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Töten im Urlaub

Erinnern Sie sich noch an Cecil, den Löwen aus Simbabwe, gestorben am 1. Juli 2015? Er war ein Liebling der Touristen im Hwange-Nationalpark, wo er lebte. Und er trug ein Halsband mit einem Peilsender, weil ihn Forscher der Universität Oxford beobachteten. Es sah alles noch ganz gut aus, bis ein US-Amerikanischer Zahnarzt in seinem Urlaub einen Jagdausflug unternahm. Im Dunkeln schoss er mit einer Armbrust auf Cecil. Aber der Pfeil verletzte den Löwen nur. Stunden musste Cecil leiden, bis Jäger das verwundete Tier erreichten und mit einem Gewehr erschossen.

Der Fall machte nicht nur Tierrechtler wütend. Von Cecils Leid und Tod wurde international in den Medien groß berichtet und der Zahnarzt wurde nun selber zum Gejagten: Hasstweets, Morddrohungen, Attacken auf sein Ferienhaus in Florida.

Das konnte natürlich nicht verhindern, dass im Juli 2017 Cecils 6-jähriger Sohn Xanda von einem anderen Trophäenjäger erschossen wurde. Auch im Jahre drei nach Cecil gibt es weiterhin Trophäenjäger, und das Geschäft mit dem Töten auch bedrohter Arten wächst.

Die meisten Großwildjäger kommen aus den USA. Gern nehmen sie Afrikas „Big Five“ ins Visier: Löwen, Nashörner, Elefanten, Leoparden und Wasserbüffel. Sie legen dafür eine große Menge Geld auf den Tisch. In Südafrika ist die professionelle Trophäenjagd ein millionenschweres Geschäft und nimmt sich doch aus wie scheußliches Überbleibsel aus der Kolonialzeit, wobei manchen wohlhabenden Hobbyjägern, die am liebsten die Stärksten und Gesündesten Tiere erlegen wollen, ihre Opfer vor die Flinten getrieben werden müssen. Der Abschuss eines Leoparden zum Beispiel kostet um die 5.000€.

Tiere töten als Freizeitvergnügen im Jahresurlaub ist gar nicht so selten. 30.000 bis 50.000 Deutsche gehen auf Fährtensuche, pirschen sich an und töten Wild zu ihrer Entspannung. Dabei geht es aber meistens um Rehe, Hirsche, Wildschweine und Vögel im europäischen Ausland, seltener um Großwild.

Als damals die Tötung des Löwen Cecil durch die Medien ging, kamen in der Folgezeit deutlich weniger Großwildjäger nach Simbabwe. Dadurch erlitt das Land große finanzielle Einbußen und es kam zu einer Löwen-Überpopulation. Diese Folge wurde als „Cecil-Effekt“ bezeichnet.

Und da sind wir dann direkt beim Streitpunkt. Dass es unethisch ist, nur zum Erwerb einer Trophäe Tiere zu töten, darüber sollte Einigkeit herrschen. Aber da ist dann noch die Sache mit dem „Cecil-Effekt“, durch den sich die Jagd als notwendiges Übel darstellt, vorausgesetzt, sie dient, professionell und streng quotiert, der Bestandsregulierung und die Tiere erscheinen der Bevölkerung wegen ihres wirtschaftliches Wertes plötzlich als schützenswert. „Jagd, so sehr die Leute sie auch verabscheuen mögen, hat ihren Platz im Naturschutz“, sagt der Löwenforscher aus Oxford, der Cecil das Band angelegt hatte. Darüber kann man streiten, darüber gerät man mindestens in eine Gewissensnot. Wobei man aber nicht aus den Augen verlieren sollte, dass das eigentliche Problem nicht die Großwildjäger sind, sondern die Großwildwilderer. Aber das nicht nochmal ein ganz anderes Problem.

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