Eine Prinzessin hat uns verlassen

Bisou ist über die Regenbogenbrücke gegangen

Auch wenn der Mensch weiß, dass der Tod zum Leben gehört, ist es immer wieder so, als geht ein Stück von einem mit, wenn er kommt, der Tod, um einen geliebten Menschen oder ein über alles geliebtes Tier mitzunehmen.  

Am Montag, dem 9. Jänner, hat uns Bisou, die Prinzessin auf der Erbse, wie ich sie immer nannte, verlassen. Lassen Sie sich ihre Geschichte erzählen:
Bisou war ein sogenanntes Distanzpferd. Sie legte in diesem Sport Strecken zwischen 130 und 160 km, ohne mit der Wimper zu zucken, zurück. In ihrer besten Zeit hatte Bisou einen Wert eines Einfamilienhauses. Sie war stark – charakterlich und körperlich – sie gab alles.
Distanzpferde haben ein lebhaftes, ausgeglichenes Temperament. Laufen macht Spaß und man musste Bisou sicher niemals zum Laufen tragen. Sie arrangierte sich mit den Reitern, mit dem, was von ihr gefordert wurde und ihre Nerven hielten stand.  

Irgendwann bemerkten die Reiter, dass es Bisou schlechter ging, und die Leistung nachließ. Sie interessierte die Sportmenschen nicht mehr, und wurde im Stall zurückgelassen. Große Tierfreunde erfuhren von Bisou und wollten sie aus ihrem Jammertal holen. So wurde Bisou im Herbst 2019 auf Gut Aiderbichl in Henndorf aufgenommen.  

Die Tierpflegerinnen hatten den Eindruck, dass Bisou traurig war, und zu niemandem Vertrauen hatte. Der Gesundheitscheck ergab, dass eine dringende Zahnsanierung vorzunehmen war. Bisou wurde in die Klinik gebracht, wo vier Zähne entfernt werden mussten. Auch dort bemerkten die Ärzte, dass Bisou psychisch angeschlagen war.
Wieder zu Hause im Stall, bekam sie die besten Pferdemüslis, sie wollte jedoch nicht so recht essen. Eva, unsere Chef-Tierpflegerin, beschäftigte sich täglich mit Bisou, bis die nach und nach erkannte, dass sie nun eine Vertrauensperson gefunden hatte. Langsam aber doch, begannen Bisou die Müslis zu schmecken. Sie liebte es, wenn Eva bei ihr war, sie streichelte und einfach Zeit für sie hatte.

Das Vertrauen musste unbedingt weiter aufgebaut werden. Bisou hatte einen starken Charakter und war eine Kämpferin, doch wir bemerkten auch immer mehr, dass sie noch immer irgendwie niedergeschlagen war. Eine der guten Lösungen war es, mit ihr am Führstrick spazieren zu gehen: hinaus vom Hof. Bisou wurde immer selbstbewusster und lief wieder aufrecht und genoss die Zeit, die man sich für sie nahm.  

Nun kamen wieder massive Probleme mit den Zähnen und Bisou kämpfte, sie wollte stark sein. So, wie sie es früher im Sport war. Jedoch bemerkten wir, dass ihre Kräfte nachließen. Sie genoss die verbleibende Zeit mit ihren Bezugsmenschen und wir alle wollten nicht so recht glauben, dass die Tür zur Regenbogenbrücke offenstand.  

Elegant und aufrecht ging sie, mit ihren 32 Jahren, legte ihren Kopf aufs Stroh und entschloss sich für ihren letzten Weg. Langsam, ohne Kampf. Umgeben von ihren Menschenfreunden. 

„Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist.“ – Franz Kafka

Liebe Bisou, 

danke, dass du es zugelassen hast, dir eine schöne Zeit auf Gut Aiderbichl zu schenken. Danke, dass du all die Bemühungen, und vor allem die Liebe deiner Pflegerinnen angenommen und geschätzt hast.
Danke, dass du in deiner letzten Stunde aufrecht gestanden hast und unsere Nähe genossen hast, bis sich deine Augen für immer geschlossen haben.  

Alle Menschen, die „Die Prinzessin auf der Erbse“ kennenlernen durften, weinen ein Meer von Tränen für die wunderbare Bisou. Sie war eine echte Lady. Mach’s gut, Bisou. 

Gut Aiderbichl
Standorte

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Henndorf
bei Salzburg
Iffeldorf
bei München
Deggendorf
bei Passau

Werden Sie jetzt
Aiderbichler!

Wir freuen uns auf Sie!

Jetzt Pate werden