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Hunderettung mit Andrea Sawatzki

Das harte Los der Straßenhunde in einem der ärmsten Länder Europas

„Warum eigentlich Rumänien?“ wird Sabine vom Verein „NaTiNo“ von Andrea Sawatzki in der WDR-Dokumentation „Verwahrloste Hunde“ gefragt (Andrea Sawatzki: Rumäniens vergessene Hunde – Tiere suchen ein Zuhause – Fernsehen – WDR). Ein Filmteam begleitet die bekannte deutsche Schauspielerin auf ihrer Reise nach Rumänien – um Hunde zu retten. 

„Jeder Tierschützer, glaub ich, der mal in Rumänien war, wird dieses Land nicht mehr verlassen, ohne zu sagen: Ich muss hier weiterhelfen! Hier gibt es so viele Punkte, an denen gearbeitet werden muss,“ so Sabine. Auch Gut Aiderbichl hat bereits des Öfteren von den schrecklichen Zuständen berichtet, die in rumänischen Tierheimen aber auch auf der Straße herrschen.

Hunderttausende Straßenhunde – ein landesweites Problem

Schätzungen zufolge leben hunderttausende Straßenhunde in Rumänien. Es gibt Berichte über grausame Tötungen, die internationale Kritik hervorgerufen haben. Nach nur 14 Tagen gesetzlicher Aufbewahrungspflicht dürfen auch Hunde in den Tierheimen getötet werden. In Rumänien ist das ganz legal. 

Die Bilder, die der WDR einfängt, sind erschütternd. Doch für Tierschützer wie Gut Aiderbichl, die in Rumänien (Engagement für Straßenhunde in Rumänien | Gut Aiderbichl) vor Ort sind, sind die Zustände dort bereits seit Langem grausame Realität. 

Fehlendes Bewusstsein und gesetzliche Lücken

Obwohl es inzwischen ein Gesetz gibt, das die Kastration von Hunden, die als Haustiere gehalten werden, vorschreibt, hält sich die Bevölkerung nicht immer daran. Besonders in ländlichen Gebieten fehlt es an Tierschutzbewusstsein. Hunde werden oft als Nutztiere gehalten, nicht als Haustiere. Auch staatliche Kontrollen fehlen.

Rumänien zählt immer noch zu den ärmsten Ländern Europas. Viele Menschen dort sind in ihrer Existenz bedroht und können sich Haustiere schlichtweg nicht mehr leisten – sie werden dann einfach auf die Straße entlassen. Gibt es noch einen Besitzer, übernehmen diese oftmals wenig Verantwortung und lassen ihre Tiere alleine durch die Straßen streifen. Da die wenigsten dieser Hunde kastriert sind, führt dies zu einer unkontrollierten Vermehrung.

Alltag auf der Straße: Hunger, Kälte, Hoffnungslosigkeit

Heimatlose Hunde in Rumänien haben ein hartes Los. Auf der Straße müssen sie unter den schwierigsten Bedingungen zurechtkommen. Mangelndes Futter, Kälte, Schnee und Eis im Winter sind nur einige der alltäglichen Herausforderungen.

-12 Grad misst das Kamerateam an einem der Drehtage, an denen Andrea Sawatzki mit ihrem Team in Rumänien unterwegs ist. Da hält sie ein Mann auf – er kümmert sich im dichten Schneetreiben um einige Straßenhunde, die in einem verfallenen Haus, eher einer Hütte, Unterschlupf gefunden haben. Doch die Hunde haben Nachwuchs bekommen! Gleich sieben Welpen suchen zwischen kaputten Möbeln und morschen Brettern Schutz vor der Kälte. Wie lange die Welpen diese eisigen Temperaturen überleben würden, weiß niemand. Kurzentschlossen handelt das Team und bringt die Welpen in Sicherheit. Ziel ist es, sie nach Deutschland oder Österreich zu vermitteln. Denn in Rumänien werden kaum Hunde aus dem Tierschutz als Haustiere aufgenommen.

Die Plätze sind begrenzt

Doch der Platz bei der Tierschutzorganisation „NaTiNo“ ist, wie bei allen Organisationen, leider begrenzt. Erst wenn Hunde vermittelt wurden, können weitere gerettet werden. Gut Aiderbichl hat selbst eine Auffangstation in Rumänien und kennt das Platzproblem. Helfen möchte man am liebsten allen! Eine Auswahl zu treffen zerreißt einem das Herz.

Seit 2018 betreiben wir Gut Aiderbichl Rumänien (Engagement für Straßenhunde in Rumänien | Gut Aiderbichl), unweit von Bukarest. Die meisten Tiere kommen in einem sehr schlechten Allgemeinzustand bei uns an. Oftmals unterernährt und verletzt, müssen sie zunächst erstversorgt und aufgepäppelt werden. Viele der Neuzugänge sind Welpen – wie die, die Andrea Sawatzki mit ihrem Filmteam gefunden hat. Ohne unsere Hilfe würden die kleinen Hunde die ersten Wochen nicht überleben.  

Das sind nur einige der Gründe, warum wir sofort der Aufnahme der sieben Welpen aus der Hütte zugestimmt haben. Tierschutzorganisationen müssen zusammenhalten, um wirklich etwas bewirken zu können. 

Nachhaltiger Tierschutz beginnt bei Bildung und Kastration

Doch mit der Aufnahme von Hunden ist es nicht getan. Die Wissensvermittlung an die Bevölkerung ist ein zentrales Ziel von Gut Aiderbichl. Nur ein Umdenken in der Gesellschaft sowie ein öffentlichkeitswirksames Kastrationsprogramm kann die unkontrollierte Vermehrung und damit das Leid der Straßenhunde in Rumänien stoppen. 

Derzeit bietet Gut Aiderbichl in Kooperation mit Partnerkliniken in Rumänien wöchentlich die Möglichkeit, Tiere kostenlos kastrieren zu lassen. Neben einem Aufklärungsgespräch ist die Kastration für Tierhalter komplett kostenfrei. Die Kosten in Höhe von 25 bis 35 Euro pro Tier übernimmt Gut Aiderbichl. Die Tiere werden zudem von Mitarbeitern direkt bei den Besitzern abgeholt und nach der Kastration wieder zurückgebracht. 

Durch dieses umfassende Präventionsangebot konnte bereits viel erreicht werden: Derzeit werden etwa 20 bis 40 Tiere pro Monat kastriert. 

Hoffnung für sieben kleine Fellnasen

Auch unsere Neuankömmlinge wurden kastriert. Buddy, Sam, Max, Balu, Daisy, Rocky und Kira hatten Glück! Sie sind nun auf Gut Aiderbichl Osnabrück untergekommen und dürfen von dort an eine liebevolle Familie vermittelt werden.  Doch sie werden noch einige Zeit und vor allem viel Liebe brauchen, um sich an ihr neues Leben – ohne Kälte, Hunger oder Stress – zu gewöhnen. 

 

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