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68 Hunde und eine Katze aus Animal Hoarding Fall

Die Tierhaltung war aus dem Ruder gelaufen. Es begann mit wenigen unkastrierten Hunden und mündete in einem klassischen Fall von Animal Hoarding, bei dem die Besitzer mit der Betreuung und Pflege der sich unkontrolliert vermehrenden Tiere restlos überfordert sind.


„In den vergangenen Jahren habe ich wirklich schon viel gesehen, aber so ein Fall ist mir noch nie untergekommen“, erinnert sich Aiderbichl-Geschäftsführer Dieter Ehrengruber, der am Tag der Abholung der ersten 30 Hunde persönlich vor Ort war. „Ich befand mich gerade in einem Meeting auf unserem Gut in Deggendorf, als mich der Hilferuf erreichte. Der zuständige Amtsveterinär bat uns eindringlich 30 verwahrloste und vernachlässigte Chihuahua und Shih Tzu Mischlinge aufzunehmen“, fügt Ehrengruber hinzu. Knappe drei Stunden nach dem Telefonat standen die Tierretter von Gut Aiderbichl bereits vor einem Anwesen in einem abgelegenen Ort in Oberösterreich, das alleine aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes erahnen ließ, wie es im Inneren aussieht. Der Anblick, der sich den Tierrettern nach und nach bot, übertraf jedoch selbst die düstersten Erwartungen.


Obwohl die Bewohner, es handelt sich um eine mehrköpfige Familie, den Zutritt verwehrten, reichte der Blick durch den Türspalt aus, um die Ausmaße des Animal Hoarding-Falls zu erkennen. An die 15 bis 20 von oben bis unten zugekotete, kleine Hunde, deren ursprüngliche Fellfarbe kaum zu erkennen war, drängten sich entweder kläffend oder mit erstaunt bis ängstlich aufgerissenen Augen an das rettende Sonnenlicht. Genau davon bekamen die Vierbeiner nie etwas zu sehen. Sie hausten zusammen mit ihren Besitzern ohne Zugang ins Freie in dem vermüllten Haus inmitten ihrer eigenen Fäkalien. „Dass Menschen und Hunde überhaupt so leben können“, fragt sich Anita Hartner von den Aiderbichler Tierrettern. Offensichtlich hatten die Besitzer schon vor einiger Zeit den Überblick über ihre Tierhaltung verloren und sahen auch das Leid um sich herum nicht mehr. Dieses war in der Tat sehr groß und teilweise schon auf Anhieb ersichtlich, denn einigen Tieren fehlte ein Auge, die Krallen waren viel zu lang und brüchig. Und über allem schwebte ein unerträglicher Gestank, der sich sofort in den Haaren und der Kleidung der Tierretter festzusetzen schien.


Das ganze Ausmaß der Verwahrlosung wurde jedoch erst am nächsten Tag bei der medizinischen Erstuntersuchung deutlich. Die Hunde waren teilweise dehydriert und unterernährt. Der tief im Fell sitzende Kot ließ sich auch durch ein erstes Bad nicht entfernen. Gerötete Augen, Augenverletzungen, geschwollene Lymphknoten und verschärfte Lungengeräusche waren an der Tagesordnung. Durch den Bewegungsmangel und eine kaum ausgeprägte Muskulatur liefen manche der Hunde, als hätten sie vier Holzbeinchen. Dennoch erkundeten die kleinen Racker ihre neue Umgebung auf Gut Aiderbichl Maria Schmolln mit Feuereifer. Dabei zeigten sich einige sehr zutraulich und aufgeschlossen, während andere sich am liebsten unsichtbar gemacht hätten. „Das wirklich Erstaunlichste an ihrem Verhalten war, dass sich die Hunde regelrecht übereinandergestapelt haben – sicherlich aus Platzmangel in ihrem vorigen Zuhause“, berichtet Anita Hartner von den ersten Tagen der Schützlinge in ihrem neuen Leben.

Als sich die ersten Tiere bereits zu erholen begingen, folgte der nächste Streich in Form von weiteren 38 Hunden und einer erschreckend unterernährten Katze, die noch nicht mal eine Woche später ebenfalls in Maria Schmolln einzogen. So hieß es wieder Hunde füttern, wiegen, waschen, untersuchen, registrieren, katalogisieren, rote Halsbänder mit Nummern anlegen, Namen vergeben und viel Aufmerksamkeit und Liebe verschenken. Knapp zweieinhalb Wochen nach dem ersten Einsatz der Tierretter sind viele der Hunde bereits kastriert und die meisten geimpft. Gerötete Augen gehören der Vergangenheit an. Genauso wie Hunger und Durst. Auch das sich übereinander Stapeln hat aufgehört. Die geschätzten Tierarztkosten zur Erstversorgung belaufen sich bereits jetzt auf einen Betrag zwischen 30.000 und 40.000 Euro.


„Was uns jedoch besonders freut ist, dass die kleinen Hunde mittlerweile ausgelassen über die Wiese toben“, berichtet Dieter Ehrengruber mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn leider ist ein Hündchen, das wohl bereits seit längerem an Epilepsie litt, Mitte dieser Woche verstorben, während Hündin Moni zwei Tage zuvor vier Welpen auf die Welt brachte. „An diesem Fall sieht man wieder sehr deutlich wie eng Freud und Leid sowie echte und falsch verstandene Tierliebe beieinander liegen“, schließt Ehrengruber.

Bitte übernehmen Sie eine symbolische Patenschaft für einen der geretteten Hunde:

https://www.gut-aiderbichl.com/tiere/unseretiere0/hunde/

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