Zum Ehrentag der Kuh

Aus der Sicht einer Aiderbichlerin

erzählt von Gisela Pschenitschnig

Mit der Einführung des Ehrentages der Kuh beabsichtigte man die Menschen dazu zu animieren, an diesem besonderen Tag mehr Hühnerfleisch als Rinderfleisch zu verzehren.

Ich höre Menschen sagen: „Wieso soll ich die Kuh ehren, die ist doch zum Essen da!“. Durchschnittlich verzehren die „fleischliebenden“ Österreicher jährlich 12 Kilogramm Rindfleisch und ungefähr 115 kg an Milchprodukten. Das Credo von Vegetariern und Veganern ist üblicherweise „Ich esse kein Fleisch und auch keine Tierprodukte“.

Vor einigen Jahren war bei einer Führung ein kleines Mädchen dabei. Sie hing an meinen Lippen und wollte nicht verstehen, warum man „die schönen Kühe isst. Nach einiger Zeit besuchte sie uns wieder und meinte: „Kennst Du mich noch? Ich war mit meinen Großeltern in deiner Führung und du hast über die Kühe und Schweine erzählt. Damals habe ich beschlossen, nie wieder in meinem Leben Fleisch zu essen“.

„Dumme Kuh“ gilt nicht!

In der Natur gibt es keine dummen Sachen – alles hat seine Ordnung und seinen Sinn. Kühe sind intelligente und äußerst soziale Tiere und werden außerdem in vielen Kulturen verehrt. Teilweise wird im Besitz einer Kuh die älteste Form von Reichtum vermutet.

Reich werden sie auf jeden Fall – die milliardenschweren Industrien auf der ganzen Welt, deren Basis die Rinderhaltung ist. Die Kuh gibt dem Menschen Fleisch, ihre Milch ist nicht nur die Basis für unzählige Käsesorten, sondern auch für Joghurt, Schlagobers, Butter und viele weitere Produkte.

Die Milchproduktion wird durch Hochleistungsfutter, Gras, Mais und andere Futterkonzentrate angekurbelt. Lange ist die Zeit vorbei, als der Bauer vielleicht noch drei Kühe im Stall hatte, mit deren Milch er seine Familie versorgte und zu dem Zweck alle zwei bis drei Jahre eine Kuh geschlachtet wurde. Heute wird eine „Turbomilchkuh“ höchstens 5 Jahre alt – dann ist es vorbei mit den Kälbern und der Milchleistung – wohin der letzte Weg führt, können Sie sich vorstellen…

Der Trennungsschmerz nach dem Kalben

ist für beide unvergleichlich schmerzlich, für die Kuh und für ihr Baby. Unmittelbar nach der Geburt wird der Großteil der Kälber von ihrer Mutter getrennt. Das Kalb benötigt zum Überleben ca. 4 Liter Milch täglich, wird aber stattdessen meistens nur mit künstlichem Milchersatz gefüttert. Und übrigens geben Kühe auch nur dann Milch wenn sie ein Kälbchen haben – also sind viele Kühe in der Massenhaltung wohl „dauerschwanger“.

Kälber ohne ihre Mama, mit der sie kuscheln und an deren Euter sie säugen können, sind in den allermeisten Fällen nervös, geben vermehrt Laute von sich und strecken ihren Kopf fortwährend suchend aus dem Stall. Die Trennung von der Mutter hat natürlich nicht nur direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere, sondern insbesondere auch auf ihr Sozialverhalten.

Gut Aiderbichl und die Mutter-Kind-Haltung

Die Natur hat niemals gewollt, dass ein Kalb gleich nach der Geburt von der Mutterkuh getrennt wird. In großen Stallungen haben die beiden höchstens ein paar Tage gemeinsam, bevor die Familie voneinander getrennt wird. Manchmal nehmen wir auf Gut Aiderbichl bereits trächtige Kühe auf – dann freuen uns natürlich umso mehr auf das Kalb! Denn wir wissen, es wird ihm und seiner Mutter ein Leben lang gut gehen. Es darf nach der Geburt ganz natürlich bei seiner Mama trinken und aufwachsen, mit ihr so lange im Stroh kuscheln wie es möchte und einfach zu einem glücklichen gesunden Tier heranwachsen.

Warum hat die Kuh Hörner?

Hörner erfüllen viele wichtige Funktionen im Körper und auch im Leben einer Kuh. Einerseits dienen Hörner seit jeher als Hilfsmittel bei Machtkämpfen, wenn es um die Klärung der Rangordnung in einer Rinderherde geht. Die Hörner sind teilweise spitz und an manchen Stellen sogar messerscharf. Darum werden kleinen Kälbern nach ein paar Wochen die Hörner schmerzhaft mit einem Brennstab ausgebrannt, was nicht nur äußerst schmerzhaft sondern auch gefährlich für das Tier ist. Übersehen wird bei dieser Vorgehensweise, dass Hörner außerdem sehr gut durchblutete Organe sind. Sie sind wichtig zur Wärmeregulierung im Körper und leisten einen wichtigen Beitrag zum Gasaustausch beim Verdauen. Somit tragen Hörner wesentlich zur Gesundheit und zum Wohlbefinden einer Kuh bei.

Begegnungen mit Tiertransportern

sind für mich das Schlimmste. Wenn ich in den „Lebendtier-Transportern“ verunsicherte, nervöse, angstvolle Tiere vermuten muss, dann möchte ich den Transporter am liebsten überholen, ihn anhalten und alle Tiere frei lassen. Rinder sind hochsensible, intelligente Tiere. Sie entwickeln Stress und schütten diesen in Form von toxischen Hormonen in ihren gesamten Körpern aus. Das ist auch der Grund warum sie, sobald sie dem Schlachthof näherkommen, riechen und wahrnehmen können, worauf sie da gerade zusteuern – und zu brüllen und sich zu wehren beginnen.

Ich wünsche mir mehr Mut, irgendwann wirklich einen Schlachttransporter zu stoppen und ich wünsche mir ein Konsumverhalten zugunsten des Erhalts und der Rettung dieser schönen Tiere.

Ich freue mich auf eine nächste Führung mit Ihnen auf Gut Aiderbichl Henndorf, herzlichst, Ihre Gisela

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