
Rettungsaktion der Kamerunschafe
Eine Rettungsaktion der besonderen Art
Kamerunschafe irrten im Wald herum und niemand interessierte sich für sie
Tiere brechen aus dem Stall aus und genießen die Freiheit in einem Wald, sie werden in Kartons oder in Boxen ausgesetzt oder Hunde werden irgendwo mit einem Strick festgebunden, weil sie der Besitzer nicht mehr halten kann oder will.
Tatsächlich sollte es wohl so sein, dass ein Tierbesitzer sich der Verantwortung für seine Tiere bewusst sein muss und seine Schützlinge auch dementsprechend behandelt.
Vier Kamerunschafe irrten außerhalb ihres Zuhauses in einem Wald in Oberösterreich herum. Niemand wollte sich für die Tiere verantwortlich fühlen und der eigentliche Besitzer der Schafe hatte kein Interesse mehr an seinen Schafen.
Tierethik – Wie steht es mit der Würde der Tiere?
Wie soll der Mensch mit Tieren umgehen und in welchem Maß soll er auf ihre Bedürfnisse und Interessen Rücksicht nehmen? Haben Tiere gar eine Würde? Tierethik ist nicht nur wegen der Nutzung von Tieren durch den Menschen von besonderer Bedeutung, sondern auch wegen der Tatsache, dass die Rechts- und Sozialnormen einer Gesellschaft auf die Frage nach dem menschlichen Umgang mit Tieren nur bedingt Antworten liefern. Menschenrechte gelten für alle Menschen, doch bei Tieren scheint das gleiche Recht für alle nicht so einfach durchführbar zu sein. So variieren die der Tiere oftmals je nach der Art, in der wir sie nutzen. Mastschweine in der Landwirtschaft bekommen beispielsweise erheblich weniger Platz zugestanden als im Zoo lebende Schweine. Tiere beliebig zu quälen oder ungerechtfertigt zu töten, ist sozial geächtet und auch strafbar, sie zum Fleischverzehr zu töten jedoch nicht.
Anton, Linda, Nicole und Jakob sind nun unter dem Schutz von Gut Aiderbichl
Der erst zwei Monate alte Anton, Linda (5 Jahre), Nicole (6 Jahre) und der Schafbock Jakob (6 Jahre), waren aus dem Stall ihres Besitzers ausgebrochen und knapp zehn Wochen in einem Waldgebiet in Oberösterreich herumgeirrt.
Benedikt Gruber, Verwalter Gut Aiderbichl Deggendorf, erfuhr von den freilaufenden Kamerunschafen und von deren Besitzer, der kein Interesse mehr an den Kamerunschafen hatte. Gut Aiderbichl bekam die Erlaubnis, die Tiere einzufangen und ihnen vor dem nahenden Winter ein neues, geschütztes Zuhause zu ermöglichen.


Für alle, die es nicht glauben wollen: Es gibt kein dummes Schaf
Die Kamerunschafe stammen ursprünglich aus Westafrika aus der Region Kamerun. Die kleine, widerstandsfähige Schafrasse kann sich an verschiedene klimatische Bedingungen gut anpassen.
Kamerunschafe sind außerdem sogenannte Haarschafe und müssen nicht geschoren werden. Die temperamentvollen Tiere sind immer fluchtbereit und so war es für die Gut Aiderbichl Tierretter auch nicht einfach, die kleine Herde einzufangen. Die Menschen und die technischen Hilfsmittel zur Rettung der Tiere waren gefordert.
Wärmebildkameras, ein provisorisch aufgestellter Gehegezaun, viel Geduld und Ruhe waren gefragt
Anton, Linda, Nicole und Jakob hatten schnell erkannt, was die Tierretter und der Tierarzt vorhatten. Flink und schlau liefen sie davon und forderten die Rettungsmannschaft immer wieder aufs Neue. Das versierte Rettungsteam wusste, dass die Rettungsaktion nicht in zwei Stunden erledigt sein würde.
Mit Hilfe von Wärmebildkameras konnten der kleine Anton und seine Familie geortet werden und in der Nähe eines Bachbettes war es dann so weit: die tierischen Ausreißer konnten eingefangen werden und wurden nach Gut Aiderbichl Henndorf transportiert.
Der Gesundheitscheck durch den Tierarzt ergab, dass Anton, Linda, Nicole und Jakob gesund sind und, dass bei Linda und Nicole kein weiterer Nachwuchs zu erwarten ist. Das gute Heu und die vielen anderen Schafe im neuen Zuhause hat es den Tieren erleichtert, sich sehr rasch in das neue Für-Immer-Zuhause einzugewöhnen.


Warum ich Tieren helfe? Weil so viele beschlossen haben es nicht zu tun.
– Jens Waldinger (Tierschützer)
Wir wünschen Anton, Linda, Nicole und Jakob ein gesundes und beschütztes Leben auf Gut Aiderbichl!
Von: Gisela Pschenitschnig, Gut Aiderbichl





















