Manfred und Robert

zwei Problemgockel

Am Stadtrand von Salzburg hält sich eine Familie Rasse- und Mixhühner. Bei der letzten Brut schlüpften zwei Prachthähne: Manfred und Robert.
Die beiden waren von Anfang an sehr zugänglich und die Kinder der Familie hatten ihre helle Freude an den beiden Gockeln. Manfred und Robert wuchsen heran und irgendwann wurden sie zu Rivalen und kämpften um den Platz in der Hühnergruppe. Unglücklicherweise war das Gehege platzmäßig auf zwei rivalisierende Hähne nicht ausgerichtet, sodass es für zwei streitende Hähne zu wenig Ausweichmöglichkeiten gab. Die Kinder trauten sich nicht mehr in die Nähe ihrer Freunde. Schweren Herzens entschloss man sich dazu, für Manfred und Robert ein neues Zuhause ausfindig zu machen.

Ein Herz für Tiere

Was war geschehen? Warum kämpften Manfred und Robert miteinander? Warum fürchteten sich die Kinder vor ihnen? Die Hähne waren liebevoll von Hand aufgezogen worden – vielleicht liegt darin bereits das Problem? Vielleicht haben sich Manfred und Robert bei der Aufzucht zu sehr an die Menschen gebunden?  Ab der Geschlechtsreife, die ab der 26. Lebenswoche eintritt, kann es vorkommen, dass der Hahn den Menschen, an den er sich gewöhnt hat, wie einen anderen Hahn, also einen Rivalen, betrachtet. Bei Manfred und Robert begann der Kampf um die ranghöchste Position. Beide spürten sicher auch instinktiv, dass sich Hennen nur mit starken, ranghohen Hähnen abgeben.

Von Natur aus weiß der Hahn, dass seine Aufgabe das Beschützen und im Notfall die Verteidigung seiner Hühner ist. Niemals hätten Manfred und Robert aufgehört, Rivalen zu sein. Zwei Hähne in der Hühnerfamilie bringen in jedem Fall die Hackordnung durcheinander. Wenn mehrere Hähne in einer Hühnergruppe leben, muss auch das Platzangebot entsprechend vergrößert werden. Genügend Platz im Stall, weitflächiger Auslauf und ein gut ausbalanciertes Hühnerfutter sowie ein „harmonischer“ Harem macht den Hahn zum glücklichen Oberhaupt in der Hühnerfamilie.

Aggressive Hähne – was nun?

Wenn ein Hahn aggressiv ist, muss der Halter „ein ernstes Wörtchen“ mit ihm reden. Das Auftreten muss dominant sein, man muss sich selbst „groß“ machen und auf keinen Fall vor dem Hahn zurückweichen. Der aggressive Hahn muss dem Menschen ausweichen. Sanft mit einem Besen beiseiteschieben ist erfolgreicher, als das aggressive Tier mit dem Fuß zu treten. Das alles kann klappen oder nicht.

Hähne, die auf Menschen losgehen, können einem den Spaß am Hühnerhalten verderben, denn mitunter ist ein aggressiver Hahn mit seinem spitzen, kräftigen Schnabel auch gefährlich.

Auf Gut Aiderbichl Kärnten haben nun Manfred und Robert echten Spaß, wie uns der dortige Verwalter, Markus, berichtet. Auslauf und Ausweichmöglichkeiten gibt es genügend.  Täglich grüßen die beiden Hähne mit einem kräftig lauten „Kikeriki“.

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