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Schnatter, Schnatter, Schnatter...

... grüßen unsere Gänse und Enten

 

Am Anfang der Welt soll es eine Insel gegeben haben, auf der ein Ei lag. Daraus schlüpfte der Sonnengott und flog als Gans davon. Gänse wurden schon zu Roms Zeiten sehr gerne gegessen oder in Kunstwerken verewigt. Unsere schnatternden Freunde erscheinen auf Münzen, Vasen oder Schiffen.
Fast jeder von uns hat schon einmal ein „Zwickerbussi“, ich nenn sie „Liebeszwickerchen“, von einer Gans bekommen. Auch die Aiderbichler Gänse machen diesbezüglich keine Ausnahme. Lassen Sie mich nun ein paar interessante Dinge über die Gans erzählen …

Wenn Sie zur Mensch-Tier-Kapelle Richtung Kapelle spazieren, gehen Sie direkt auf den kleinen Teich für die Enten und Gänse zu. Am Rand stehen die Appartementhäuschen der Schnattertiere, in denen sie am Abend untergebracht werden, damit sie der Fuchs nicht „entführen“ kann. Gänse haben für mich etwas Magisches, nach wie vor kann ich ihre Körpersprache noch nicht richtig deuten. Was erschwert die Sache? Ihre Augen scheinen einfach zu starren, man sieht ihre Ohren nicht, der Schnabel ist meistens geschlossen, je offener er wird, desto mehr ist die Gans auf „Angriff“ und dann ist es besser, ihr auszuweichen.

Gänse sollen niemals alleine gehalten werden, sie vereinsamen und sterben innerhalb kürzester Zeit. Sie sind natürlich nicht dumm, wie wir Menschen sehr oft denken. Wir betiteln unsere Mitmenschen manchmal mit tierischen Schimpfworten, jedoch ist „Dumme Gans“ unangebracht, weil sie, wie alle Tiere, hochintelligent und sehr sensibel ist.

 

Die Geschichte der Gans

Von jeher gilt die Gans als Nutztier und den Gänsen wurden früher auch heilende Kräfte zugschrieben. Im 16. Jahrhundert beschrieb der Schweizer Gelehrte Conrad Gesner, dass beispielsweise Gänsekot als Medizin gegen Skorbut, Gelb- oder Wassersucht verabreicht wurde. Geräucherter Gänsekot vertreibt angeblich auch böse Geister und helfe gegen Schlafsucht und Verstopfung.

Gegen all diese Krankheiten gibt es heutzutage Medikamente. In der Gegenwart steht der Verkauf von wärmenden Federn und Daunen an oberster Stelle. Zum Großteil werden in vielen Ländern die Federn bei lebendigem Leib ausgerupft – verstehen Sie das? All das, damit die Menschen Daunenjacken, Daunenmäntel oder Daunenbettwäsche kaufen können. Macht es da Spaß, eine Daunenjacke zu tragen? In Daunenbettwäsche zu schlafen? Ich würde jedes Mal das Schreien der Gans hören. Lassen wir uns Menschen die Haare bei lebendigem Leib ausreißen, um Perücken anzufertigen? Warum wird derlei Quälerei ohne Nachzudenken gemacht? Weil es ein Tier ist? Weil es sich nicht wehren kann gegen die menschlichen Grausamkeiten?

Haben Sie jemals von der Herstellung der Gänseleberpastete gehört? Bei meinen Recherchen musste ich zwischendurch aufhören zu lesen. Es zieht mir das Herz zusammen und verkrampft sich der Magen. Mit Grauen denke ich daran, dass in ein paar Tagen der Martinstag kommt, der Sterbetag für viele gemästete Gänse. Vielleicht kann ich einige Menschen noch umstimmen, und sie essen keine Gänseleber und Gänsekeulen an diesem Tag?

Ungefähr einen Monat vor der Schlachtung werden die Mastgänse bis zu viermal täglich zwangsernährt. Bei vollem Bewusstsein wird mittels eines Metallrohres der Futterbrei aus 95% Mais und 5% Schweinefett und Salz (damit die Tiere mehr Wasser trinken) in den Magen gepumpt. Manchmal passiert es, dass der Druck zu groß ist, und die Speiseröhre, der Kropf und ein Teil des Magens reißen, und die Gans stirbt. Wenn man das weiß, schmeckt einem die Gans mit Blaukraut und Knödel noch?
Die Stopfmast ist eine der grauenhaftesten Methoden, um die „Foie Gras“ – Gänseleber – herzustellen. Gegen Ende der Zwangsmast ist es in der Gänsehalle still, totenstill. Die Gänse können sich nicht mehr bewegen und haben Schmerzen beim Atmen, weil die fette Leber auf die Lunge drückt. Sie schnappen nach Luft durch den halbgeöffneten Schnabel.

Unsere Gänse lieben es, sich frei auf Gut Aiderbichl bewegen zu können und die Gäste zu beobachten.

 

Meine Erlebnisse mit Max der Höckergans

Gänse gehören seit vielen Jahren zu meinen Freunden. Mein bester Gansfreund, Max, ist leider verstorben, mit fast 14 Jahren. Max war eine grau-braune Höckergans und Maxime, ebenfalls eine Höckergans, war seine Partnerin. Gänse haben ihre Partner auf Lebenszeit. Für Maxime war Max bereits der zweite Partner, was uns zeigt, dass eine Gans nach dem Tod des Partners nicht alleine weiterleben will.

Höckergänse haben einen Stirnhöcker auf dem Oberschnabel. Bei den Männchen ist er stärker ausgeprägt, als bei den weiblichen Tieren. – Die Höckergans hat einen schwanenartig gebogenen, langen Hals und eine sehr stolze, aufrechte Haltung. Sie harmonieren auch problemlos im Zusammenleben mit den Hausgänsen, die übrigens von den Graugänsen abstammen.

Zu Max zog es mich besonders hin. Ich rief ihn mehrere Wochen lang mit sanfter Stimme „Max, hallo. Geht’s dir gut?“. Maxime schaute mich sogleich skeptisch aus ihren Augenwinkeln an. „Was will die schon wieder von meinem Max?“. Mein Säuseln war erfolgreich und Max blieb nun immer stehen und schnatterte „Gut, danke, wie geht es dir?“. Max legte sein Köpfchen schief und watschelte langsam auf mich zu. Es ist nicht zu glauben: er senkte Kopf und Hals und wollte gestreichelt werden. Minutenlang lies ich meine Hand über seine weichen, seidigen Federn gleiten. Einfach schön und für mich anfangs unglaublich.

Unsere Maxime auf dem Weg zu ihrem geliebten Wasser.

 

Gänse können sich verlieben

Die Forschung hat gezeigt, dass sich eine Gans in einen Gegenstand und in Menschen verlieben können. Ich durfte erleben, wie sich eine verliebte Gans verhält.
Wenn ich mit den Gästen Richtung Hirschgehege spazierte und Max meine Stimme hörte, fing er an, in meine Richtung zu watscheln. Wenn er dann bei mir war, begann das Zeremoniell: ich hockte mich hin, Max kam zu mir, senkte den Kopf und Hals – also streicheln. Dann ging ich wieder langsam weiter, Max folgte mir und schnatterte. Das hieß „stehen bleiben und nimm mich hoch“. – Max stellte sich auf meine Füße und kraxelte mit meiner Hilfe hoch, ich hielt ihn in meinen Händen und konnte ihn streicheln wie ein Kind. Jetzt, in diesem Moment, wo ich darüber schreibe, fühle ich seine seidenweichen Federn.

In meinem Herzen hat Max einen sonnigen Platz bekommen. Maxime lebt in der Gänsegruppe und läuft einige Meter von mir entfernt mit den Gästen mit. „Sage den Menschen, sie sollen uns nicht essen, nicht so grauenhaft stopfen, sag es ihnen ….“. Ich sitze hier, mit gesenktem Kopf, meine Augen füllen sich mit Tränen. Werden Sie meine Worte erreichen können? Ich denke an Max, Maxime, all die fröhlichen Gänse, die auf den Aiderbichler Höfen leben dürfen.

Am 11.11. ist Martinstag. Ich plädiere an Ihr Herz und Ihren Verstand – Gänse sind wunderbare Tiere, lassen wir sie am Leben.

Ich freue mich auf eine Führung mit Ihnen, herzlichst, Gisela

 

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