Kater Oreo

Kater Oreo

versteht die Welt nicht mehr

An einem heißen Julitag entdeckte eine junge Frau eine kleine, schwarz-weiße Katze am Straßenrand in der Nähe von Gut Aiderbichl Henndorf. Dieser Tag sollte wohl ein Schicksalstag für die junge Katze werden.

Die Frage war vor allem, warum läuft eine ungefähr acht Wochen alte Katze mutterseelenalleine am Straßenrand umher? Es gibt wohl nur eine Antwort darauf: es war anzunehmen, dass die Katze ausgesetzt worden war. Weit und breit war keine Katzenmama oder ein Geschwisterchen zu finden…

Oreo spazierte anfangs kränklich durch sein junges Leben

Er hatte viele winzigkleine Begleiter – Flöhe. Oreo hatte auch Ohrmilben und stark tränende Augen.

„Ach, es ist schon ein Jammer. Ich mach mich halt auf den Weg. Meine Mama? Keine Ahnung, wo die ist. Jetzt schau ich halt mal hier entlang der Straße, ob ich was für meinen knurrenden Magen zum Fressen finde. Irgendwie mag ich das aber alles nicht…Plastikflaschen, Dosen, Zigarettenstummel …. Komisch, die Menschen. Ich hätte so gerne Katzenmama-Milch. Aber irgendwie find ich hier keine.“

Oreo wurde von der jungen Dame an eine Tierpflegerin übergeben. Das Kätzchen füllte gerade mal ihre Hand aus, so winzig und mager war der kleine schwarz-weiße Kater. Erst einmal wurde die Waage hergerichtet, um zu wissen, wieviel der Kleine wog. Und dann mussten die Milben und die tränenden Augen behandelt werden.

„Hallo Mensch, du bist doch sowas wie ein Mensch, oder? Eine Katze bist du nicht. Du hast keine Krallen, aber sehr weiche Hände. Und schön warm ist es hier.
Mein Bauch ist so leer, gibt es vielleicht was zum Essen? …. Oh, was ist das jetzt. Ah, irgendwas wird mit meinen Ohren gemacht. Eigentlich ganz angenehm. Passt schon“.

Nach der Pflege und medizinischen Versorgung wurde Oreo gefüttert und man merkte, dass der kleine Schnurrkater wohl einen fürchterlichen Hunger hatte.

„Bauchmassage, och, das ist aber sehr angenehm. Ich merke, dass ich irgendwie sehr …. müde werde. Was ist das jetzt? Uichen, so eine schöne, weiche Decke. Ah, das ist so wohlig-warm hier. Jetzt kann ich endlich schlafen, weil hier ist ja auch ein Mensch, der auf mich aufpasst.“

Der kleine Oreo hat sich toll entwickelt und war ganz bald kerngesund.

Katzen haben ein Gespür dafür, wo es ihnen gut geht

Oreo war nun gesund, er musste nicht mehr auf der Straße leben. Trotzdem hatten wir den Eindruck, dass der Kater etwas suchte. Er wollte es nicht gerne, wenn die Tierpflegerinnen aus dem Katzenzimmer gingen. Oreo wollte zu einer Familie – das war die Lösung. Und es hat sich eine wunderbare Menschenfamilie gefunden, bei der Oreo nun einen Sonderpflegeplatz gefunden hat und glücklich und zufrieden leben kann.

2 Minuten Zeit – Versuchen Sie sich in ein Lebewesen hineinzuversetzen

Das, was Tiere, die wir Menschen domestiziert haben, nicht verdient haben, ist, dass wir sie aussetzen. Oreo und viele andere Samtpfötchen, die sogar am Parkplatz von Gut Aiderbichl Henndorf ausgesetzt wurden, wollten bei ihren Menschen bleiben. Das Leben mit den Mitgeschöpfen, ob Mensch oder Tier, ist wie ein großes Puzzle: jedes Teilchen hat eine Lebensberechtigung und muss respektvoll behandelt werden.

Wir werden immer bekannt sein für die Spuren, die wir hinterlassen (Dakota) – ist es nicht so, dass es schön ist, gute Spuren zu hinterlassen?
Herzlichst, Ihre Gisela

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