
Zackelschafbaby Nathalie
Gut Aiderbichl und seine Tiere waren in der Winterruhe
Nur Theresa hatte zu tun – sie brachte Nathalie zur Wiedereröffnung zur Welt
Tiere fragen nicht nach der Jahreszeit oder ob der Gut Aiderbichl Begegnungshof gerade in der Winterruhe ist. Sie wollen ins Freie, sie brauchen artgerechtes Futter und Pflege, frische Einstreu in den Stallungen und die liebevolle Zuwendung der Tierpfleger. Während der Winterruhe laufen besonders viele Tiere über den Hof und genießen das freie Miteinander.
Während der Winterruhe geht das Leben mit und um die Tiere im normalen Ablauf weiter und es bleibt mehr Zeit für diverse Hufschmied Arbeiten, Stallrenovierungen oder Reinigungsarbeiten in den Stallungen.
Vor einigen Monaten kam Theresa nach Henndorf
Theresa ist ein wunderschönes schwarzes, Ungarisches Zackelschaf und gehört einer leider aussterbenden Tierrasse an. Die Herde der Gut Aiderbichl Zackelschafe jedoch vergrößert sich immer mehr durch Tiere, die als Zuchttiere gehalten wurden und dann abgegeben werden, damit keine Inzucht passiert.
Als das Schaf Theresa im Oktober aufgenommen wurde, vermuteten die Tierärztin und die Tierpfleger, dass sie trächtig war. Die Freude auf das Zackelschafbaby war groß und nun ist sie geboren, die kleine Nathalie mit schwarzem Fell und dunklen, neugierigen Augen. Wenn am 31. Jänner die Tore am Begegnungshof Henndorf wieder geöffnet werden, wird die kleine, fröhliche Nathalie die Menschenherzen mit Sicherheit höherschlagen lassen.

Ohne es selbst zu wissen, gilt Schafbaby Nathalie als Botschafterin einer aussterbenden Tierrasse
„Diese wunderbaren Tiere mit den langen, gedrehten Hörnern und dem klugen Wesen sind vom Aussterben bedroht. Es freut uns, dass sich Theresa dazu entschlossen hat, ihren entzückenden, gesunden Nachwuchs auf Gut Aiderbichl zur Welt zu bringen!“, meint Dieter Ehrengruber sanft lächelnd.
„Auf den Höfen von Gut Aiderbichl setzen wir bewusst ein Zeichen für den Fortbestand von aussterbenden Tierrassen wie den Auerochsen, den Österreichisch-Ungarischen K&K Eseln beziehungsweise Barockeseln und natürlich, vertreten durch die kleine Nathalie, die gar nicht weiß, wie wichtig ihre Geburt ist, die Ungarischen Zackelschafe. Die Menschen sollen sehen und lernen, welch großartige Tiere leider aussterben, weil sie den Anforderungen der industrialisierten Tierhaltung nicht entsprechen. Jede Rasse, die ausstirbt, hinterläßt eine Lücke im System der Natur!”.

Das Ungarische Zackelschaf lebte in der offenen Steppe
Während des Mittelalters und bis etwa um 1800 galt das Zackelschaf als vorherrschende Rasse in Ungarn. Die Schafe wurden in Herden in der offenen Steppe gehalten und von Hirten betreut.
Die Tiere wurden nahezu vollständig verwertet. Die grobe Wolle und die gegerbten Felle dienten der Herstellung wetterunempfindlicher Kleidung für Hirten und andere Berufe, die Innereien und das Fleisch der menschlichen Ernährung. Der Schafspelz war einst ein unentbehrliches Kleidungsstück der ungarischen Bauern. Bei trockenem Wetter trugen sie den Pelz mit der Fellseite nach innen und bei Regen sowie Schnee nach außen. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Zackelschaf von anderen Schafrassen mit feinerer Wolle verdrängt. Auch die Intensivierung der Rinder- und Pferdezucht wirkte sich nachteilig auf den Bestand der Zackelschafe aus.
Nathalie hat eine wichtige Rolle übernommen
Umsorgt von ihrer Mutter Theresa und den Tierpflegern lernt Nathalie gerade, was es bedeutet, ein junges Zackelschaf zu sein.
Nathalies Botschaft ist klar und deutlich: Alle Tiere und Pflanzen, deren Fortbestand nicht gepflegt werden, sind unwiederbringlich und hinterlassen eine Lücke im Ökosystem der Erde.
Nathalies Botschaft ist es auch, die Menschen zum Nachdenken anzuregen, wie wichtig es ist, der Natur Respekt entgegenzubringen.

Mehr als jemals zuvor in der Geschichte steht die Menschheit an einem Scheideweg. Eine Straße führt zur absoluten Verzweiflung. Das andere zum totalen Aussterben. Möge Gott die Weisheit haben, sich richtig zu entscheiden.
~ Woody Allen (1935) US-amerikanischer Komiker, Filmregisseur, Autor und Schauspieler
Von: Gisela Pschenitschnig, Gut Aiderbichl

















