katastrophal

Die Order, den Tierbestand zu halbieren, basierte auf fehlenden Ohrmarken, ungenügender Fütterung der Rinder, unter den lebenden Tieren lagen angeblich verweste Tierkadaver, die Tiere brachen aus ihrem Stall immer wieder aus … die Liste der Unzulänglichkeiten geht beinahe ins Endlose.  

Die Beschlagnahmung durch das Veterinäramt war beschlossene Sache. Während der „Ausräumaktion“ konnten 60 Rinder fliehen und lebten bis vergangenen Dezember in Freiheit. Alles Mögliche wurde unternommen, um die Galloways wieder einzufangen. Die Tiere allerdings waren immer schneller als die Menschen oder der Hubschrauber über ihnen.  

Die Herde hatte sich in Untergruppen unterteilt, und die wunderbaren Galloways zogen kilometerweit durchs Land. Sperrzonen wurden angelegt, damit die Rinder zur Ruhe kommen sollten. Es kam dann doch so, dass der lange, mühsame Weg für die Galloways ein Ende hatte. Die Galloways konnten eingefangen werden, und wurden verkauft.  

Für 18 Galloways sollte die Odyssee noch nicht beendet sein  

Wir wurden darüber informiert, dass eine Gruppe von 18 Galloways an einen Mann verkauft wurde, der die Tiere unter falschem Namen einkaufte. Die Rechnung konnte nicht zugestellt werden, die Tiere waren nicht auffindbar.  

Wochen später kam ein Hinweis ans Veterinäramt, dass vermutlich in einer  leerstehenden Flugzeughalle Tiere gehalten wurden. Die Kontrolle ergab, dass es sich bei den Tieren um 17 ausgewachsene Galloways und zwei in der Halle geborene Kälber im Alter von zwei bis drei Monaten handelte. Die Ohrmarken bestätigten, dass die Galloways zu den ausgebüxten Rindern gehörten. Einer fehlte, und das war der Zuchtbulle.
Zum zweiten Mal wurden die Galloways beschlagnahmt und haben nun ein Für-Immer-Zuhause am Moosfeldhof, einem Außenhof von Gut Aiderbichl in Deutschland, gefunden.  

Gut Aiderbichl erwartet die Geburt von Galloway Kälbern 

In der beschlagnahmten Galloway-Gruppe sind noch trächtige Kühe und wir freuen uns auf deren Nachwuchs.

Christian Kögl, Gutsleiter des Moosfeldhofs, liebt und hegt und pflegt seine Tiere, wie es besser nicht gehen kann. „Sie haben eine Irrfahrt hinter sich, die Galloways. Unglaublich, wozu Menschen fähig sind.
In der großen Halle war es stockdunkel, man konnte die Rinder fast nicht erkennen. Unglaublich. Sind wir froh, dass die Gruppe sich so wohl fühlt und freuen wir uns auf den Nachwuchs!“.  

Manchmal sagen die Menschen, wie grausam die Natur ist, wenn Tiermamas ihre Jungen im Gras zurücklassen oder ablehnen, weil sie nicht gesund sind, oder sie selbst nicht genügend Milch haben, um ihre Jungen zu versorgen.  

Wie grausam sind andererseits manche Menschen, dass derlei Qualen überhaupt passieren dürfen, wie sie beispielsweise die Galloways vom Moosfeldhof erlebt haben.  

Für ein kleines Stücklein Fleisch nehmen wir den Tieren die Seele, sowie Sonnenlicht und Lebenszeit, wozu sie doch entstanden und von Natur aus da sind.

Plutarch, griechischer Schriftsteller, 45-125 n.Chr.

Wir dürfen niemals aufhören, den Tieren eine Stimme zu geben. Herzlichst, Ihre Gisela 

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