
Katzenalarm in Deutschland
Das Veterinäramt kontaktierte Tierschutzorganisationen
In der Nähe von Gut Aiderbichl Osnabrück, rund um das Gebiet eines großen Firmengeländes in Deutschland, hat sich eine kleine, sich stark vermehrende „Katzenwelt“ gebildet.
Um den Tieren zu helfen, kontaktierte das Veterinäramt diverse Tierschutz-Organisationen. Gut Aiderbichl Osnabrück konnte Juli d.J. 10 Streunerkatzen einfangen. Die Tierretter versuchten hauptsächlich Kitten einzufangen, damit durch sie keine Vermehrung stattfinden konnte. Ab dem 6. Lebensmonat sind Katzen geschlechtsreif. Die aufgenommenen Kätzchen waren zwischen zwei und fünf Monate alt.
Atlas, Femur, Humerus, Sternum, Tibia ...
Ein Kätzchen ist hübscher, als das andere und alle sind kerngesund. Atlas, Femur, Humerus, Sternum, Tibia und wie sie alle heißen, werden zur rechten Zeit kastriert und sollen dann an tierliebe Menschen vermittelt werden.
Die Kastration von zehn Kätzchen ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Katzenvermehrung nimmt überhand und offensichtlich nicht nur in den Touristenorten.
Streunerkatzen kämpfen täglich ums Überleben
Sie leben auf den Straßen, verstecken sich in Scheunen oder anderen Gebäuden. Viele der herrenlosen Katzen sind von Parasiten oder Krankheiten befallen, die sich, weil unentdeckt, in der umliegenden Katzenpopulation ausbreiten. Die unkontrollierte Vermehrung verschärft den Überlebenskampf der Katzen.
Das Ziel der Kastration von Streuner-Tieren
Es gibt kritische Menschen, die meinen, das Kastrieren greift in die Natur der Katze ein und bringt den Lebensrhythmus des Tieres durcheinander.
Die Realität zeigt, dass die Kastration die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere verbessert, denn beispielsweise werden Krankheiten durch die Paarung und die dann folgende Geburt der Jungtiere nicht mehr weitergegeben.
Seit 2018 existiert das Kastrationsprojekt von Gut Aiderbichl
Gut Aiderbichl rief 2018 das Kastrationsprojekt für streunende Hunde und Katze in Rumänien ins Leben. Seit rund sieben Jahren konnten über 3.000 streunende Tiere in Rumänien kastriert werden.
2024 startete das kostenlose Katzen-Kastrationsprojekt im Salzburger Raum. In diesem Zeitraum konnten über 1.700 Katzen mit Hilfe von Tierärzten kastriert werden. Geplant ist, das Kastrationsprojekt auf weitere Bundesländer auszuweiten.

Kastrationspflicht von Katzen in Österreich und Deutschland
- Gesetzeslage in Österreich:
Seit 1.1.2005 gibt es in Österreich eine gesetzliche Kastrationspflicht für freilaufende Katzen. Jedes weibliche und jedes männliche Tier mit Freigang muss kastriert werden. Das gilt auch für Katzen aus bäuerlicher Haltung. Ausgenommen sind nur reine Wohnungskatzen und Katzen, die zur Zucht verwendet werden.
- Gesetzeslage in Deutschland:
Um in Deutschland die unkontrollierte Ausbreitung von Streunerkatzen einzudämmen, haben viele Gemeinden eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen eingeführt. Die rechtliche Grundlage dafür ist das Tierschutzgesetz
§ 13b. Mit dieser rechtlichen Grundlage werden die deutschen Landesregierungen ermächtigt, durch Rechtsverordnung zum Schutz freilebender Katzen bestimmte Gebiete festzulegen, in denen
- an diesen Katzen festgestellte erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden auf die hohe Anzahl dieser Tiere in dem jeweiligen Gebiet zurückzuführen sind und
- durch eine Verminderung der Anzahl dieser Katzen innerhalb des jeweiligen Gebietes deren Schmerzen, Leiden oder Schäden verringert werden können.
In der Rechtsverordnung sind die Gebiete abzugrenzen und die für die Verminderung der Anzahl der freilebenden Katzen erforderlichen Maßnahmen zu treffen. (Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz).
Darstellung - Wachstumsrate der Katzenpopulation
Diese einfache Darstellung (Quelle: Vier Pfoten) der Wachstumsrate zeigt, wie alleine durch eine Katze und einen Kater die Population innerhalb von fünf Jahren ansteigen kann.
Wenn man bedenkt, dass eine Katze beim ersten Wurf zwei bis drei Junge, bei späteren Geburten um die sieben, manchmal sogar zehn Kätzchen zur Welt bringt, kann man hochrechnen, wie viele Kätzchen allein aus den 10 Kitten, die Gut Aiderbichl Osnabrück aufgenommen hat, in fünf Jahren geboren werden könnten.
Nur mit überzeugender Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung können wir künftig das Leid der herrenlosen, streunenden Katzen verringern.
Von: Gisela Pschenitschnig, Gut Aiderbichl

















