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Tagebuch von Graf Dracula

Hallo ihr Lieben, mein Name ist Graf Dracula und ich möchte euch gerne meine Geschichte erzählen…

Tag 1

„Hallo Welt. Zumindest glaube ich, dass ich gerade in der richtigen Welt angekommen bin. Allerdings habe ich gedacht, dass die richtige Welt sich besser anfühlt. Dass es dort wohlig warm ist, wie im Bauch meiner Mama. Doch jetzt gerade ist es ziemlich kalt und es riecht komisch... Zum Glück liegt mein Geschwisterchen neben mir, da können wir uns ein wenig wärmen. Aber meine Mama finde ich nicht, wo ist sie nur? Ich habe nämlich echt schon Hunger… Oje, was passiert jetzt? Irgendetwas greift nach mir, was ist das denn nur? Ich spüre, dass ich bewegt werde, aber wohin? Ich weiß gar nicht was los ist, ich will doch nur etwas essen und dann weiterschlafen… Oh schlafen, ich bin so müde, ich kann nicht mehr…“

Graf Dracula und seine Schwester, wir haben ihr den Namen „Bella“ gegeben, wurden gemeinsam von einer ganz lieben Tierfreundin in einer Bio-Mülltonne auf dem Friedhof gefunden und zu uns gebracht. Man mag sich gar nicht vorstellen, was in den beiden klitzekleinen Katzenseelchen vorgegangen sein mag… Einsam und alleine im kalten September, noch mit der blutigen Nabelschnur. Wer ist in der Lage zwei frischgeborene Kätzchen einfach in die Tonne zu werfen? Wir wissen es nicht. Was wir jedoch wissen, ist, dass diesen zwei Kätzchen sofort geholfen werden musste!

„Oh, hier fühlt es sich schon viel besser an. Was für eine angenehme Wärme. Und irgendetwas Längliches hält mich, das strahlt auch eine Wärme aus. Und oh, was ist das denn, etwas Großes landet plötzlich in meinem Mund. Was ist das? Ich will das nicht. Oh, aber was passiert nun? Etwas Warmes breitet sich in meinem Mund aus, mhhhmmm, schmeckt das gut. Mein Bäuchlein wird immer dicker, doch irgendetwas streichelt meinen Bauch, das tut so gut. Jetzt kann ich wieder weiterschlafen…“

Graf Dracula hatte bei seiner Ankunft 132g, er hat von der ersten Sekunde an die Spritze angenommen und brav gegessen. Alle 2 Stunden wurde er von uns gefüttert und hat geschmatzt und gesaugt wie ein Großer, wie ein echter Dracula. Die kleine Bella hatte nur 113g, doch auch sie nahm nach ersten Startschwierigkeiten die Spritze gut an und wir hatten große Hoffnung, dass es beide Geschwisterchen schaffen werden. Wussten aber auch, dass wir sehr viel Glück brauchen werden…


Tag 2

„Hallo Welt. Heute fühle ich mich echt gut. Mein Bäuchlein ist voll und es ist so schön warm hier. Auch meine Schwester fühlt sich so warm an, allerdings merke ich, dass ihr Bäuchlein nicht ganz so voll ist wie meines. Aber wieso nur? Wir bekommen so oft etwas zu essen und es schmeckt köstlich. Mir fällt auf, dass sie viel öfter von diesen langen, warmen Dingern rausgeholt wird als ich. Bekommt sie mehr zu essen als ich? Das macht mir aber gar nichts, sie ist ja auch ein bisschen kleiner als ich… Jetzt ist sie aber schon ganz schön lange nicht bei mir. Wo ist sie bloß? Oh, ich werde wieder bewegt, es gibt wieder etwas zu essen…“

Leider hat es die kleine Bella nicht geschafft. Sie war zu schwach und hat einfach nichts mehr gegessen und ganz schwer geatmet. Sie ist friedlich und geborgen in den Armen unserer Tierpflegerin eingeschlafen. Mach’s gut kleine Bella, wir hoffen, du bist nun an einem besseren Ort, wo dir niemand mehr etwas Böses tut. Wir werden gut für deinen Bruder sorgen.

„Schön langsam mache ich mir Sorgen um meine Schwester. Sie ist schon so lange weg. Gott sei Dank ist es hier schön warm und es gibt immer etwas zu essen. Doch etwas hat sich verändert, diese langen Dinger, die mich immer bewegen und füttern, riechen jetzt irgendwie anders. Ich glaube, es gibt jetzt zwei von ihnen…“


Tag 3

„Guten Morgen Welt. Leider ist meine Schwester nicht zurückgekommen, vielleicht hat sie unsere Mama wiedergefunden, aber ihr geht es sicher gut, dort wo sie jetzt ist. Mir geht es nämlich auch richtig gut, da wo ich bin, immer wieder holen mich die zwei unterschiedlich riechenden Dinger zum Fressen raus und massieren mein Bäuchlein. Ich merke, dass ich immer stärker werde, aber schlafen ist trotzdem noch das Allerbeste…“

Unser Graf Dracula hat in den ersten Tagen sehr gut zugenommen und brachte es schon bald auf 181g, was uns natürlich sehr freute. Die beiden länglichen Dinger, von denen er die ganze Zeit spricht, sind übrigens die Hände unserer beiden Mitarbeiterinnen, die den kleinen Graf Dracula abwechselnd aufgepäppelt haben.


Tag 6

„Heiliger Bimbam, was ist das denn? Irgendetwas rauscht in meinen Ohren? Das hört sich merkwürdig an, aber ooh, es gibt schon wieder leckeres Essen. Nanu, jetzt rauscht es schon wieder, aber diesmal nicht mehr ganz so schlimm. Jetzt mal essen… War das wieder lecker! Aber dieses Rauschen hört einfach nicht auf, jetzt leg ich mich lieber mal eine Runde aufs Ohr…“

Nanu, was ist denn jetzt los? „Draculaaa, mein kleiner Draculaaa Schatz, wie geht es dir denn?“. Ich glaube da spricht jemand mit mir… Kann das denn sein? Oh, da sind sie wieder, diese behutsamen, warmen Dinger, die mich zu meiner Lieblingsbeschäftigung führen: ESSEN.“

An diesem Tag hat sich der Hörsinn bei unserem kleinen Graf Dracula langsam entwickelt. Was genau der kleine Mann wirklich gehört hat, können wir nur erahnen, aber wir hoffen, dass das in etwa seine Gedanken waren…


Tag 7

„Nanu, was passiert denn heute? Der Geruch ist irgendwie neu, das riecht aber richtig gut! Oh, jetzt höre ich etwas „Miiiaaau!“. Was? Hallo? Wer ist denn da? Mama, bist du es? Nein, das riecht nicht nach Mama. Aber es riecht wie ich. Zu gerne würde ich sehen, was gerade passiert, aber leider sehe ich noch nichts. Oh, jetzt werde ich abgestellt. Hier ist es richtig schön warm. Und da kommt schon wieder mein leckeres Essen, mhhmmmm. Jetzt wird es wieder Zeit für ein Schläfchen… Doch halt, ich muss noch ganz dringend aufs Klo. Hallo? Hört mich jemand? Ich will nicht in meine kuschelige Decke pinkeln, bitte holt mich raus. Ah, wunderbar, schnell ein paar Schritte tapsen, und ooh, hier gefällt es mir, hier erledige ich schnell mein Geschäft. Jetzt aber schlafen! Aber heeey? Was passiert jetzt? Ich höre ein Rauschen…was ist das? Es nähert sich. Ui, jetzt wird es warm an meinen Füßen, ich glaube das ist Wasser. Und irgendetwas Weiches nähert sich meinem Schwänzchen… – „Alles gut, Dracula, wir müssen dich ein bisschen saubermachen.“  – Schon wieder diese angenehme Stimme, die kenne ich schon. Ich weiß zwar nicht, wieso ich saubergemacht werden soll, aber gut, die Stimme mag ich, die ist nett, aber jetzt will ich bitte ein bisschen kuscheln, bevor es wieder zurück in mein Bettchen geht.“

Der kleine Dracula hat an diesem Tag das erste Mal eine andere Katze vor seiner Türe Miauen gehört. Da er alle 2 Stunden gefüttert werden muss, haben ihn unsere beiden Mitarbeiterinnen immer abwechselnd über Nacht mit nach Hause genommen. Da er noch so klein und geschwächt ist, hat er sein eigenes Zimmer bekommen und hat es sich gut gehen lassen. Das Waschen gefällt ihm nicht ganz so gut, ist jedoch unabdingbar, da er sich noch nicht selber putzen kann und auch keine Mama hat, die das für ihn übernimmt. Nach dem Waschen steht dann immer viel Kuscheln am Programm und der kleine Graf kann mittlerweile auch schon schnurren wie ein Großer.


Tag 10

„Guten Morgen, Graf Dracula, hast du gut geschlafen? Jetzt gibt’s gleich Essen, aber zuerst müssen wir dich noch wiegen. WOW, schon 223g, braver kleiner Mann!“ – Aha okay, aber jetzt bitte schnell, denn ich habe Hunger. Oh Mann, ist das wieder lecker heute. Ui, aber ganz schön hell ist es heute. Das ist ja komisch, mir kommt vor ich sehe etwas. Oh ja, wirklich, ich sehe eine Gestalt vor mir. Ich glaube, das ist ein Mensch, so sehen die also aus, die mich die ganze Zeit füttern. Eh ganz nett, aber ganz schön groß. Die habe ich mir irgendwie anders vorgestellt, ihre Stimmen klangen irgendwie nach etwas Kleinem. Aber trotzdem ganz okay, ich würde sie mir aber gerne genauer anschauen, aber soweit sehe ich noch nicht. Ich hoffe, dass ich mir meine Menschen bald genauer anschauen kann, riechen tun sie auf alle Fälle sehr gut. Und jetzt kuschel ich mich wieder ein meine kuschelige Decke…“

Am 10. Tag hat unser kleiner Graf Dracula die Augen geöffnet. Wir alle haben uns sehr darüber gefreut, dass der kleine Mann sich so gut entwickelt. Er schläft im Moment sehr viel, aber genau das braucht er für seine Entwicklung.


Tag 13

„Heute habe ich richtig gut geschlafen. Aber jetzt habe ich soooooo einen Hunger! Hallo, Hallo, hört mich jemand? Ich bin am Verhungern. Ah, na da ist ja mein Mensch. Sobald ich schreie, eilt sie schon vorbei. Genau so habe ich mir das vorgestellt... Am besten gefällt es mir immer, dass ich nach dem Essen sooooo viel gestreichelt werde. Mir wird mein Bäuchlein gekrault, das mittlerweile übrigens ganz schön dick geworden ist. Es kommen auch immer mal andere Menschen vorbei und sind lieb zu mir. Zum Essen bekomme ich mittlerweile aber meistens von der gleichen Person, das rieche ich, die mag ich besonders gerne. Obwohl die anderen auch alle soooooo lieb zu mir sind, da kann ich mich gar nicht entscheiden mit wem ich als erstes Kuscheln möchte…“

Unser kleiner Graf ist natürlich jeden Tag mit im Büro und wird von allen gehegt und gepflegt. Sobald er aufwacht, zeigt er sich lautstark erkenntlich und natürlich bekommt er dann sofort seine nächste Futter-Ladung. Wir freuen uns sooo sehr, dass der kleine Mann mittlerweile so laut schreien kann und es ihm so gut geht.


Tag 15

„Guten Morgen Welt, oder ist es etwa schon Mittag? Ganz schön hell heute. Oh wow, heute sehe ich aber schon um einiges besser, das gefällt mir. Jetzt sehe ich endlich meinen Menschen, der mich die ganze Zeit füttert. Und seit gestern habe ich sooo ein gemütliches Schlafnesterl. Da bin ich ganz eng am Körper von meinem Menschen und kann mich so richtig reinfallen lassen, da ist es soooo schön warm und kuschlig. Ich habe vorhin auch gehört, wie mein Mensch telefoniert hat, ich habe jetzt wohl schon 290 Gramm, ich glaube das ist ein gutes Zeichen. Meine Schwester Bella ist leider nicht mehr aufgetaucht, aber ich bin mir sicher, dass es ihr gut geht. Genau wie mir, jeden Tag gibt es mehrmals lecker Essen und danach wird mir mein Bäuchlein gekrault. Ich darf auch immer ein paar Runden am Teppich drehen, das gefällt mir besonders gut. Danach schläft es sich umso besser. Meistens darf ich jetzt schon direkt auf meinem Menschen schlafen, das mag ich besonders gerne…“

Graf Dracula hat sich weiterhin super entwickelt und brav gegessen. Bereits nach den ersten Tagen war auch klar, dass eine der beiden Mitarbeiterinnen, die ihn aufpäppelten, ihr Herz an den kleinen Grafen verloren hatte. Sie wäre vermutlich 7 Tage die Woche wach geblieben, nur um sicherzugehen, dass es dem kleinen Mann auch gut geht. Und auch der kleine Dracula hatte sich immer mehr an sie gewöhnt und ist von diesem Tag an jeden Tag mit ihr nach Hause und wieder ins Büro gefahren, und hat auch das ganze Wochenende dort verbracht.


Tag 17

„Miaaau, ich habe Hunger! Hallo, hört mich jemand? Oh, da kommt mein Mensch ja schon, das geht echt zackig, sobald ich einen Ton von mir gebe, ist sie schon da. Genau so mag ich das. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass mein Mensch heute traurig ist. Irgendetwas ist nicht wie sonst. Ich hoffe es ist nichts Schlimmes passiert. Oh, was ist das denn? Irgendetwas klingelt, ich glaube das ist ein Telefon. Oh, mein Mensch spricht, aber sie klingt sehr traurig:

„Oh Gott, nein, wirklich? Pixel hat es nicht geschafft? Das macht mich sehr traurig, das tut mir so leid. Der arme Kleine…aber er konnte wenigstens zufrieden und in Geborgenheit einschlafen… Und ja, der kleine Graf kann bei mir bleiben, ich habe mich Hals über Kopf verliebt, hier kann er bald seine Katzen-Familie kennenlernen, wenn er fit genug ist, mein kleiner Mann.“

„Was hat sie gerade gesagt? Ich darf hier einziehen? JUHU! Das sind ja tolle Nachrichten. Aber wer ist bloß Pixel? Das klingt sehr traurig, ich glaube ich muss meinen Menschen heute noch ein bisschen trösten. Aber sie hat etwas von Familie gesagt – ein schönes Wort. Ich habe jetzt eine Familie! Dass hier andere sind, die so aussehen wie ich, habe ich schon bemerkt, aber die halten ganz viel Abstand, ich glaube die sind ein wenig schüchtern…aber auch okay, dann habe ich die ganze Kuscheldecke für mich alleine.“

Am 16. Tag haben wir einen Anruf erhalten, dass ein weiteres klitzekleines Katzenbaby in der Wiese gefunden worden ist. Es war, wie der kleine Graf, noch blutverschmiert und erst wenige Stunden alt. Wie es ganz alleine dort hingekommen ist, weiß niemand… Natürlich haben wir sofort geholfen und den kleinen „Pixel“ bei uns aufgenommen. Er hatte nur 105 Gramm. Wir hatten große Hoffnung, dass der Kleine es schaffen wird und er sich dann bei unserem Grafen gesund und fit kuscheln kann. Leider hat das Kätzchen sehr schlecht getrunken, jede Stunde nur ein paar winzige Tropfen…wir wussten, dass wir nun sehr viel Glück brauchen werden. Wir haben alles versucht, ihm viel Liebe und Geborgenheit gegeben, ihn gewärmt und die ganze Nacht gehofft und gebangt. Leider hat der kleine Pixel es nicht geschafft, er war einfach schon zu schwach als wir ihn gefunden hatten. Dies hat uns alle sehr traurig gemacht. Doch wir wissen, dass wir alles getan haben, was in unserer Macht stand. Der Kleine konnte in aller Ruhe und in unseren Armen über die Regenbogenbrücke gehen und ist nun an einem schönen Ort, gemeinsam mit der kleinen Bella. Solche Momente sind immer besonders hart, und gerade in diesen Momenten spenden uns die anderen, geretteten Tiere Trost. Der Blick des kleinen Graf Dracula war an diesem Tag besonders tiefgründig und dankbar, so als wollte er sagen „Danke, dass ihr mich gerettet habt. Seid nicht traurig, mir geht es gut. Und ich bin so froh, dass ich bei euch bin.“


Tag 21

„Autsch, was ist das denn? In meinem Mund pickt es seit einigen Tagen, ich glaube, ich bekomme meine Zähne. Dann kann ich bald essen wie ein Großer. Mein Mensch lobt mich auch die ganze Zeit, dass ich mich brav putze, ich glaube, das macht man als Katze. Na gut, wenn es ihr so gefällt, dann will ich das mal beibehalten. Ich kann mittlerweile auch echt schon weit laufen, ich schwebe förmlich über den Parkettboden. Die anderen Katzen beobachten mich aus der Ferne, ich weiß auch nicht, wieso die so schüchtern sind, ich bin doch ein hübscher Kerl. Seit gestern tut mir aber mein Bäuchlein immer wieder ziemlich weh, Gott sei Dank werde ich dann immer ausgiebig massiert. Und ich glaube, dass mein Mensch mir etwas gibt, denn nach dem Essen geht es immer etwas besser, und dann schlummere ich tief und fest ein…“

Am 21. Tag sind langsam die Zähne bei unserem kleinen Graf Dracula durchgebrochen. Zusätzlich hatte er mit Blähungen und Bauchweh zu kämpfen, ein bisschen Fencheltee in der Milch hat ihm aber sofort geholfen. Ein Blick auf die Waage haut außerdem gezeigt, dass er immer noch super zunimmt und wächst: 419 Gramm. Auch das eigenständige Putzen ist nun mit jedem Tag mehr geworden. Die anderen Katzen, mit denen er gemeinsam bei unserer Mitarbeiterin lebt, haben den kleinen Mann mit Bedacht beobachtet und ihn tun und walten lassen, wie er wollte. Sie haben alles aus der Ferne beobachtet und abgewartet…


Woche 4

„Oh hallo, wer bist du denn? Du hast aber schöne, blaue Augen. Nein, lauf doch nicht weg, ich will doch nur mit dir spielen. Oh nanu, und da ist ja noch einer, hallo, willst du mein Freund sein? Oh ja, beschnuppere mich, ich rieche sooo gut. Oder doch nicht? Und weg ist er… Oh, jetzt kommt der andere wieder. Ich glaube das ist ein Spiel. Dann spiel ich mal mit und renne jetzt auch davon… Wahnsinn, wie schnell ich jetzt schon bin und ich sehe schon jeden Winkel. Ich habe auch gehört, dass ich mittlerweile die 500g Marke geknackt habe. Ich glaube das ist gut, hoffe ich zumindest. Was mir im Moment aber ziemlich zu schaffen macht, ist mein Bäuchlein. Das tut ganz schön weh… Und irgendwie kann ich nicht aufs Klo gehen, das nervt. Oh, jetzt werde ich hochgehoben in meine Box, ich glaube wir machen einen Ausflug, aber wohin denn bloß?“

„Okay, wir steigen aus, hier riecht es aber nicht so gut, irgendwie streng. Und jetzt werde ich rausgehoben und abgetastet, Mamiii? Wo bist du? Hilf mir! Ah, da ist sie ja. Aber Zuhause gefällt’s mir trotzdem besser. Igitt, jetzt muss ich auch noch irgendetwas Komisches essen, das schmeckt aber nicht so gut. Und auuutsch, was war das denn? Jetzt reicht es dann aber, was machen die mit mir? Mamiii, hilf mir! Oh, jetzt geht’s endlich zurück in meine Box…und mein Bäuchlein fühlt sich auch besser und leerer an…jetzt mal eine Runde schlafen.“

In der 4. Woche hat unser kleiner Mann die 500 Gramm Marke geknackt. Leider hatte er gleichzeitig auch mit starken Verdauungsproblemen zu kämpfen. Durch das komplette Fehlen von richtiger Muttermilch ist sein Verdauungstrakt etwas ins Stocken geraten, Fencheltee und Massagen haben leider nicht mehr geholfen, und so mussten wir zum Tierarzt. Dort wurde er klistiert und auch gleich entwurmt. So war zumindest der Darm wieder leer und es bestand keine akute Gefahr für ihn. Ab sofort war es aber wichtig, den Verdauungstrakt noch mehr in Schwung zu bringen. Unser kleiner Graf Dracula wurde 20 Minuten nach dem Essen immer mit einer speziellen Massage-Technik (der Triangle Methode) massiert und diese hat zum Glück jedes Mal geholfen. Zusätzlich erhielt er Tropfen gegen Koliken, etwas Milchzucker und ganz spezielles verdauungsförderndes Nassfutter. Diese Kombination hat zum Glück geholfen und alles lief wie am Schnürchen.

„Miiiiau, ich habe Hunger! Oh, lecker, was ist das denn? Das schmeckt mir richtig gut. Aber jetzt bin ich ganz schön voll. Mein Mensch massiert mich zum Glück immer ausgiebig, dann wird es immer gleich besser. Sie setzt mich jetzt auch immer in so eine komische Kiste, ich glaube das ist mein neues Klo, etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich habe gesehen, dass die anderen Katzen auch sowas haben, ich glaube das gehört sich so. Was auch richtig cool ist, die anderen sind jetzt nicht mehr so schüchtern. Mittlerweile darf ich schon zwischen ihnen auf der Couch schlafen und sie verfolgen mich auch überall hin und beobachten mich. Letztens hat der eine mir sogar einen Ball zugeworfen, den haben wir dann hin und her geschossen, das macht Spaß! Ich beobachte auch immer ganz genau, was die anderen machen, die fressen und schlafen viel, putzen sich die ganze Zeit und zwischendurch springen sie komisch durch die Gegend, ich glaube, das muss ich mir noch genauer ansehen, damit ich das auch bald kann…“

Graf Dracula hat nun auch die ersten direkten Kontakte mit seiner neuen Katzen-Familie geknüpft. Er wurde sofort ausgiebig beschnuppert und aufgenommen. Zwar alles noch mit etwas Abstand, aber man kann beobachten, wie der Abstand jeden Tag kleiner wird. Der schwarze Kater im Video war selbst ein Flaschenbaby und wurde vom anderen großgezogen. Mittlerweile schlafen alle schon gemeinsam auf der Couch bzw. im Bett und der kleine Graf hat sich schon einige Verhaltensmerkmale von den großen Katzen abgeschaut...


Fortsetzung folgt ...