
Pferde Beschlagnahmung
12 Pferde kämpfen ums Überleben
Alle sind erschöpft – Menschen wie Tiere – als sie endlich auf Gut Aiderbichl ankommen. Das Veterinäramt hatte uns angerufen: Es ging um 40 Pferde, die in Österreich aus einem Stall gerettet werden sollten. Wir sind eine der Tierschutzorganisationen, die als Unterstützung angefordert wurden, denn 40 Tiere auf einmal aufzunehmen, ist eine große Herausforderung – für jede Organisation.
Der Geruch raubt uns den Atem
Zu sechst brechen wir bereits in den frühen Morgenstunden auf. Doch die Rettung gestaltet sich schwierig, immer wieder gibt es Unstimmigkeiten. Auch die Polizei ist eingeschaltet. Als wir endlich zu den Tieren dürfen, schlägt unseren Tierretterinnen und Tierrettern ein beißender Geruch entgegen. Er raubt uns den Atem. Überall hängen Spinnweben, der Boden der Ställe ist übersät mit Kot und Dreck. An den Wänden wuchert Schimmel. Wie lange mussten die armen Tiere hier wohl in ihrem eigenen Unrat, ohne Frischluft, ausharren?
Das Leid erschüttert wie am ersten Tag
Und schon nach diesem ersten Eindruck ist klar: Auch nach jahrzehntelangem Einsatz für Tiere in Not wird man nicht abgebrühter. Dieses Leid erschüttert uns ebenso sehr, macht uns ebenso wütend und fassungslos wie am ersten Tag.
Die Gesichter, die uns vorsichtig über die Boxentüren entgegenblicken, sind schmal. Die Tiere wurden offenbar lange nicht mehr ausreichend gefüttert – überall zeichnen sich Rippen unter der Haut ab. Doch die meisten Leiden werden erst sichtbar, als wir sie vorsichtig ins Freie führen: entzündete Augen, Parasitenbefall auf Haut und im Körper, eingerissene Hufe, kaputte Zähne. Die Pferde sind in einem fürchterlichen Zustand. Eines ist sofort klar: Sie brauchen umgehend intensive medizinische Betreuung.


Das ganze Leben werden die Pferde medizinische Hilfe benötigen
Zwölf der Pferde können wir mit auf Gut Aiderbichl nehmen. Es ist schon dunkel, als sie endlich in ihrem neuen Für-immer-Zuhause ankommen. Doch unsere Arbeit ist damit längst nicht getan. Die Tiere müssen behutsam an ihre neue Umgebung gewöhnt werden, und natürlich beginnt sofort die tierärztliche Versorgung und Pflege.
Es wird nicht das letzte Mal sein, dass unsere Patientinnen und Patienten medizinische Hilfe benötigen. Manche der zwölf Pferde werden die Spuren der jahrelangen Vernachlässigung für immer mit sich tragen und regelmäßig Medikamente brauchen. Nach einer Schätzung fallen allein im ersten Jahr über 20.000 Euro an Kosten für Tierärzte, Spezialfutter und Pflege an.
Ihr Leidensweg soll nicht umsonst gewesen sein
Aber wir wissen: Diese Arbeit ist notwendig. Wir müssen diese Tiere unterstützen – ihr Leidensweg soll nicht umsonst gewesen sein. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, für die Schwächsten in unserer Gesellschaft einzutreten – ohne Wenn und Aber. Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern von Herzen, dass Sie uns bei dieser Mission helfen! Amina, Leni, Athena, Kalina, Macarena, Holly, Karah, Anja, Tami, Tonic, Wendy und Gin dürfen nun ihren Frieden finden.


















