Gina

eine Labradorhündin auf dem Weg in eine dunklere Welt

Aus der Sicht einer Aiderbichlerin 

(geschrieben von Gisela Pschenitschnig) 

Gina hat mit ihren fünf Jahren noch eine schöne Lebenszeit vor sich. Sie war eine Zuchthündin und wurde nun abgegeben. Die Untersuchung in einer Tierklinik ergab, dass sie nach und nach ihr Augenlicht verliert. Weil ein Gendefekt nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde sie aus der Zucht genommen. Wohin mit einem Hund, der den „Wert als Zuchthund“ nicht mehr bringt?   
Auf Gut Aiderbichl haben viele Tiere, die ein Problem mit ihrem Augenlicht haben, ein Für-Immer-Zuhause gefunden. Auch dieses Handicap nimmt einem Tier nicht den Lebenswillen. Es passt sich seiner Lebenssituation an. Für Tiere geht es immer ums Leben, ums Überleben und um Lebensfreude. Und die hat Gina, ob sie nun gut oder schlechter sieht.

Ein Name, der wie Honig fließt und eine großartige Bedeutung hat

Die Namensbedeutung von Gina ist kurz, klangvoll und einzigartig, so, wie Gina selbst ist. Sie ist ein einzigartiger, freundlicher, lebensfroher Hund.
Gina bedeutet übersetzt „die Königin“, „die Bäuerin“ und „die berühmte Kämpferin“. 

Alle drei Übersetzungen passen zu Gina. Sie ist schön, unkompliziert und hat den Kampf gewonnen. Tiere, die ihre Leistung nicht mehr bringen – egal, ob Kuh, Versuchstier, Pferde, die die Sportleistung nicht mehr bringen, oder Hunde, die man nicht mehr zum Züchten einsetzen möchte, haben manchmal nur mehr ein Recht: zu gehen.

Gina hat alle Menschen um sich erobert

Gina hat ihr Für-Immer-Zuhause auf Gut Aiderbichl in Deggendorf gefunden. Dort hat sie die Herzen der Tierpfleger und aller Tiere, die ihr jeden Tag so über den Weg rennen, im Sturm erobert.  

Sandy, eine Mischlingshündin, die seit bald zwei Jahren in Deggendorf lebt, ist ihre gute Freundin geworden. Sie merkt wohl, dass mit Ginas Augen etwas nicht ganz in Ordnung ist, und signalisiert „Geh einfach mir nach“.  

Die Pfleger lieben Gina, weil sie einfach immer freundlich und sanft ist. Sie wedelt freundlich, wirft sich hin und das Schönste ist es wohl, wenn sich ein Mensch die Zeit nimmt und ihr Bäuchlein krault. Dann geht sie in die Seitenlage, holt mit der Pfote die Menschenhand und lässt sie nicht mehr weg. So, als wollte sie „Danke“ sagen und „bitte weiterkraulen“.

Tiere mit Handicap haben ein Recht auf Leben und Respekt 

Gibt es nur gesunde Menschen? Nein. Gibt es nur gerade Bäume? Nein. Gibt es nur Rosen und Lilien? Nein. Hat nicht alles, dass nicht der gesunden Norm und der Schönheitsnorm entspricht, ein Recht auf Leben?
Der Mensch glaubt, die Krönung der Schöpfung zu sein und alles bestimmen zu können. Nicht nur Menschen sind Persönlichkeiten, auch Tiere haben Charakter und Persönlichkeit, doch wird mit zweierlei Maß gemessen.  

Viele blinde Pferde, Esel, Kaninchen und auch Hunde haben auf Gut Aiderbichl ein Für-Immer-Zuhause gefunden.
Unser Archie, ein Australian Shephard, wog über 40 kg, weil er nicht aus der Wohnung kam um zu laufen, und hat jetzt schon knappe 20 kg Körpergewicht verloren, Neema, seine beste Freundin, ist nach einem Autounfall an den hinteren Beinen gelähmt und flitzt mit ihrem „Hunde-Porsche“ über den Hof. Die Hunde, die wir aus dem Kriegsgebiet der Ukraine gerettet haben sind teilweise schwer verletzt und traumatisiert – eines haben sie alle gemeinsam: Lebenswillen, Lebensfreude und – trotz allem haben sie die Liebe zu den Menschen nicht verloren. Sie leben so, wie es ihnen das Leben erlaubt. Gesund oder kränklich, stark oder schwach, wie immer. Sie leben und freuen sich an ihrem Leben. 

Wir werden versuchen, mit Gina Augenspezialisten zu konsultieren, um ihre Sehkraft zu verbessern. Sollte dies nicht gelingen, bin ich mir sicher, dass Gina trotzdem gerne leben wird und nicht eingeschläfert werden möchte. Sie hat Freunde: die Tiere und die Menschen, die sie lieben wie sie ist, und die sie niemals im Stich lassen werden.
Einfach zum Nachdenken – Ihre Gisela 

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