Abschied von Pacherito

Ein treuer Freund ging für immer Heim

Ich muss gestehen, als ich Pacherito zum ersten Mal begegnet war, hatte ich enormen Respekt vor ihm, ja man könnte schon fast von Furcht sprechen. Er war groß, stark und unglaublich agil. Prachtvoll stand er auf dem Pferde-Sport-Stall, als Michael und ich Vorort ankamen um ihn abzuholen.

Durch zwei Tierfreundinnen wurden wir auf ihn Aufmerksam gemacht, die uns gebeten haben, dem Rüden zu helfen. Sein Besitzer, ein argentinischer Bereiter, kam aus seinem Heimaturlaub einfach nicht mehr zurück. Kein einziges Mal hatte er sich nach seinem treuen Begleiter erkundigt. Ganz nach dem Motto: aus den Augen aus dem Sinn.

Zunächst wurde Pacherito vor Ort geduldet und versorgt, doch als sich ein Platzproblem ankündigte musste Pacherito seine Bleibe verlassen.

Ja, es gab schon so manche Startschwierigkeiten und auch so mancher Tierpflegerin lehrte er das Fürchten. Nicht selten kam mir zu Ohren, dass es wieder eine Winterjacke nicht geschafft hatte. Auch meiner Tochter, die zu dieser Zeit zehn Jahre alt war, schärfte ich ein „Du darfst niemals zu ihm alleine gehen“. Aber am Ende wurde er für Michael und mich zum besten Freund, den man sich vorstellen konnte – treu sein Blick und Mutig sein Herz. Oft begleitete er mich auf meinen Wanderungen, auf meinen Laufrunden oder bei Terminen und immer, jedes einzelne Mal, konnte ich mich auf ihn verlassen. Zwischendurch wusste ich nicht, wer von uns dankbarer war, das wir beieinander waren, Pacherito oder ich.

Seit 2016 wusste ich, dass Pacherito an Problemen und Veränderungen in der Wirbelsäule litt, die in den nächsten Jahren schlimmer werden würde. Dies stimmte mich zu Beginn traurig und ich machte mir schon Gedanken, doch seine Lebensfreude überzeugte mich davon, dass ich die Zeit mit meinem Freund genießen sollte und mir erst dann Sorgen machen sollte, wenn es soweit war.

Dieses Jahr ist für mich ein Jahr des Abschieds geworden – viele treue Freunde und Wegbegleiter haben diese Welt verlassen, wie zum Beispiel meine brave kleine Ricki oder meine tapfere Jeanny. Nach langer Krankheit zu der auch Arthrosen gehörten, vielen Physio-Therapien und liebevoller, intensiver Pflege musste ich mich nun, an einem wunderschönen Herbsttag, von meinem Freund Pacherito verabschieden. Er konnte nicht mehr aufstehen und wollte zum Schluss nicht mal mehr fressen. Die besten Leckerlies haben den Reiz für ihn verloren. Für mich war klar, es war der Tag des Abschieds gekommen. Den Zeitpunkt hat er selbst gewählt und er hat auch keinen Zweifel daran gelassen, dass es für ihn in Ordnung war. Mir brach es das Herz und dennoch war ich es ihm schuldig, ihn in Würde gehen zu lassen.

Ich hoffe, dass obwohl ich Pacherito nicht mehr physisch bei mir haben kann, er dennoch weiter an meiner Seite steht und er mich auch weiterhin so mutig beschützt – so wie er es auch zu Lebzeiten tat.

Für mich war er stets ein treuer Freund – wohl einer der Besten, die man finden kann – ein Beschützer und ein beeindruckender Charakter.

Stolz, Selbstbewusst, liebevoll und absolut Einzigartig, das alles und noch viel mehr wird mir für immer in Erinnerung bleiben.

Rückblick:

„Bellen war deine Sprache und Treue dein Geschenk, Tränen mischen sich mit Lächeln, wenn ich an dich denk‘. Du warst mir so ein lieber Freund, was mach ich ohne dich? So sitz‘ ich hier und blicke fragend in das Abendlicht.“

Liebe Aiderbichler, ich danke Ihnen sehr, dass wir Pacherito ein so tolles Zuhause schenken durften. Dies ist nur möglich, Dank Menschen die uns bei unserer Arbeit unterstützen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Dieter Ehrengruber

Geschäftsführer/Stiftungsvorstand

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