
Mit Handicap und Lebensfreude
Rettung von vierzehn Rolli-Hunden
Vierzehn Hunde auf einmal aufzunehmen ist schon eine Herausforderung. Doch vierzehn Rolli-Hunde in Obhut zu nehmen – das ist etwas, das besonderes Fachwissen, viel Zeit und umfassende medizinische Versorgung erfordert.
Begonnen hat alles mit einem Anruf. Eine ältere Dame hatte sich über viele Jahre liebevoll um Hunde mit Beeinträchtigung gekümmert. Die meisten von ihnen saßen im Rollstuhl. Nach ihrem Tod übernahm eine Tierschutzorganisation ihren Nachlass – und stand plötzlich vor einer gewaltigen Aufgabe. Denn wer sich mit beeinträchtigten Tieren auskennt, weiß: Hier braucht es Betreuung rund um die Uhr. Personell, organisatorisch und finanziell ist das eine enorme Herausforderung.
Hunde im Rollstuhl polarisieren
Eine Herausforderung, der wir uns auf Gut Aiderbichl mit der Aufnahme der Hunde gestellt haben. Als uns die Anfrage erreichte, mussten wir nicht lange überlegen: Wir sagten für alle 14 Hunde zu. Denn es sind nicht die ersten Tiere mit besonderen Bedürfnissen, die bei uns ein Zuhause finden. Und es wird sicher nicht das letzte Mal sein. Hunde im Rollstuhl polarisieren – und doch sind sie für uns längst Herzensangelegenheit und tägliche Realität. Im Laufe der Jahre sind wir zu Experten geworden, wenn es um Tiere mit Handicap geht. Wir begleiten sie auf ihrem Weg – nicht, um ihr Leben künstlich zu verlängern, sondern um ihnen Lebensqualität zu schenken.


Beeinträchtigte Hunde sind voller Lebensfreude
Denn auch beeinträchtigte Hunde sind voller Lebensfreude und Lebenswillen. Sie leiden häufig unter Inkontinenz, Blasenentzündungen oder brauchen Physiotherapie. Sie benötigen umfassende Pflege, doch wenn diese gewährleistet ist, sind sie genauso glücklich, verspielt und liebenswert wie jedes andere Tier. Wieso sollten Hunde im Rollstuhl kein fröhliches Hundeleben verdient haben? Ein schönes Beispiel dafür ist unsere Neema, die bereits seit vielen Jahren mit ihrem Rollstuhl fröhlich über den Hof in Henndorf flitzt und Besucher begeistert begrüßt.
Natürlich wissen wir: Wie bei allen Tieren, wird auch bei unseren Rolli-Hunden der Tag kommen, an dem wir erkennen müssen, dass medizinisch keine Hilfe mehr möglich ist. Auch dann lassen wir unsere Tiere nicht allein. In enger Abstimmung mit unseren Tierärzten und Pflegern treffen wir behutsam Entscheidungen – immer im Sinne des Tieres. Und wenn es so weit ist, begleiten wir es auf seinem letzten Weg – mit Nähe, Wärme und dem besten Freund an seiner Seite.


Egal, ob gesund, alt oder besonders
Doch heute geht es allen vierzehn Rolli-Hunden gut. Sie leben, spielen, genießen – und haben ein Zuhause gefunden, in dem sie so sein dürfen, wie sie sind. Mit Handicap und Lebensfreude. Wir auf Gut Aiderbichl setzen uns jeden Tag mit ganzer Kraft dafür ein, unseren Tieren ein glückliches und artgerechtes Leben zu ermöglichen – egal, ob gesund, alt oder besonders.




























