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Böser Hund

Die Stadt, ein einziges Trümmerl-Feld! Jedenfalls hatte man diesen Eindruck, als die überhitzt geführte Debatte über die schlichte Tatsache, dass Hunde müssen, und zwar nicht nur in freier Wildbahn, sondern auch in den Städten, ihren fast schon komischen Höhepunkt erreichte. Das war diese Geschichte mit dem Sackerl fürs Gackerl, wie es zum Beispiel in Wien hieß.

Eigentlichkeit gehört es zu den Selbstverständlichkeiten dieser Welt, dass man den Hund zum Äußern nicht auf den Gehsteig führt, und auch auf Grünstreifen das Trümmerl beseitigt, beziehungsweise es nicht selten, je nach Viertel, zwischen leeren Bierdosen, Zigarettenkippen und Sonstigem herausfischt. So eine Kampagne zur Sauberkeit der Städte ist also offenbar nicht ganz überflüssig, sollte allerdings ohne Hexerei und Rufschädigungen auskommen. Außerdem muss man nicht immer gleich so maßlos übertreiben und dann den Untergang der Städte vom Trümmerl herleiten und die Hunde und ihre Besitzer unter Generalverdacht stellen. Obwohl der Hund bei manchen tierfreundlichen Menschen schon zur Familie gehört, fürchten ihn andere als bissigen Verwandten der Wölfe oder als Gruselhund von Baskerville.

Wir wollen diese Ängste überhaupt nicht lächerlich machen. Hunde können beißen, wenn man sie provoziert, aus Angst oder weil man sie zum Beißen erzogen hat, wenn sie „scharf“ gemacht wurden. Neulich hat ein Hund in Hannover seine beiden Besitzer totgebissen, eine 52 Jahre alte Frau und ihren 27-jährigen Sohn. Der Hund heißt Chico und ist ein Staffordshire-Terrier-Mischling.

Wenn ein sogenannter Kampfhund zubeißt, ein Staffordshire-, Pitbull- oder Bullterrier scheint die Situation ganz besonders klar zu sein. Da hat ein gefährlich aggressives Monster zugeschlagen, der böse Hund. Dabei wird offenbar immer noch vergessen, dass am anderen Ende der Leine ein Mensch steht, der Besitzer oder die Besitzerin. Sie erziehen, sie bestimmen, sie kontrollieren, sie verantworten.

Auch bei Chico stellte sich inzwischen heraus, dass seine Beißattacken ihm nicht angeboren sind. Die 52-jährige Frau war pflegebedürftig, ihr Sohn schwer krank und sie konnten sich kaum um den Hund kümmern. Der Sohn hat Chico in einem Metallkäfig in seinem Zimmer gehalten und nach Beobachtung der Nachbarn offenbar nur selten ausgeführt.

Nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover mitgeteilt hatte, der Hund würde eingeschläfert, starteten Tierschützer die Online-Petition „Lasst Chico leben!“. Schon bald gab es rund 250.000 Unterschriften von Unterstützern. Dem Tierheim, in dem Chico versorgt wird, liegen bereits hunderte Anfragen für eine Adoption vor. Und so lässt man nun Chico weiterhin auf dieser Welt.

Es müsste zu Tragödien wie dieser zwischen Mensch und Tier nicht kommen, aber sie werden sich trotzdem wiederholen, so lange jeder, dem es gerade einfällt, losgehen und sich ein Tier kaufen kann. Einen Hund zum Beispiel, ohne etwas über Hunde zu wissen, ohne Nachzuweisen, dass man überhaupt Platz hat und Geld, um die Tiere bis zum Ende ihres Lebens halten zu können. Man kann sie kaufen, wie man Waren einkauft. Und wenn die Ware dann die Verachtung nicht mehr aushält und die Quälerei und zubeißt, dann wird daraus ein böser Hund, ein bissiger Hauswolf, einer aus dem Hause Baskerville. Und der muss dann weg! Möglichst schnell, bevor noch mehr passiert.

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