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Zum Welt-Pferdetag 2025

Lassen wir uns von der Seele des Pferdes tragen 

Auf den Gut Aiderbichl Höfen leben rund 700 Pferde. Sie wurden verstoßen, aus Zuchtstallungen ausgemustert, wären zum Pferdeschlachter gebracht worden. Sie wurden bei uns abgegeben, weil die sportliche Leistung nicht mehr erbracht wurde, oder, weil die Tierarztkosten für den Besitzer nicht mehr leistbar waren.
Viele der Aiderbichler Pferde sind im fortgeschrittenen Alter und wir setzen alles daran, damit sie ihr weiteres Leben auf Gut Aiderbichl genießen können.  

Wir nehmen den Welt-Pferdetag zum Anlass, um den Menschen das Pferd als fühlendes Wesen und auch ihre Bedeutung für den Menschen in Erinnerung zu bringen.  

Aufgaben der Pferde bis ins moderne Zeitalter 

Pferde wurden vor mindestens 5000 Jahren in der ponto-kaspischen Steppe im heutigen Russland, Kasachstan, der Ukraine und Rumänien domestiziert. Pferde dienten als lebende Fleischreserve und wurden geschlachtet, wenn man Fleisch brauchte. In vielen Gegenden wurden die Stuten gemolken. Durch ihre Größe, ihre Stärke und ihre wilde Natur beeindruckten Pferde die Menschen. Sie dienten auch als Fortbewegungsmittel in Kriegen, sie dienten in der Landwirtschaft, im Gütertransport, im Post- und Postreiseverkehr, in der Industrie und im Bergwerk, im Zirkus, sowie heute im Reit- und Turniersport. 

 

Pferd und Mensch sind ein Team 

Zahlreiche Menschen lieben den Reitsport und ihr Pferd als guten Freund. Auf Gut Aiderbichl leben auch Pferde, die von ihren Besitzern niemals geritten wurden und auch niemals im Arbeitseinsatz waren. Sie durften einfach Pferd sein. Aus verschiedensten Gründen (Krankheit des Besitzers, finanzielle Engpässe usw) wurden die Pferde dann zu Aiderbichlern.  

Wenn Pferde sprechen könnten, würden sie uns wohl einiges berichten können über ihre  

  • Überforderungen und Gewaltanwendungen in Ausbildung und Training 
  • nicht artgerechte Haltung- und Fütterungsbedingungen 
  • wissentliche und unwissentliche Zufügung von Schmerzen und Leiden 

Das leise Leiden der Pferde 

Fohlen werden geboren, um zu sterben, wenn die Zuchtnormen nicht stimmig sind. Wenn das Fohlen dem Ideal nicht entspricht, ist es Ausschussware. Auf den jährlichen Fohlenmärkten werden die Fohlen von der Stute getrennt, denn durch den Verkauf gehört das Fohlen dem Züchter. Blutfarmen

Wie fühlen sich Pferde auf den Blutfarmen? Die Stuten leiden Qualen und sterben an Schwäche, weil ihnen wochenlang bis zu 10 Liter Blut abgenommen wird. In den ersten Schwangerschaftswochen produzieren sie das Hormon PMSG, das in der Schweinezucht eingesetzt wird und eine Menge Geld bringt. Das Fohlen der schwangeren Stute überlebt oder stirbt, weil es geschwächt geboren wird oder durch die Arbeiter auf den Blutfarmen abgetrieben wird. Es geht nicht um das Fohlen, sondern um das Hormon. Die Stuten werden geschunden, gequält und sterben oder überleben diesen Horror.  

Gut Aiderbichl und das Projekt „Quality of Life“ für Pferde 

Seit über 20 Jahren setzt sich Gut Aiderbichl für den Tierschutz ein und bietet den Tieren ein Für-Immer-Zuhause bis an ihr natürliches Lebensende.
Auf unseren Höfen leben zahlreiche Pferde, die in wenigen Jahren zu den sogenannten Senioren-Pferden zählen werden. Aber auch viele private Tierhalter oder andere Tierschutzorganisationen kommen in die Situation, dass ihre Pferde älter werden.
Über die Bedürfnisse alter und chronisch kranker Pferde gibt es wenig Erkenntnisse. Das Ziel von Gut Aiderbichl ist es, wissenschaftlich fundierte Impulse für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Pferden – speziell im Alter und bei Krankheiten – zu erarbeiten. Aus dieser Intention heraus ist die Zusammenarbeit mit der Sandgrueb-Stiftung, der VetMed Universität Wien und der Vetsuisse-Fakultät in Zürich entstanden. Das gemeinsame Projekt beschäftigt sich mit dem Thema „Quality of Life“ für Pferde.
Gemeinsam arbeiten wir an Themen wie beispielsweise Gesundheit und Wohlbefinden des Pferdes, wie auch am Thema naturnahe Pferdehaltung und nachhaltige Graslandökosysteme. – Es gibt viel zu tun.  

Wenn mich jemand fragen würde, was für mich Schönheit und Sanftmut vereint, würde ich ohne zu zögern antworten: Ein Pferd.

Von: Gisela Pschenitschnig, Gut Aiderbichl 

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