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Ohne Rücksicht auf Verluste

 

Schäferhundbesitzer ließ seine Tiere einfach zurück

 

„Mach mit den Hunden, was du willst!“ Mit diesen Worten verabschiedete sich der Besitzer der beiden Schäferhunde „Lucy“ und „Jerry-Lee“ endgültig von der Bildfläche. Seit Februar 2019 waren die Tiere in einem kleinen Gehege in einer niederösterreichischen Gemeinde eingesperrt. Aus persönlichen Gründen zog der Halter Anfang des Jahres von dort weg und kam laut einer tierlieben Anwohnerin nur noch sporadisch vorbei, um die vier und sechs Jahre alten Schäferhunde notdürftig zu versorgen. „Er hatte die Hunde tagelang in einem Gehege sich selbst überlassen, ohne sich um sie zu kümmern und sie zu füttern.“

Weil ihr die Tiere unendlich leidtaten, stellte die Tierfreundin gemeinsam mit zwei weiteren Nachbarn den Hunden Futter und frisches Wasser in ihren kargen Verschlag. Als der Besitzer, den das Schicksal von Lucy und Jerry-Lee augenscheinlich vollkommen kalt ließ, erklärte, dass er noch weiter weg in die Steiermark ziehe und die Hunde nicht mitnehmen würde, wandte sich die Rentnerin in ihrer Not an Gut Aiderbichl.

Allerdings ist es auch für den größten Gnadenhofverbund Europas nicht leicht, aus dem Stehgreif einen Platz für zwei Schäferhunde zu finden, über deren Verhalten dem Menschen gegenüber zunächst nichts bekannt war. Da auf der anderen Seite jedoch feststand, dass Gut Aiderbichl in solch einem tragischen Fall einfach helfen muss, erklärte sich Geschäftsführer Dieter Ehrengruber schnell bereit, die Hunde aufzunehmen. Nach eingehender Prüfung der Kapazitäten und Betreuungsmöglichkeiten für die nach Angaben der Anwohner verstörten und traumatisierten Hunde, fiel die Entscheidung auf Gut Aiderbichl Kärnten.

Nachdem bis zum Tag der Abholung Ende Juli 2019 nicht bekannt war, in welchem Zustand sich die Hunde tatsächlich befinden, war die Erleichterung bei Hundepfleger Hannes Napetschnik wirklich groß. Zunächst etwas vorsichtig ob der ungewohnt vielen Menschen, die sich plötzlich für die zurückgelassenen Schäferhunde interessieren, fassten Lucy und Jerry-Lee schnell Vertrauen zu ihm und seiner Kollegin Gabriele Gratzer. „Man merkt, dass die Hunde es ganz früher wohl mal guthatten und auch die Grundkommandos beherrschen“, sagt Hannes Napetschnik, der sich nach nur wenigen Minuten vor Zuneigungsbekundungen kaum retten konnte. Man merke aber auch, dass dies schon länger her sei.
Glückselig über die freundliche Aufmerksamkeit ihrer neuen Bezugspersonen ließen sich Lucy und Jerry-Lee sehr bereitwillig ihr neues Brustgeschirr anlegen und stiegen ohne zu zögern in das rettende Auto, dass sie in ihr neues Leben transportieren sollte. Sie erweckten den Eindruck als wüssten sie ganz genau, dass jetzt alles gut würde und die Zeit der Einsamkeit endgültig vorbei sein wird.

Wir werden Sie in den kommenden Wochen an dieser Stelle informieren, wie es den treuen Schäferhunden geht, wie sich sich in ihrem neuen Zuhause auf Lebenszeit eingewöhnt haben und wie sie sich entwickelt haben. Nur durch Ihre Unterstützung sind uns solche Rettungsaktionen möglich. Bitte helfen Sie uns weiterhin zu helfen.

 

 

Von Anfang an dicke Freunde: Jerry-Lee (links) und Lucy mit ihren neuen Bezugspersonen

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