Schäferhund Jimmy

entkam dem Tod in letzter Sekunde

(geschrieben von Gisela Pschenitschnig)

Jimmy entkam dem Tod in letzter Sekunde, denn der Veterinär sagte „nein“ zur Euthanasie des jungen, gesunden Hundes.
Die Besitzerin brachte Jimmy in die Tierklinik, um ihn einschläfern zu lassen. Nicht, weil Jimmy unheilbar krank war und an Schmerzen litt, nicht weil er alt war. Er sollte eingeschläfert werden, weil er ins Haus machte. Die Tierklinik rief sofort auf Gut Aiderbichl Henndorf an, und bat dringend um die Aufnahme von Jimmy. Vorher wurde er noch gründlich untersucht. Er scheint kerngesund zu sein. Jimmys Fell war jedoch so ungepflegt und verfilzt, dass es von der Hüfte bis zur Mitte der Wirbelsäule abrasiert werden musste.

Nehmen Sie sich zwei Minuten Zeit, um mit mir nachzudenken …

Es geht um Menschlichkeit für Tiere. Tiere sind keine Sachen. Sie sind Mitgeschöpfe, und wir tragen für sie Verantwortung. Aber wie verhalten wir uns? Tausende von geretteten Tieren haben auf Gut Aiderbichl eine neue Heimat gefunden. Wie unmenschlich und zynisch geht man eigentlich mit Leben um? Wie wir mit den Tieren umgehen, so gehen wir im Notfall auch mit Menschen um. Wir erzählen die Schicksale der geretteten Tiere. Wir erzählen nicht immer „schöne“ Geschichten. Wir wollen auch immer Hoffnung signalisieren: Wir werden bald alles besser machen, denn es gibt Hoffnung.
Tiere sind wehrlos, sie schießen nicht zurück, sie sperren uns nicht ein, sie lassen uns nicht schlachten. Sie sind nicht gleichgültig oder zynisch. Im Umgang mit den Tieren erkennt man den Zustand einer Gesellschaft. Ob sie noch über Werte wie Toleranz, Verantwortung und Nächstenliebe verfügt. Auf der Erdkugel gibt es die Ozeane, die Vegetation, lebende Mitgeschöpfe wie Tiere und Menschen. Wir alle sind eins.

Jimmy lernt gerade Glück und Liebe kennen

Jimmy lernt gerade Glück und Liebe kennen

Jimmys trostloses Leben beschreitet einen neuen Weg auf Gut Aiderbichl in Kärnten. Markus, der Gutsverwalter, und seine Mitarbeiter nähern sich Jimmys Seele behutsam, einfühlsam und vor allem mit viel Liebe. Jimmy bekommt die Aufmerksamkeit, die er in den letzten fünf Jahren nicht bekommen hat. Er fiepst vor Freude, wenn die Pfleger mit dem Futter kommen, wenn sie sein Fell pflegen, mit ihm spielen oder kuscheln, oder ausgiebige Gassi-Spaziergänge mit dem neuen Schützling unternehmen.
Vielleicht ist Jimmy manchmal ein wenig stürmisch, er ist sehr lernwillig und verträgt sich bestens mit den Artgenossen.

Er ist so dankbar für jede Streicheleinheit, die er bekommt. Für freundliche Worte, dann hält er seinen Kopf aufmerksam seitlich und hört zu. Seit ein paar Wochen ist Jimmy bei uns und nun haben wir den Eindruck, dass der Jimmy sogar zum Lächeln anfängt. Seine Augen strahlen, er ist sehr aufmerksam und liebt uns Menschen. Wieder einmal zeigt uns ein Tier, dass, egal, was ihm geschieht, es immer bereit ist, den Menschen zu verzeihen.

Jimmy im neuen Glanz

Das Fell ist fast wieder nachgewachsen und glänzt, die Augen strahlen und sein freudiges Fiepsen beweist seine Lebensfreude. Er hat sich einen Menschen oder eine Familie verdient, die ihn liebt und als Familienmitglied aufnimmt. Jimmy kann dafür kein Geld bezahlen. Ihre Liebe wird mit Zuwendung und Freude und den treuesten Hundeaugen der Welt belohnt werden.

Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation, kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.

– Mahatma Gandhi

Jimmy braucht den Kontakt, die Ansprache und die Führung eines tierlieben Menschen.

 

Herzlichst,

Ihre Gisela

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