Erinnern Sie sich noch an …

Silvester?

Silvester, eine Wildente bzw. Stockente, wurde am letzten Tag des Jahres 2019 auf Gut Aiderbichl Henndorf aufgenommen. Daher auch der Name Silvester.
Aiderbichler Freunde brachten ihn nach Henndorf, und unsere Pfleger fuhren mit dem schönen, schwarz-weißen Erpel, gleich in die Tierklinik. Dort wurde festgestellt, dass sein linkes Beinchen mehrfach gebrochen war. Silvester konnte weder laufen noch fliegen und suchte unter einem Auto Schutz.

„Räb räb räb“…

ist der Ruf der Erpel, und jener der Weibchen „wak wak wak“.

„Räb räb räb. Danke, dass man mich gefunden hat. Ich hatte Schmerzen und wusste nicht mehr ein und aus. Ich legte mich unter dieses Auto. Gott sei Dank haben mich die Menschen entdeckt, bevor sie losgefahren sind. Nicht auszudenken, was sonst mit mir passiert wäre… räb räb räb!“.

Silvester hatte also Glück im Unglück gehabt, und wurde noch rechtzeitig gerettet. Zuerst einmal gab es in der Klinik ein Schmerzmittel, dann wurden Röntgenaufnahmen gemacht und hinterher das gebrochene Beinchen geschient.

„Ja, und, räb, Gott sei Dank haben die Menschen aufgepasst. Mein Beinchen hat so fürchterlich geschmerzt. Da war so eine Frau Doktor, die hat zwar nicht „wak wak wak“ gesagt, aber sie hatte eine sanfte Stimme und zärtliche Hände, die mein Bein vorsichtig behandelten“.

Silvester war sozusagen noch eine Rettungsaktion im alten Jahr. Nach der Klinik kam er in die Wärme in den Entenstall von Gut Aiderbichl Henndorf und sollte sich erst einmal ausruhen.

„Räääb. Hm, hier ist es ganz angenehm. Wiederum sind da so nette Menschen, die mich vorsichtig aus der Box hoben und in so einen kleinen Stall legten. Mensch, war ich müde. Mit Fliegen und Herumlaufen wird es eine Zeit wohl nichts werden, hörte ich die Pflegerin sagen. Dafür habe ich sie zärtlich in die Hand gezwickt. Sie streichelte mir sanft über meine weichen Federn. Ich war einfach müde. Werde ich also eine Zeit nicht fliegen können, räb. Wenn wir Wildenten fliegen, macht es immer „wich wich wich“. Haben Sie das gewusst? Wich wich wich …. Nun flieg ich mal nicht.“

Silvester war ein sehr geduldiger Patient, und das Beinchen verheilte gut. Er fraß ordentlich und man hatte den Eindruck, dass es ihm in den Entenhäusern ganz gut gefällt.

„Räb räb. Das kann man wohl sagen. Alles da: Futter, Wasser, nette Entenkameraden und Gänse. Räb räb, die Gänse sind halt so laut, aber das ist schon ok. Ob ich hier wegfliegen möchte? Ich denke nein. Wir haben hier natürlich alle keine gestutzten Flügel, wir könnten wegfliegen, aber, warum sollten wir?“.

Falls sich Silvester doch einmal dazu entschließen sollte, würden wir ihm schon ein paar Tränen nachschicken.

„Räb räb räb, regt euch nicht auf. Ich bleibe. Wissen die Menschen, dass meine Flügelspannweite bis zu 95 cm ausmacht? Ich habe bis zu 10.000 Daunen und Deckfedern, die mich vor Nässe und Kälte schützen. Aus der Bürzeldrüse hole ich mit dem Schnabel das Fett und streiche es mit dem Schnabel ins Gefieder. So bleibe ich an der Wasseroberfläche. Räb räb räb. Es gäbe noch viel zu sagen. Am besten ist es, auf Gut Aiderbichl nach mir, Silvester, zu fragen. Dann erzähle ich euch noch vieles mehr über uns Wildenten. Räääb!“.

Silvester lebt mit den Aiderbichler Enten und Gänsen in den „Appartements-Häusern der Enten und Gänse“ am Teich, gleich neben Batzi und Hermes, den beiden Hirschen. Hoffentlich dürfen Sie uns bald wieder besuchen, dann können Sie ja bei unserem Silvester vorbeischauen. Bleiben Sie gesund.

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