
Peppa und Leopold
Zwei Schweine im Glück
Aus der Sicht einer Aiderbichlerin
(geschrieben von Gisela Pschenitschnig)
Die Faszination für Schweine ist unumstritten. Der große Schweinepalast am Begegnungshof von Gut Aiderbichl in Henndorf ist wie ein Magnet für viele Besucher. Da liegen sie: große Hausschweine, kleine Hängebauchschweine, Schweine, die früher in Mastbetrieben lebten, Schweine aus dem Versuch und Schweine, die Spielkameraden von anderen Tieren gewesen sein sollen und auch solche, die zu Therapiezwecken gehalten wurden, wie unsere Mrs. Piggy und deren Sohn Wutz.
Am Begegnungshof von Gut Aiderbichl Iffeldorf leben seit ein paar Wochen Peppa und Leopold. Peppa war als Kümmerling geboren worden, und Leopold wurde auf einem Geflügelmarkt als Spanferkel verlost. Beide konnten ihrer letzten Bestimmung aufgrund aufmerksamer und tierlieber Menschen vor dem sicheren Tod gerettet werden.

Peppa, ein Deutsches Edelschwein
Gleich nach der Geburt schon war zu sehen, dass Peppa eher tot als noch lebendig war. In einem Mastbetrieb geboren, wurde sie dann von einer tierlieben Dame übernommen, wurde doch kräftiger und wuchs auch.
Nun war Peppa zu groß geworden, und konnte nicht bei ihrer Retterin bleiben. Die Nachbarn, in deren Betrieb Peppa geboren worden war, schauten eher immer argwöhnisch und waren über die ganze Situation nicht sehr glücklich.
Peppa jedoch war das Gequängel egal. Sie zeigte sich quietschvergnügt und zufrieden mit ihrem geretteten Leben.
Die Liebe zu Peppa dem Schwein siegte. Gut Aiderbichl Iffeldorf hatte Platz für Peppa, und dort lebt sie nun glücklich, wurde geimpft und untersucht. Alles gut. Ihr neuer Freund übrigens ist ein paar Wochen jünger als Peppa und heißt …

Leopold
Leopold wurde verlost und wäre ursprünglich als Spanferkel geendet. Leopold war erst ein paar Wochen alt, als er auf einem Geflügelmarkt als Hauptpreis ausgestellt worden war. Zuvor fristete er ein tristes und dem Tode geweihtes Leben in einem Schweinehaltungsbetrieb mit einem der Überlieferung nach äußerst gefühlskalten Halter. Er wurde auf dem Geflügelmarkt verlost. Die Gewinner konnten ihn jedoch mangels Unterbringungsmöglichkeit nicht aufnehmen und verschenkten ihn deshalb noch am Markttag gleich an einen Kleinlandwirt weiter, der Leopold nach wenigen Monaten Mast schlachten wollte. Ein Besucher des Geflügelmarktes bekam das alles zufällig mit, sah den in einer geöffneten Kofferraum-Ladefläche am ganzen Körper vor Angst zitternden und mit verzweifelnden Augen flehenden Leopold eingesperrt in einem Holzkasten, kaufte ihn dann kurz darauf vom Kleinlandwirt frei und brachte ihn persönlich mit seiner Schwester nach Gut Aiderbichl in Iffeldorf. Und so fand Leopold ab März 2024 sein neues und glückliches Zuhause im Begegnungshof von Gut Aiderbichl in Iffeldorf und lernte dort seinen Artgenossen Alfred kennen, der ziemlich ähnlich als „Verlosungsschwein“ auf einem Jahrmarkt kurz darauf getötet hätte werden sollen und in letzter Minute gerettet wurde. Die zwischenzeitlich unzertrennlichen Freunde genießen ihr freies Leben nunmehr auf dem Gut Aiderbichl in Kärnten.

„Mensch Leute, das war ja alles elendig schlimm. Das Verrückteste war ja wohl, dass ich als Schwein auf einem Geflügelmarkt ausgestellt war. Und ich sollte verlost werden. Was wäre wohl mit mir geschehen? Wahrscheinlich hätte ich als Spanferkel auf irgendeiner Grillfeier geendet! Gar nicht auszudenken.
Wisst ihr Leute, wir Schweine sind hochintelligente Tiere. Denkt darüber einmal jemand nach? Wir sind mindestens so klug wie die Menschenaffen und somit so klug wie der Mensch. Aber, wer möchte das schon glauben? Tiere und klug.
Wir Schweine verstehen unseren Namen, wir freuen uns, und wir können leiden. Wenn wir leiden, werden wir laut – das sind dann jene Situationen, wo kein Mensch mehr ein Wort akustisch verstehen kann, weil unser Schreien und Oinken alles übertönt.
Ich habe verstanden, dass es um mich, um es auf gut Bayrisch zu sagen „ein echtes G‘riss“ war. Tja, ich bin froh, dass mir liebe Menschen mein Schweineleben gerettet haben. Ehrlich!“
Ich glaube, es fiele mir nicht schwer, unter Tieren zu leben. Sie sind so still und genügsam. Lange kann ich dabei verweilen, ihnen zuzusehen. Sie rackern sich nicht ab, sie jammern nicht, wie schlecht sie dran sind. (…) Keines hat einen Ruf zu verlieren, keines von ihnen ist unglücklich über diese Welt.
— Walt Whitman, US-amerikanischer Dichter 1819–1892
Peppa und Leopold solle ein langes, glückliches und gesundes Leben auf Gut Aiderbichl genießen können. Herzlichst, Ihre Gisela

















