
Ponys Tamina und Seraphina
Tamina und Seraphina waren das Licht für eine blinde Frau
Tamina (32 Jahre) und Seraphina (23 Jahre) lebten viele Jahre auf einem Hof im Mühlviertel. Die Besitzerin der Ponys versorgte die Tiere trotz ihrer Blindheit mit vollem Engagement und Liebe. Die Lebenssituation hat sich verändert. Der Lebensgefährte beendete die Beziehung und von nun an änderte sich einiges im Leben der blinden Frau und ihrer beiden Ponys Tamina und Seraphina.
Tamina und Seraphina waren die Lichtbringer und Tröster
Das Leben am Hof als blinde Frau war vor allem auch deshalb nicht möglich, weil es keinerlei Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz gibt. Mit allen möglichen Mitteln versuchte die Frau für sich und ihre beiden Lieblinge ein neues Zuhause zu finden. Sie wollte die Ponys weiterhin um sich haben, weil sich mit den Jahren eine tiefe Beziehung aufgebaut hatte. Das Fühlen des weichen Fells und Taminas und Seraphinas Pflege war nicht wirklich eine Anstrengung, sondern bedeuteten alles für die liebevolle, blinde Besitzerin.
Ein Leben für die Tiere – plötzlich ist alles anders
Das zukünftige Leben der blinden Frau findet in einer Wohnung statt und nur ihre Hunde und Katzen konnten sie dorthin begleiten. Die Situation fühlt sich traurig an.
Trotz der Blindheit wurden Schafe vor dem Schlachter gerettet, nahm die blinde Frau einen Esel und ein Pferd auf und alle konnten bei ihr bis zum natürlichen Lebensende am Hof glücklich sein. Der sehnlichste Wunsch war es nun, nachdem alles anders lief, die betagten Ponys auf Gut Aiderbichl zu wissen.

„Gut Aiderbichl“ ist cool …
meinen Tamina und Seraphina. Aktuell werden noch alle möglichen Gesundheitschecks durchgeführt und die beiden Ponys verbringen, bis alle Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen, ihre Zeit in Quarantäne. Momentan werden die Zähne kontrolliert und saniert, was natürlich genauso unlustig ist, wie für den Menschen. Aber beide Ponys nehmen die Checks hin und freuen sich auf den Tag, wenn dann die Stalltür sich öffnet und es hinaus auf den Hof geht.
Vor allem bei Tamina haben die Tierpfleger den Eindruck, dass sie es schon gar nicht mehr erwarten kann, bis sie mit den Henndorfer Ponys im Freilauf sein kann und auch, gemeinsam mit Seraphina, beim Tierbuffet vorbeischauen kann.
Die tiefe Verbundenheit mit der blinden Frau ist aufrecht
Tiere – egal ob Kaninchen, Katze, Hund oder Pferd und all die anderen – vergessen ihre Menschen nicht. Tagtäglich beobachten wir das, wenn ehemalige Besitzer ihre Tiere am Hof besuchen. Die Ohren lauschen, die Nasen schnüffeln und das gibt es eine wahrhaftige Wiedersehensfreude. Taminas und Seraphinas ehemalige Besitzerin ruft regelmäßig bei den Tierpflegern an und erkundigt sich um das Befinden ihrer beiden alten Mädls. Niemals werden die beiden Ponys die Frau vergessen, die sie jahrelang gepflegt, gefüttert und geliebt hat – das ist klare Sache.

Es gibt keine größere Liebe als die zwischen einem Menschen und seinem Tier.
– Albert Schweitzer
Von: Gisela Pschenitschnig, Gut Aiderbichl
















