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Abschied von Pinot Grigio

Der große, sanftmütige Hannoveraner ist plötzlich von uns gegangen

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu. Es war ein gutes Jahr für unsere Tiere, aber heute früh hat sich ein großer Aiderbichler für immer von uns verabschiedet. Pinot Grigio, der große Hannoveraner-Wallach, ist plötzlich verstorben.

Pinot Grigio, der Hannoveraner Rapp-Wallach kam am 20. Juli 2009 zu uns nach Gut Aiderbichl Henndorf. Als er aus dem Hänger stieg, stockte uns allen der Atem. Kein Wunder, denn Pinot Grigio war mit seinem Stockmaß von 1,98 Meter ein wahrer Hingucker und galt als das wohl größte Dressurpferd der Welt. Und dennoch befand er sich damals in Lebensgefahr. Pinot Grigio litt unter Herz- und Lungenproblemen, für ihn bedeutete das das Aus im aktiven Dressursport. Und obwohl er erst 11 Jahre alt war, war sein Schicksal ungewiss.

Doch sein Reiter wollte Pinot Grigio nicht im Stich lassen. Er setzte alle Hebel in Bewegung, um für den sanftmütigen Riesen einen guten Platz zu finden, an dem er seinen Vorruhestand genießen konnte. Schließlich meldete er sich bei uns und bat um Hilfe für Pinot Grigio. Wir konnten zusagen und die Erleichterung war groß als feststand, dass er eine neue Heimat auf Gut Aiderbichl gefunden hatte.

Rasch lebte sich Pinot Grigio bei uns ein und eroberte das Herz unserer Mitarbeiter und Gäste gleichermaßen. Staunend standen sie vor seiner Box und waren fasziniert, wenn er den Kopf hob und neugierig über die Paddock-Türe schaute. Noch schöner aber war es ihm dabei zuzusehen, wie er über die weitläufigen Weiden galoppierte. Man sah ihm seine Vergangenheit als Dressurpferd an – er bewegte sich anmutig, manchmal gar grazil. Dennoch zeigte er uns dann, wie sehr er das Leben genoss. Nämlich dann, wenn er voller Lebensfreude und Energie einen Sprint hinlegte oder sich anschließend genüsslich wälzte. Er konnte einfach Pferd sein und sein Leben genießen.

Über die Jahre konnten wir dank Pinot Grigios Anwesenheit viele Menschen auf das Schicksal der Pferde hinweisen. Sie dafür sensibilisieren, dass Tiere keine Waren oder Sachen sind, sondern fühlende Mitgeschöpfe die es verdient haben, dass man sie auch im Alter oder bei Krankheiten nicht im Stich lässt.

Schon seit seiner Ankunft bei uns auf Gut Aiderbichl stand Pinot Grigio unter regelmäßiger tierärztlicher Kontrolle. Er bekam Medikamente, die die Symptome seiner Herzerkrankung linderten, so dass er ohne größere Probleme seinen Ruhestand genießen konnte.

Doch in den letzten Monaten und Wochen häuften sich seine gesundheitlichen Probleme. Pinot Grigio baute zusehends ab, bekam zusätzlich Probleme an den Beinen und fast täglich schaute der Tierarzt bei ihm vorbei. Mal trat eine Besserung ein und Pinot Grigio schaute uns voller Lebensfreude an – dann gab es wieder Tage, an denen es ihm schlechter ging und wir uns große Sorgen um ihn machten.

Heute früh, nach der Morgenfütterung, kam Pinot Grigio mit seiner Pferdefamilie auf die Schnitzelkoppel. Es schneite in Henndorf und er genoss die frische Luft. Nichts deutete darauf hin, dass es ihm an etwas fehlte. Als unsere Pferdewirtin Eva dann wenige Minuten später wieder zur Koppel kam, fand sie Pinot Grigio tot auf. Sein Herz hatte plötzlich aufgehört zu schlagen und er war im Kreise seiner Pferdefamilie für immer von uns gegangen.

Wir sind unendlich traurig, aber auch dankbar, dass wir Pinot Grigio mehr als 9 Jahre auf seinem Lebensweg begleiten durften. Er war ein wichtiger Botschafter, der vielen Menschen in Erinnerung bleiben wird. Auch wir werden Pinot Grigio – den sanftmütigen Riesen - niemals vergessen.

 

Lieber Pinot Grigio, wir danken Dir, dass wir Dich kennenlernen durften und hoffen, dass Du nun an einem noch schöneren Ort bist, an dem es Dir an nichts fehlt. Wir werden Dich vermissen…

Dieter Ehrengruber & das Gut Aiderbichl-Team

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