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So lebt der Fuchs im Winter

Elli und Stella freuen sich auf den Frühling

Aus der Sicht einer Aiderbichlerin

(geschrieben von Gisela Pschenitschnig)

Im Fuchsgehege des Begegnungshofes Gut Aiderbichl in Henndorf leben zwei Füchse: Elli (bald 13 Jahre) und Stella (bald 5 Jahre).
Anhand dieser beiden Fällen können wir viel Wissenswertes über den Fuchs im Allgemeinen lernen, und den Besuchern über die Eigenarten des Wildtieres Fuchs erzählen.
Gut Aiderbichl gibt den Füchsen lebenslangen Schutz. Sie leben in einem nachgebauten Fuchsbau und wir denken, dass die Tiere glücklich und zufrieden sind. Elli und Stella haben uns Menschen von klein auf als Freunde kennengelernt, trotzdem wissen wir, dass sie immer Wildtiere mit spitzen Zähnchen bleiben werden.

Weitere gerettete Füchse leben in der Nähe des Affenrefugiums auf Gut Aiderbichl in Gänserndorf. Dort leben Finn, Florian, Julia, Jumper, Vulpi und wie sie alle heißen, in großen Gehegen. Sie waren Menschen zugelaufen oder hatten keine Fuchs-Mama mehr.

Elli verdankt ihre Rettung den Kindern eines Försters

Ein Förster fand die kleine Elli mutterseelenalleine im Wald. Damals war sie wohl auch erst ein paar Wochen alt. Ob Ellis Mutter etwas zugestoßen ist, oder ob sich der Fuchswelpe verirrt hatte, konnten wir nicht erfahren.
Die Kinder des Försters fütterten den Welpen im Zweistundentakt, und nach den Ferien wurde die kleine Elli nach Gut Aiderbichl gebracht. Heute ist sie die Beschützerin von Stella geworden – die beiden haben sich von Anfang an sehr gut verstanden.

Stella wurde von einer Bauernfamilie entdeckt

Die Fähe hatte Stella wohl abgelegt, weil sie ein Handicap hat. Die vorderen Beinchen waren o-förmig. Die kleine Stella kämpfte wie eine Löwin und nahm die medizinisch-therapeutischen Behandlungen dankend an. So kam sie ja auch immer zu einem frischen Ei, in das wichtige Stoffe für ihre Beinchen eingemischt waren. Stündlich wurde Stella von unserer Anna gefüttert – und zwar 24 Stunden lang. Es hat sich gelohnt. Die Beinchen sind gerade gewachsen.
Auswildern wäre trotz allem keine gute Sache, weil an Stella der Menschengeruch ist, und weil der schlaue Fuchs im Wald instinktiv spüren würde, dass Stella ein Handicap hat.

Stella ist eine Schönheit. Sie ist unheimlich klug, so, wie Füchse das wohl allgemein sind. Stella liebt Honig und – eigenartigerweise – die Menschen. Sie ist den Menschen von klein auf gewöhnt. Wenn sie jemanden nicht in ihrem Fuchsbau haben will, zeigt sie das knallhart. Sie dreht sich weg und fängt an zu “maulen”.

Die Füchse im Winter

Ende August findet beim heimischen Fuchs der Fellwechsel statt. Das Winterfell wird dicht und lang, außer an den Beinchen, damit Schnee und Schmutz nicht haften bleiben. Trotzdem gibt es keine kalten Fuchs-Füße. Ähnlich wie Hunde, verfügen die Füchse über einen Wärmeaustausch-Mechanismus, dh., dass kaltes Blut aus den Pfoten beim Zurückfließen in den Venen erwärmt wird. So wird die Körpertemperatur stabil gehalten.

Im Juni des folgenden Jahres beginnt der Fellwechsel für die warmen Monate. Die Haare sind kürzer und die erste Zeit sehen die Füchse dann ein wenig rupfig aus.

Zwischen Dezember und Februar streifen die Fuchsrüden durch die Wälder und suchen nach einer Fähe. Die Paarungszeit ist eine laute Zeit im Wald: die Füchse bellen, kreischen und schreien.

Nach ungefähr 55 Tagen, also zwischen März und April, kommen die Welpen. Wenn es recht kalt ist, schützen die Fuchseltern ihren Nachwuchs im Fuchsbau. Der Fuchsbau ist ihre “Wohnung auf Lebenszeit”, die nur dann verlassen wird, wenn der Mensch und freilaufende Haustiere oder sonstige natürliche Feinde das Leben des Fuchses stören. Die Fähe nimmt dann ihre Alpha-Jungen und trägt sie zu einem neuen Zuhause, die schwächeren Tiere bleiben zurück. Das ist der Lauf der Natur.

Der Fuchs ist die wichtige Polizei im Wald

Ob Sommer oder Winter, der Beruf des Fuchses ist der eines Polizisten. Durch sie wird der Wald gepflegt, wird Aas von den Straßen beispielsweise entfernt. Er ernährt sich von Würmern, Mäusen – von allem, das er leicht erreichen kann. Bevor der Winter kommt, vergräbt er seine Beuten in der Erde, um gut über die kalten Monate zu kommen.
Jeder kluge Jäger weiß, dass ein Fuchsbau in seinem Wald wichtig ist. Hier wohnt die Polizei und hilft ihm bei der Säuberung des Waldes.

Wintercheck bei den Aiderbichler Füchsen

Unsere Elli ist mit ihren 13 Jahren schon einige Zeit über ihrem natürlichen Alter. Unlängst machte Anna einen „Gesundheitscheck“: wie läuft Elli, war zum Beispiel die Frage. Diagnose: trotz des hohen Alters ist ihre Bewegungsfreiheit gut gegeben und was sie auch mag: besonders viel kuscheln bei Anna, die die beiden Füchse über alles respektiert und liebt.

Mein Fuchs war wie hunderttausend andere auch. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig in der Welt

~Antoine de Saint Exupéry

Und eines noch: der Pelz des Tieres gehört auf seinen Körper. Herzlichst, Ihre Gisela

Detailaufnahme eines roten Fuchses mit markantem Gesicht und dichtem Fell, vor unscharfem Hintergrund.
bei uns zuhause

Fuchs Stella

Rotfuchs

Stella wurde als Fuchswelpe gefunden. Sie war schwach und hatte Bisswunden am Körper. Anna Pieringer, unsere Fuchsmama, fütterte und versorgte Stella. Fortan wurde das kleine Fuchskind alle zwei Stunden mit der Flasche gefüttert und gesundgepflegt. Lange Zeit sah es nicht gut für unsere kleine Fuchsdame aus. Stella, die ihren Mut und Ihr Löwenherz schon einmal bewiesen hat, wollte nicht aufgeben und kämpfte sich zurück ins Leben. Dank der Liebe und Fürsorge des Aiderbichler-Teams wurde aus dem kranken, schwächlichen Fuchskind eine stattliche Fähe, die ihren „Prinzessinen-Status“ noch lange nicht aufgeben will.

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