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Aus der Sicht einer Aiderbichlerin

Zum 08. September - Welttag der verstorbenen Haustiere

 

Ich erinnere mich an viele gerettete Tiere, die auf den Gnadenhöfen von Gut Aiderbichl ein neues Zuhause gefunden haben und möchte Ihnen heute von einigen „tierischen“ Wegbegleitern erzählen, nach denen viele regelmäßige Besucher von Gut Aiderbichl im Laufe einer Führung immer wieder fragen.

Viele verstorbene Pferde, Esel, Hunde oder Schweine die Gut Aiderbichl retten durfte, kommen mir in den Sinn, wenn ich am Hof mit den Gästen meine Runden drehe: Norman, der schöne Noriker, Bieni, eine Ziege, die als Versuchstier für Veterinärstudenten diente, Etsi, eine griechische Eselin, die mit fast 50 Jahren eingeschlafen ist, Batis, ebenfalls eine Eselin, die uns am Heiligen Abend 2018 verlassen hat, Nana, eine wunderschöne Epagneule Breton Hündin, die mich an meine Grace erinnerte, Janko, ein wunderhübscher, lebensfroher Schwarzflecknoriker, Pinot Grigio, ein Hannoveraner, Stockmaß 1,98 m, der uns 2019 verließ, Kibib, der Fuchs aus dem Versuchslabor für die Pelzindustrie und: Yvonne, die wir schweren Herzens vor ein paar Tagen gehen lassen mussten. Und viele andere Tiere, deren Lebenskerze auf unseren Höfen erloschen ist. Nicht zu vergessen, alle Haustiere, die bei Millionen Menschen lebten und deren Leben mit Liebe erfüllt haben.

Als ich vor einigen Jahren meinen Job als Führerin in Henndorf begonnen habe, traf mich immer ein sanftes Lächeln von Michael Aufhauser, wenn er auch gerade durch die Pferdestallgasse spazierte und ich dort mit Gästen unterwegs war. Ich ging in der Mitte der Stallgasse, weil ich Angst hatte vor den großen Pferden. Irgendwann meinte er: „Mädl, beobachte die Stellung der Ohren, sind die Nüstern offen, dann mögen sie dich riechen, sind sie zu, dann lass das Pferd. Nähere dich ihnen seitlich, und sprich zu ihnen mit sanfter Stimme, schau mal, da ist Larry, lerne an ihm und vergiss deine Angst….“.

Larry wurde also mein Pferdelehrmeister, der mir mit seiner Pferde-Körpersprache lehrte, was Pferde gerne mögen, und was man lieber bleiben lassen soll. Larry ist nach wie vor mein Lehrer.

Irgendwann verliebte ich mich in Norman. Ein herrlicher Noriker mit toller Mähne aber kranker Hüfte. Er stand sehr stolz und stets mit erhobenem Kopf im Pferdestall zur Terrasse hin. Ein Pferd zum Verlieben. Viele Monate tastete ich mich zu Norman vor, bis ich meine Angst vergessen konnte. Er liebte es, wenn ich seine Beine mit dem T-Touch massierte und man glaubt es nicht, er hat mir einmal das rechte und dann das linke Bein für die Massage hochgehoben und so signalisiert: „hier bitte!“. Immer kleiner wurde die Angst vor Pferden und immer größer die Liebe zu ihnen. Nach einem meiner freien Tage kam ich aufs Gut und Norman war tot. Tränenüberströmt ging ich zu ihm, hob die Decke, streichelte seinen Kopf, seine Nüstern, die Beine. Ich legte Blumen auf seinen Körper, deckte ihn wieder zu und weinte. Und wissen Sie, was passiert ist? In dieser Nacht träumte ich von Norman. Er stand auf einem hohen Hügel, umgeben von saftigen Wiesen, seine Augen leuchteten, seine blonde Mähne wehte im Wind. Stolz und aufrecht sagte Norman in diesem Traum „Adieu“ zu mir und: „Denk an die vielen Pferde, denen Deine Streicheleinheiten auch gut tun werden…“.

Bieni, die Ziege aus dem Versuch, drehte von früh bis abends ihre Runden am Hof bis ihr Leben zu Ende ging. Bieni hatte einen schiefen Hals. An einer Stelle sah er aus, als hätte sie eine Biene gestochen. Der Grund für die Krümmung war eine nicht korrekt gesetzte Spritze eines Veterinärstudenten. Er traf einen Nerv, so verkrümmte sich der Hals. Die Menschen haben sie geliebt. Bieni wusste, dass sie eine Persönlichkeit war, ihre Augen sprachen mit den Augen der Menschen, sie hatte immer ein Lächeln im Gesicht. Bieni war einfach immer präsent. Irgendwann kamen Schmerzen, Gleichgewichtsprobleme usw. Wir mussten sie schweren Herzens erlösen.

Ich erinnere mich an Nana, eine schüchterne Epagneule Breton, weiß-braun gefärbt, keine Muskeln an der Hüfte. Was war passiert? Urlauber hatten sie in Italien entdeckt, eingesperrt in einem Hasenkäfig. Sie kam nach Gut Aiderbichl. Als ich sie das erste Mal sah, flossen die Tränen, Grace, meine eigene verstorbene Hündin schaute mich aus Nanas Augen an.

Grace, auch eine Epagneule Breton und mit demselben sanften Wesen wie Nana, hatte ich aus Spanien bringen lassen. Sie war einer der vielen ausgesetzten Hunde nach der Jagdsaison. Grace wurde mir eine treue, liebevolle Begleiterin, bis zu ihrem Schlaganfall. Der Arzt hörte das Herz fast nicht mehr schlagen, ich wusste, was ich zulassen musste. Sie lag da in ihrem Korb, zugedeckt mit ihrer Lieblingsdecke, die Augen waren schon weit weg. Ich streichelte sie, musste mich entscheiden: das Leben um ein paar Wochen mit Medikamenten verlängern oder erlösen? Der Tierarzt ließ mich allein. Ich durfte nicht weinen, Grace hatte jahrelang meine Tränen weggeschleckt, sie konnte es nun nicht mehr, weil sie keine Kraft mehr hatte – sie durfte gehen. Täglich geht sie mit mir in Gedanken spazieren, wenn ich mit meinem Donald auf der Freilaufwiese bin. Seit Jahren höre ich noch immer ihr Hecheln, sehe ich ihr Lächeln. Zwei geschundene „Hundemädchen“, die in meinen Gedanken weiterleben.

Hündin Nana

Batis, eine griechische Eselin, zäh und stark, wie Esel halt so sind. Ein struppiges hellgraues Fell hatte sie die letzten Jahre, manchmal war sie grantig. Sie lächelte und war glücklich, wenn sie die Banane roch, die ich ihr in der Früh immer brachte. Kleine Stückchen und gut kauen, das war ihre Devise. Wenn sie im Freilauf war, brachte ich ihr frisches Wasser, damit sie ja genug Flüssigkeit bekam. Wenn der Tierarzt im letzten Jahr zum Eselstall einbog, hatte ich immer Angst, dass sie „geht“. Wir alle wussten, dass ihre Tage gezählt sind. Am Tag des Heiligen Abend 2018 verstarb unsere Batis. Sie ist nun im Eselhimmel und schaut mit Sika, Etsi und Akis und allen Eselchen, die vor ihr gegangen sind, herunter auf die Erde.

Vor einigen Tagen blieb uns Aiderbichlern der Atem stehen. Yvonne, die berühmteste Kuh der Welt musste erlöst werden. Ich kann mich noch erinnern, wie sie 2011 alle an der Nase herumgeführt hatte. Einen riesengroßen Wald mussten wir nach ihr durchsuchen. Wir freuten uns über frisch dampfende Kuhfladen und dachten, da muss sie jetzt ja wohl irgendwo sein, die kluge Ausreißerin. Nein, sie war schon wieder weg. Sie lebte nun viele Jahre mit ihren Kälbern in Deggendorf. Wir sind schockiert und fragen "Warum?" treffen manchmal Ereignisse ein, mit denen man nicht rechnen kann?

Kuh Yvonne

Ich habe von Michael Aufhauser gelernt: wir dürfen nicht egoistisch sein, wenn der Moment kommt, wo das Lebenslicht anfängt zu flackern. Wir müssen loslassen, wir müssen sie gehen lassen, damit ihre Seele Ruhe findet und die Tiere nicht leiden müssen.

In den Augen sterbender Tiere steht: lass mich gehen und vergiss nicht die vielen Tiere, die auf Deine Liebe warten. Nicht wegsehen, hinsehen, den Tieren helfen, und nicht an der Trauer verbittern.

Diese Kraft wünsche ich Ihnen und freue mich auf eine Führung mit Ihnen, herzlichst, Gisela

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