A A A
Mein Aiderbichl | login

Passwort vergessen

Passwort vergessen Registrieren / Pate werden Infos zur Patenschaft

Schließen

Freunde isst man nicht

Hunde dürfen bei uns nicht geschlachtet werden, und der Verzehr von Hundefleisch ist verboten. Sogar dieses Verbot kommt einem schon seltsam vor. Muss man das überhaupt verbieten? Versteht sich das nicht von selbst? Der Hund ist unser Freund, gehört oft schon zur Familie, und es gibt eine emotionale Bindung zwischen ihm und uns. Freunde isst man doch nicht.

Aber so dick befreundet mit den Hunden wie heute waren die Menschen nicht immer, und so gab es auch nicht durchweg dieses Nahrungstabu. Auf jeden Fall wurde beispielsweise Ende des 13. Jahrhunderts, das weiß man durch schriftliche Überlieferung, in Tirol, Kärnten und der Steiermark Hundefleisch gegessen. Schon bei den alten Römern spielten Hunde nicht nur im Kult als Opfertiere eine Rolle, sondern auch ganz profan als Fleisch zum Essen. In unseren großen Theatern konnte man über Jahrzehnte in einem Klassiker einen alten Mann sehen, der ausgezehrt, hungrig und vom Fabrikherrn betrogen an Webstuhl und Garnspule arbeitet und schon seit zwei Jahren kein Fleisch mehr bekommen hat, was damals hieß: nichts, was irgendwie satt macht. In der Not hat er seinen kleinen Hund geschlachtet und den traurigen Braten im Topf geschmort.

Mit Not oder Hunger hat das Schlachtfest in der südchinesischen Stadt Yulin aber rein gar nichts zu tun. Das Hundefleisch-Fest zur Zeit der Sommersonnenwende, dessen Fortführung oft mit seiner angeblichen Tradition begründet wurde, gibt es erst seit 2009 und sollte wohl als Verkaufswerbung der Hundefleischindustrie dienen. Tatsächlich wurden jedes Jahr zur selben Zeit 10.000 Hunde verzehrt. Sie wurden gequält, in rostige Käfige gestopft und später zu Tode geprügelt, vergiftet, lebendig gehäutet, lebend gekocht und gebraten: ein furchterregendes Massaker.

Aber auch in China wird der Protest der Tierschützer immer lauter, in diesem Fall gestützt von internationaler Kritik. „Yulin ist eine Schande für China“, urteilte eine Pekinger Organisation gegen Tierquälerei. Elf Millionen Unterschriften von Menschen aus aller Welt wurden den Behörden in der Hauptstadt vorgelegt, und langsam zeigt der Protest Wirkung. Die Stadt Yulin verbot jetzt Restaurants, Straßenständen und Markthändlern, während des Festes Hundefleisch zu verkaufen.

Außerdem tut sich was im aufkommenden Mittelstand Chinas. Hunde als Haustiere werden immer beliebter, vor allem Pudel und Labradore. Damit einher geht natürlich auch das Nahrungstabu. Obwohl Hundefleisch sowieso nur in einigen Regionen Chinas verzehrt wird. Laut Umfragen haben weniger als 20 Prozent der Chinesen überhaupt schon einmal Hundefleisch gegessen.

Auf Gut Aiderbichl leben unsere Hunde, als Herdentiere, die sie sind, in Hundefamilien zusammen. Betreut von Hundepflegern, die sie wie Herrchen oder Frauchen liebevoll und persönlich umsorgen. Sie alle haben schwierige Zeiten überdauert, manche waren Laborhunde, andere mussten als Streuner leben oder wurden einfach ausgesetzt. Wieder andere verloren ihr Zuhause durch Krankheit oder Tod ihrer Besitzer und kamen durch die Tierabsicherung zu uns. Sie alle haben jetzt ein neues Zuhause. Auf Aiderbichl können sie zählen.

<< Zurück