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Friese Carlos

Farbe: Schwarz
Geschlecht: Männlich
Geburtsdatum: 30.4.2004
Alter: 15 Jahr(e)

Seit Jahren begleiten wir den Werdegang eines kleinen Zirkus. Wie es den Menschen und den Tieren dort geht, haben wir manchmal hautnah miterlebt. Es ist ein Dasein unter erschwerten Bedingungen, aber die Menschen dort boxen sich durch. Das Zirkusleben ist Teil ihrer Geschichte, seit Generationen schon.

In den Anfangsjahren war das Programm der Artisten zum Teil so spektakulär, dass es auch für einen Fernsehauftritt gereicht hätte. Und das Publikum verlangte nach spannenden Darbietungen. Löwen, die auf Pferden reiten, Raubtierdressuren, Attraktion. Doch mit der Zeit wandelten sich auch die Ansprüche der Zuschauer. Sie sind skeptisch geworden, was die Tierhaltung im Zirkus angeht. Und so verkleinerte sich das Unternehmen mit den Jahren.
Aus dem riesigen Zelt wurde ein mittelgroßes und dann ein kleines.

Die Wildtiere verschwanden aus den Nummern, ein wichtiger Schritt, doch die Pferdehaltung blieb. Der Zirkus entwickelte eine große Freiheitsdressur-Nummer mit einem Dutzend Friesenhengsten und eine andere mit schneeweißen Vollblut-Arabern. Als die Zirkuschefin erkrankte, standen die Araber meist in der Box, bis Gut Aiderbichl sie übernahm. Den Zug der Friesen führte der Zirkusdirektor selbst seinem Publikum vor. Doch finanziell wurde es für den Zirkus schwieriger. Wenn Tiere ausgemustert werden mussten oder dringend Geld benötigt wurde, übernahmen wir Pferde. 2011 kam Friese Maxi zu uns und später aus der gleichen Gruppe vier Hengste. Das Programm wurde weiter abgespeckt, nun stand weiteren Tieren ein ungewisses Schicksal bevor. Die Hengste Prinz, Carlos, Bimbo und Alpache sollten abgegeben werden. Vielleicht hätte ein noch kleinerer Zirkus sie so lange eingesetzt, bis sie nicht mehr gekonnt hätten, oder sie wären zu einem Schlachter gekommen. Wir haben jetzt ihrer Aufnahme zugestimmt.
Als erstes kastrierten wir sie und setzten damit ihrem Hengstdasein ein Ende. Im Zirkus haben Hengstdressuren Tradition, zum Nachteil der betroffenen Tiere. Man geht davon aus, dass der Mähnenkamm von Hengsten attraktiver ist und ihre Bewegungen feuriger sind – gegenüber Wallachen, also kastrierten Pferden.
Doch diesen Unterschied nehmen nur Pferdekenner wahr, das Publikum sicher nicht. Außerdem sind die Mähnen mit Buschen geschmückt und so genau sieht dann doch keiner hin. Der Nachteil für die Pferde? Hengste stellen immer eine Rangordnung her, um den Bestand ihrer Art ohne Inzucht zu sichern. Meistens vertragen sie sich untereinander nicht. Kommt eine Stute ins Spiel, drehen sie durch. Wären sie Wallache, können sie auch beim Zirkus gemeinsam auf einer Koppel stehen. Die Menschen vom Zirkus beschwichtigen uns oft, das würde, wann immer möglich, geschehen.

Unserer Erfahrung nach aber kamen Hengste, die wir vom Zirkus übernommen haben, in keinem einzigen Fall miteinander klar. Bis zu ihrer Kastration gab es Zoff. Danach aber dürfen sie in großen Herden zusammen mit den Stuten auf die Weiden. Wenn wir sie auf Gut Aiderbichl als ehemalige Zirkushengste vorstellen, erhoffen wir uns davon auch, dass Besucher sich Gedanken machen.

Sie sehen den Unterschied zwischen dem dressierten Verhalten in der Manege und der Wildheit, die wir ihnen bieten können. Was von beiden fühlt sich besser an? Auf Gut Aiderbichl kommen die Pferde wieder in Kontakt mit ihrer Ursprünglichkeit. Unsere Sehnsucht nach dieser Ursprünglichkeit mag uns faszinieren. Doch ist die Konsequenz, deshalb immer mehr von ihnen zu züchten? Einzig, um uns zu erfreuen oder uns die Zeit zu vertreiben? Oder einer unklar empfundenen Sehnsucht nachzugeben? Heutzutage ist die Anzahl gezüchteter Pferde viel größer als die Nachfrage. Es bleiben Tiere, die ausrangiert werden, wenn sie für die Freizeit nicht mehr gut genug sind. Wie wir ihnen auf Gut Aiderbichl begegnen, ist ganz neu für sie. Wir üben keine Kontrolle aus und ermutigen sie durch unser ‚Loslassen’ dazu, ihr Pferdsein wieder zu entdecken. Ehemals gebrochene Pferde sind auf dem Weg der Heilung, häufig geschieht das sehr schnell. Wenn Besucher diese Veränderung miterleben dürfen, schwindet der Wunsch nach Inbesitznahme wilder Natur vielleicht ein wenig. Denn die Pferde gehören uns nicht. Sie gehören einander und sich selbst.

Was ihnen genommen wurde, durch Freizeit, Sport oder Dressur, können sie auf unseren Weiden, in unserer Obhut, wieder finden. Es ist ihre letzte und schönste ‚Vorstellung’.


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