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Clever Pig Lab

Wissen über Tiere ist der Schlüssel zu einer artgerechten Haltung

Allein in Österreich werden ca. 3 Millionen Schweine gehalten. Wir wissen bereits vieles über ihre physiologischen Bedürfnisse wie Ernährung, Fortpflanzung und die Voraussetzungen, die in der Mast zu einem maximalen Ertrag an Fleisch führen. Schweine sind mehr als nur Fleischlieferanten. Wie denken Schweine? Wie organisieren sie ihr soziales Umfeld, und auf welche Weise lernen sie? Das sind die Hauptfragen, mit denen sich ein Studienteam des Messerli Forschungsinstituts seit 2014 zusammen mit einer 37-köpfigen Herde Kune Kune Schweine befasst hat.

Das vorbildliche Verhaltens-Beobachtungs-Projekt konnte 2022 nicht verlängert werden. Nun stand das Team vor dem Problem, wem sie ihre lieb gewonnenen Kune Kune Schweine anvertrauen konnten. Wer konnte eine ganze Schweineherde aufnehmen? Seit Herbst 2022 ist das „Clever Pig Lab“ nun auf Gut Aiderbichl zuhause.

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Wie intelligent sind Schweine wirklich?

Die meisten Schweine führen ein abgeschottetes Leben in hochtechnisierten Tierfabriken. Schweine sind jedoch mehr, als bloße Lebensmittel, sondern emotionale und hoch intelligente Lebewesen. Um der Frage nachzugehen, wie intelligent Schweine wirklich sind, welche sozialen Bedürfnisse sie haben, und wie sie ihre Umwelt erleben, wurde 2014 eine neue Einrichtung zur Verhaltensforschung von der Vetmeduni Wien gegründet. Im gleichen Jahr begannen Prof. Ludwig Huber und Dr. Marianne Wondrak, zusammen mit dem Messerli Forschungsinstitut, mit ihrer Arbeit.

Mehr als nur ein Lebensmittel

In den hochtechnisierten Mastbetrieben können Schweine ihre volle mentale Kapazität nicht entfalten. Aus diesem Grund wurde eine große Wiese mit kleinem Waldstück gepachtet. Dies sollte den Schweinen den optimalen Lebensraum bieten, die Beobachtung einer gemeinsam aufwachsenden Herde und die Entwicklung einer natürlichen Sozialstruktur ermöglichen. Als Beobachtungstiere wurden Schweine der Kune Kune Rasse ausgewählt. Dank ihrem dichten Borstenkleid kommt diese Schweineart das ganze Jahr über gut im Freiland zurecht.

Alle Tiere wurden bereits in der Studienumgebung geboren. Die Tiere wurden von ihrem ersten Lebenstag an nicht nur von ihren Müttern, sondern auch von ihren menschlichen Betreuern liebevoll und sanft umsorgt.

"Clever Pig Lab" auf Gut Aiderbichl

2022 konnte das Projekt nicht verlängert werden. Die Teammitglieder des „Clever Pig Lab“ waren händeringend auf der Suche nach einer neuen Unterkunft für ihre Schützlinge. Die Tiere der 37-köpfigen Schweineherde waren zusammen aufgewachsen, und sollten auch nach Beendigung des Projekts nicht getrennt werden.

Die Forschungsschwerpunkte des Clever Pig Lab tragen zum besseren Verständnis der Tierart Schwein bei, und helfen auch uns Menschen, den Tieren noch besser gerecht zu werden. Gut Aiderbichl war beeindruckt von der geleisteten Arbeit, und erklärte sich bereit, die Tiere aufzunehmen.

Das neue Zuhause der Kune Kune Schweine bietet einen 40.000 qm eingezäunten Auslauf, sowie einen komfortablen Stall mit 230 qm. Frau Dr. Wondrak war bei der Konzeption und Umsetzung der Anlage maßgeblich beteiligt.  So verfügt die neue Anlage neben gemütlichen Liegeflächen mit Gummimatten und einem Aktivitätsbereich auch über ständigen Zugang zur Weide.

Das schlaue Schwein

Das Vorurteil über das „dumme Schwein“ konnte das Forscherteam bereits erfolgreich widerlegen. Schweine sind hoch intelligente Tiere, die sogar von uns Menschen durch Beobachtung verschiedenste Verhaltensweisen abschauen und erlernen können. Schweine sind dazu in der Lage, moderne Medien zu benutzen. Auf einem Touchscreen können sie beispielsweise selbstständig Bilder unterscheiden und einteilen.

Die Erkenntnisse über die Schweine werden mittels verschiedenster Intelligenz-Tests gewonnen. Die Zusammenarbeit mit den Schweinen verläuft ohne Ausnahme auf freiwilliger Basis, und ausschließlich mit positiver Verstärkung. Als Belohnung für Ihre Mitarbeit bekommen die Schweine kleine Apfelstückchen, Weintrauben oder Maiskörner. Die Aufgaben zu den Intelligenztests wurden ihnen einzeln, oder in kleinen Gruppen, in Arenen im Freien oder in Innenräumen gestellt.

Soll ein Schwein am Test teilnehmen, wird es bei seinem Namen aufgerufen, und folgt Frau Dr. Wondrak, ohne Restriktion oder Treiben freiwillig zu der jeweiligen Arena. Ist ein Schwein zu diesem Zeitpunkt nicht dazu motiviert mitzumachen, wird es zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgerufen. Zeigt ein Schwein während dem Test Unmut oder Stress, wird es unverzüglich zurück auf die Weide gebracht.

Wir möchten mit unserer Arbeit einen Teil zum artgerechteren Umgang mit Tieren beitragen.

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