
Streunerkatzen in Österreich
Ein unterschätztes Problem
Von Mai bis September sind Tierschutzorganisationen wie Gut Aiderbichl gefragter denn je, denn in dieser Zeit werden die meisten Babykätzchen geboren. Leider sprechen wir hier nicht von schnurrenden Katzenmamas und Babys, die in einem warmen Körbchen liegen und liebevoll versorgt werden. Die Katzen, um die es in diesem Artikel geht, sind Streunerkatzen. Sie leben auf der Straße, zwischen Müll, leiden an Hunger und Kälte, sind krank, haben verfilztes Fell oder Parasiten.
Auch in Österreich gibt es ein Streunerproblem
Wer denkt, dieses Problem existiere nur in Ländern wie Rumänien oder Bulgarien, irrt. Auch in Ländern wie Österreich gibt es ein massives Streunerproblem. Streunerkatzen leben sowohl in ländlichen Regionen – etwa auf Bauernhöfen – als auch in Städten, auf Industrieflächen, Friedhöfen, in Parks oder Kleingartenanlagen. Ihr Alltag ist geprägt von Hunger, Krankheit und Leid.
Streunerkatzen leiden auf der Straße
Besonders betroffen sind tragende Muttertiere und ihre Babys. Je nach Wetter werden weibliche Katzen ab Februar, ein zweites Mal im Juni, rollig. Die Tragzeit dauert etwa zwei Monate – eine körperlich sehr anstrengende Phase für jede Mutterkatze. Trächtige Katzen brauchen deutlich mehr Energie, vor allem in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit – keine einfache Phase auf der Straße, vor allem in der kalten Jahreszeit.
Wenn sich Katzen unkontrolliert vermehren
Da Katzen bereits mit vier bis fünf Monaten geschlechtsreif sind und jede unkastrierte Katze bis zu zwölf Kätzchen pro Jahr bekommen kann, steigt die Zahl herrenloser Tiere schnell in die Tausende. Sind die Babys geboren, erhalten Tierheime und Organisationen wie Gut Aiderbichl zahlreiche Hilferufe. Immer wieder werden Muttertiere und ihre Jungen auf der Straße gefunden.


Tiervermittlung mit Hindernissen
Die Aufnahmeplätze bei Tierschutzorganisationen sind begrenzt, daher wird versucht, die Tiere zu vermitteln. Für alle wünschen wir uns ein schönes Zuhause – ein warmes Körbchen, gutes Futter und Zuneigung. Doch das ist nicht einfach: Streunerkatzen sind oft sehr scheu. Je später die Kitten gefunden werden, desto schwieriger ist es, sie an den Menschen zu gewöhnen. Das erfordert viel Zeit, Geduld und Mühe – wie bei unseren Bürokatzen., über die wir kürzlich berichteten. Alle Aiderbichlerinnen und Aiderbichler helfen mit, die Kätzchen an Menschen zu gewöhnen. Es ist ein Kraftakt, aber machbar – das zeigt unsere Erfahrung.
Ein Ausweg: Einhaltung der Kastrationspflicht
Weit weniger Aufwand entsteht, wenn sich alle an die meist gesetzlich geregelte Kastrationspflicht halten. Beispielsweise in Österreich gilt: Jedes männliche und weibliche Tier mit Freigang muss kastriert werden – auch Katzen aus bäuerlicher Haltung. Ausgenommen sind nur Wohnungskatzen und Zuchttiere.
Wer seine Katze frei herumlaufen, aber nicht kastrieren lässt, trägt bewusst zur Vermehrung der Streunerkatzen bei.

Wie kann ich helfen?
Ganz einfach: Melden Sie Streunerkatzen an Kastrationsprojekt@Gut-Aiderbichl.com
Gut Aiderbichl bietet kostenlose Kastrationen für Streunerkatzen an. Derzeit ist das Projekt vorwiegend im Raum Salzburg tätig, eine Ausweitung ist aber angedacht.
Die Tiere werden in Lebendfallen gefangen, von renommierten Tierärztinnen und Tierärzten kastriert und anschließend wieder an ihren angestammten Platz zurückgebracht. Auch tragende Muttertiere sollten so früh wie möglich gemeldet werden – damit ihre Jungen im Schutz einer Tierschutzorganisation geboren werden können. So werden sie von Anfang an zutraulich und können später in liebevolle Haushalte vermittelt werden.
👉 Melden Sie Streunerkatzen und tragende Muttertiere in Ihrer Umgebung bei Gut Aiderbichl.
👉 Unterstützen Sie Tierschutzorganisationen wie Gut Aiderbichl durch Spenden unserer Projekte: Unser Einsatz für Streuner-Katzen oder aktive Hilfe. So kann das Projekt auch auf andere Gebiete ausgeweitet werden!
👉 Bitte wenden Sie sich dafür an: Kastrationsprojekt@Gut-Aiderbichl.com
















