
Pferd Coneja
Coneja war als Polopferd im Sport
Coneja war in ihrer Jugend im Polosport eingesetzt, bis sie vor zwei Jahren einen Bandscheibenvorfall erlitten hat und keine sportlichen Leistungen mehr bringen konnte. Der Besitzer hat seine Coneja über alles geliebt und ihr in der Zeit nach dem Polosport einen Koppelpartner eingestellt. Leider ist der nun verstorben und so erreichte Gut Aiderbichl die Anfrage, ob Coneja Aiderbichlerin werden kann. Dieter Ehrengruber sagte sofort “JA”, als er in Conejas warmherzige Augen schaute und meinte “Da müssen wir helfen. Schaun wir, was wir machen können, Coneja!”.
Zur Geschichte der Sportart Polo
Die besondere Mischung des Ballspielens und des Reitens macht den Polosport seit jeher so beliebt. Seine Wurzeln hat Polo in Zentralasien, wo Nomaden es bereits im 6. Jahrhundert praktizierten, um ihre Kavallerie zu trainieren.
700 v. Chr. lassen sich Ursprünge des Sports in Persien finden. Dort dienten zentrale Plätze der Großstädte als Spielflächen. Jahrhunderte später waren es dann britische Kavallerie-Offiziere, die das Spiel in Indien kennenlernten und im 19. Jahrhundert nach England brachten.
Heute wird Polo in Europa, in den USA und in Südafrika, aber insbesondere auch in Argentinien, gespielt. Polo wird oft als die Elite der Pferdesportdisziplinen angesehen und vereint Geschick, Strategie und intensive Zusammenarbeit zwischen dem Reiter und seinem Pferd.
Was bedeutet ein Bandscheibenvorfall beim Pferd?
Die Form der Bandscheiben beim Pferd entspricht der Krümmung der Wirbelsäule. So sind manche Bandscheiben vorne dicker als hinten, und in bestimmten Wirbelsäulenabschnitten sind die Bandscheiben sogar generell dicker als in anderen. Nicht alle Bandscheiben des Pferdes besitzen einen Gallertkern. Er kommt vor allem im hinteren Bereich der Wirbelsäule, der Lendenwirbelsäule, vor. Da nur in manchen Bandscheiben ein Gallertkern vorhanden ist, ist ein Bandscheibenvorfall beim Pferd selten, aber nicht ausgeschlossen.
Typische Symptome für einen Bandscheibenvorfall beim Pferd sind Schmerz-reaktionen. Das Pferd weicht beim Putzen aus, möchte sich nicht satteln lassen, drückt beim Reiten den Rücken weg oder geht nicht mehr “taktrein”.
Ein Bandscheibenvorfall beim Pferd kann mit Hilfe einer Kontrastmittelaufnahme diagnostiziert werden. Wegen der Seltenheit dieser Erkrankung bei Pferden gibt es keine spezifische operative Behandlung. Meist wird der Rücken durch gezieltes Muskeltraining aufgebaut. In besonders schweren Fällen können auch Wirbel versteift werden.

Wie kann man das Pferd unterstützen?
Martina, Pferdewirtin, Gut Aiderbichl:
„Coneja kam in einem soweit ganz guten Zustand zu uns. Was wir täglich machen, ist, dass sie Therapien bekommt, um ihre verhärteten Muskeln zu lockern. Auch eine Osteopatin beschäftigt sich mit Conejas Wirbelsäule. Coneja bekommt, wenn es kalt ist, eine warme, kuschelige Decke angelegt. Sie wird regelmäßig am Hof spazieren geführt, weil vor allem auch die Bewegung wichtig ist. Übrigens bekommt sie dabei immer Begleitschutz von zwei Ponys. Eines geht vorne, eines hinten. Entschließt sich Coneja stehen zu bleiben, weil sie sich gerade mal umschauen mag, oder mit den Kamelen flirten will, bleiben die Ponys ebenfalls stehen und warten, bis es weiter geht.
Wir haben auch geplant, dass Coneja für weitere Behandlungen bezüglich ihrer Bandscheiben in die Reha-Klinik in die Schweiz nach Egg transportiert wird. Wir denken, dass die Veterinäre in Egg bei Coneja Therapien zur Verfügung haben, die ihr noch mehr Lebensqualität geben können. Lebensfreude hat sie viel und sie mag uns Menschen auch. Sie ist eine ganz Liebe, die Coneja!“.
Na dann, Coneja! Machen wir einen Tapetenwechsel und schauen mal, welche hilfreichen Therapien es für dich in der Schweiz gibt. Zugleich danken wir allen Tierliebhabern, die an die Arbeit von Gut Aiderbichl glauben.
Wenn es sich lohnt, etwas zu tun, dann tu es von ganzem Herzen.
Die über 700 Pferde von Gut Aiderbichl stellen uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Wir haben junge, alte oder eben solche Pferde mit Verletzungen auf den Höfen von Gut Aiderbichl.
Immer wieder gibt es neue Methoden, wie den Pferden medizinisch geholfen werden kann und aus allem, was wir lernen, können zukünftige Pferdehalter profitieren.
Von: Gisela Pschenitschnig, Gut Aiderbichl
















