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Abschied von unserem Lilliput

Jeder, der schon einmal Gut Aiderbichl Henndorf besucht hat, hat Bekanntschaft mit unserem Lilliput geschlossen. Der kleinwüchsige Stier fiel jedem sofort ins Auge: wuchtiger Körper, kurze Beine und die Pansenfistel, die ihn vor einem möglichen Aufgasen des Magens schützte. Doch sein Handicap war für Lilliput nicht von Bedeutung. Er liebte es, tagsüber im Freilauf über das Gut zu spazieren und den Kontakt zu unseren Gästen zu suchen. Gestern Abend, 6 Wochen vor seinem 10. Geburtstag, mussten wir für immer Abschied von unserem geliebten Lilliput nehmen.

Fleckvieh-Stier Lilliput wurde am 13.09.2008 auf einem Bauernhof geboren. Doch bereits kurz nach seiner Geburt war der Bauernfamilie klar, dass etwas mit Lilliput nicht stimmte. Er war viel zu klein – ein Zwergenkalb, für das auf dem Hof einfach kein Platz war. Durch seine Kleinwüchsigkeit war er in der Landwirtschaft nicht „nutzbar“ und die zusätzliche Aufzucht des Stierkälbchens konnte die Familie nicht bewerkstelligen. Lilliput hätte so, wenige Wochen nach seiner Geburt, der Gang zum Schlachter gedroht. Aber die Bauernfamilie hatte das kleine Kälbchen ins Herz geschlossen und wollte dies verhindern. Sie wussten, dass Gut Aiderbichl über viel Erfahrung im Umgang mit gehandicapten Tieren verfügt und so meldeten sie bei uns. Im November 2008 war es dann soweit. Lilliput zog auf Gut Aiderbichl Henndorf ein, wo sich unsere Tierpfleger liebevoll um das Zwergenkalb kümmerten.

Der kleine Lilliput bei seiner Ankunft auf Gut Aiderbichl...

Lilliput entwickelte sich – entgegen aller Befürchtungen – gut und fand Freunde in unserer Aiderbichler Rinderfamilie. Er war sehr menschenbezogen, ließ sich bürsten, streicheln und suchte immer wieder Kontakt zu unseren Gästen, die erstaunt waren, wenn Lilliput fröhlich über den Hof flanierte. Sein Aussehen und die Pansenfistel, die ihn vor einem lebensbedrohlichen Aufgasen schützte, führten immer wieder dazu, dass die Gäste sein Schicksal hinterfragten. Für uns wurde Lilliput zu einem wichtigen Botschafter der uns die Möglichkeit gab, anhand seines Beispiels unsere Gäste über das Schicksal der Rinder aufzuklären.

Insbesondere die sogenannten Nutztiere stehen auf der Sympathieskala der Menschen ganz weit unten. Nicht so Lilliput – er war der sanftmütige Liebling der Gäste und der Aiderbichler, der immer für eine Überraschung gut war. Die größte Überraschung bescherte er uns im Jahr 2012, als er Vater wurde.

Jeder Stier, der zu uns nach Gut Aiderbichl kommt, wird normalerweise kastriert. Zum einen, damit wir keinen Nachwuchs bekommen, zum anderen, damit unsere Rinder gemeinsam in der Herde leben können. Lilliput allerdings war so klein, dass wir der Meinung waren, er würde aufgrund seiner Größe keine normalwüchsige Kuh decken können. Also blieb er Stier. Die Jahre vergingen und als im Mai 2011 die Kuh Silvia zu uns kam, muss es bei Lilliput Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Anders lässt es sich nicht erklären, dass Silvia am 24. Juni 2012, nach etwa 285 Tagen Trächtigkeit, dem kleinen Amarillo bei uns das Leben schenkte. Wir alle waren verwundert, aber diese Geburt zeigte uns, dass Liebe jedes Hindernis überwindet. Als Vater kam nur Lilliput in Frage – er war schließlich der einzige Stier am Hof. Wir waren verwundert, aber glücklich zugleich.

Wellness-Programm für Lilliput
Schon seit längerer Zeit hatte Lilliput immer wieder gesundheitliche Probleme. Vor allem die Gelenke und Knochen machten ihm zu schaffen. Er stand unter regelmäßiger tierärztlicher Kontrolle und konnte so sein Leben inmitten unserer Rinderfamilie genießen. Gestern Abend dann, unsere Aiderbichler Tierpfleger wollten die Rinder gerade auf die Nachtweide bringen, brach Lilliput plötzlich unvermittelt zusammen. Auch mit unserer Hilfe gelang es nicht, ihn wieder aufzurichten. Sofort wurde der Tierarzt verständigt, der wenig später am Hof eintraf und Lilliput gründlich untersuchte. Doch die Diagnose war niederschmetternd. Lilliput hatte einen Bruch der Hüfte erlitten und es gab keine Hoffnung mehr. Gemeinsam mit den behandelnden Tierärzten mussten wir den Entschluss fassen, Lilliput friedlich gehen zu lassen. Seine vertrauten Pfleger knieten neben Lilliput, verwöhnten ihn nochmal mit allen möglichen Leckereien und Streicheleinheiten, verabschiedeten sich und zeigten ihm, wie sehr wir ihn lieben und schätzen. Währenddessen setzte der Tierarzt behutsam die Kanüle und half Lilliput beim Gang über die Regenbogenbrücke. Ganz sanft schlief Lilliput im Kreise seiner vertrauten Pfleger für immer ein.
Auch wir sind unendlich traurig, aber auch dankbar, dass wir Lilliput noch mehr als 9 glückliche Jahre bei uns haben schenken dürfen. Dankbar sind wir auch Ihnen, liebe Aiderbichler, denn mit Ihrer wertvollen Unterstützung helfen Sie uns dabei, Tieren in Not eine neue Heimat zu schenken.

Lieber Lilliput, wir werden Dich niemals vergessen. Mit Deiner sanftmütigen Art, Deiner Anwesenheit und Deiner Geschichte konnten wir so viele Menschen zum Nach- oder gar Umdenken anregen. Du hast gezeigt, dass Größe oder Handicaps keine Rolle spielen, sondern ein Lebewesen zu etwas ganz Besonderem machen. Danke, dass wir Dich auf Deinem Weg begleiten durften!

Dieter Ehrengruber & das Gut Aiderbichl-Team

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