
Keine Legeleistung – kein Verdienst - Hühnerausstallung
Die sensiblen Hühner werden nicht nach ihren Befindlichkeiten befragt
Was weiß der Mensch über das Huhn? Viele glauben, sie sind dumme Tiere ohne Gefühle. Sie gackern einfach vor sich hin und legen dann mal ein Ei.
Unsere Kinder wissen kaum, wie alt glückliche Hühner werden können. In der Kindheit vieler Erwachsenen war es so, dass am Hof der Großeltern Hühner lebten, die Eier legten oder weniger, oder gar keine Eier legten, weil sie schon alt waren. Trotzdem durften sie leben, bis sie vielleicht irgendwann gegessen wurden oder einfach starben, weil das Höchstalter erreicht war.
Nicht oft genug kann man darüber informieren, wieviel Leistung Hühner bringen müssen, wie sehr sie leiden und Schmerzen ertragen und auch, wie sie selbst mit Angst umgehen.
Die modernen „Hochleistungs-Eiermaschinen“
Seit 2018 nimmt Gut Aiderbichl Hühner aus Betrieben auf, die aus gestallt werden sollen. Auch dieses Jahr wurden Hühner aufgenommen, die aufgrund der Mauser aus gestallt wurden. Insgesamt handelte es sich um rund 700 Hühner, die gerettet werden mussten, um nicht aufgrund der Ausstallung getötet zu werden. Verschiedene Organisationen, darunter auch Gut Aiderbichl, retteten die Hühner vor dem Sterben.
Die Zeit der Mauser
Die Mauser trifft nicht nur Hühner, sondern alle Vögel: Einmal jährlich wird das Federkleid gewechselt, was wichtig aber auch für das Tier belastend ist.
Das, was für Säugetiere das Fell bedeutet, ist für Vögel das Federkleid. Dazu gehören der Schutz der Haut sowie die Temperaturisolierung. Damit die Federn ihre Funktion gut erfüllen können, müssen sie in einem optimalen Zustand sein. Durch äußere Umstände nimmt das Gefieder im Laufe der Zeit jedoch Schaden. Federn fallen aus, werden brüchig oder verschmutzt. Daher durchlaufen Hühner einmal jährlich die sogenannte Mauser.
Die Auswirkungen der Mauser
Das Ausfallen des alten Federkleids und die Produktion neuer Federn werden hormonell gesteuert. Für die Gesundheit des Huhns ergeben sich während der Mauser
- höhere Verletzungsgefahr der kahlen Hautstellen
- größeres Risiko durch Milben und andere Parasiten
- erhöhter Nährstoff- und Vitaminbedarf
- Rückgang oder völliges Ausbleiben der Legeleistung


Die Legehenne als Erwerbszweck
Wer Legehennen zu Erwerbszwecken hält, gibt die Herde normalerweise zwischen der 65. und 90. Lebenswoche zum Schlachter. Doch Legehennen könnten eigentlich viel älter werden.
Frechdachs, Karina, Tamara, Arielle, Diana und wie sie alle heißen, sind Hühner aus einer Herde, die ausgestallt werden hätte sollen. Sie leben seit Jahren auf Gut Aiderbichl in Deggendorf. Bei der Aufnahme waren sie 1,5 Jahre alt und die Legeleistung war ausgeblieben. Die gerette Hühnerherde hat nun die Neuankömmlinge im August 2025 begrüßt.
Neuerliche Rettungsaktion für 12 junge ehemalige Legehennen
Trudi, Greta, Liesl, Klara, Theresa, Roxy, Melina, Alissa, Nadine, Antonia, Samira und Paulina sind ein Teil der Herde, die 2025 ausgestallt wurde. Gleich wurden die Neuankömmlinge von Frechdachs, Karina, Tamara, Arielle und Diana gackernd empfangen. Nun erholen sie sich, genießen die Sonne, das tolle Futter und ein Leben ohne Angst, sterben zu müssen.
Viel Freiraum, viel Bewegung, gutes Futter und unter Freunden
Von Natur aus lieben Hühner viel Bewegung, frisches Wasser und eine ausgewogene Ernährung, einen sicheren Hühnerstall und viel frische Luft.
Trudi, Greta, Liesl, Klara, Theresa, Roxy, Melina, Alissa, Nadine, Antonia, Samira und Paulina können viele Freundschaften schließen und ihren Charakter ausleben.
Jedes Huhn hat einen eigenen Charakter und eine besondere Persönlichkeit
Es gibt Hühner, die gestreichelt werden wollen, sie zeigen dem Menschen ihre Zuneigung durch leichtes Kratzen an der Haut oder, indem sie mit ihrem Schnabel am Bein reiben. Sie kommen Menschen, die im Gras sitzen, näher und setzen sich auf den Schoß und lassen sich streicheln.
Die Tierpfleger von Gut Aiderbichl können jeden Tag aufs Neue besondere Geschichten mit den „ausgestallten Hühnern“ erleben.

Und eines ist klar: Hühner sind nicht dumm, sondern musikalisch und sie wollen Anerkennung.
– Gisela Pschenitschnig, Gut Aiderbichl
Von: Gisela Pschenitschnig, Gut Aiderbichl

















