70. Geburtstag
von Michael Aufhauser

Der Gut Aiderbichl Gründer feiert Jubiläum

Die Vision von Gut Aiderbichl vor über 20 Jahren

Die Wandlung und der Weg zum Tierschutz begannen, als Michael Aufhauser sich vor vielen Jahren beruflich an der Costa del Sol aufhielt. Er schaute aus seinem Bürofenster und beobachtete, wie Hundefänger Straßenhunde einfingen und abtransportierten. Er fuhr ihnen nach und wurde Zeuge, wie auf grauenvolle Art und Weise Katzen und Hunde vergast wurden. Die Schreie der sterbenden Hunde ließen ihn nicht mehr los. Einige mussten auf den nächsten Vergasungstermin warten. Die kaufte er frei und sein Denken und Handeln sollte visionär werden.

Immer stärker wurde der Wunsch „zu retten“: Tiere, die getötet werden sollten, ausgesetzt wurden, geschunden wurden, in der Zucht nicht taugten, im Karton vor Gut Aiderbichl abgestellt wurden oder aus einem Versuchslabor geholt werden durften. Auf den Höfen von Gut Aiderbichl ist ihnen ein Leben bis zum natürlichen Lebensende so sicher, wie Pflege, genügend Futter und artgerechte Versorgung.

 

 

Aufhausers Berufung – den Tieren eine Stimme zu geben – trieb ihn voran. Immer mehr Tiere wurden durch sein Einschreiten gerettet und so vor einem tödlichen Schicksal bewahrt. Michael Aufhauser war, vielleicht auch bedingt durch die absolvierte Schauspielschule, niemals menschen- oder medienscheu. Er war sich sicher, wenn er auf unwürdige Lebenssituationen der Tiere aufmerksam machen wollte, musste er sich die Medien zu Hilfe holen. Denn nur darin sah er eine Chance, etwas zu verändern. So trat er in deutschen Fernsehsendungen auf und hatte die Chance, auf die katastrophale Lebenssituation vieler Tiere aufmerksam zu machen und mehr und mehr die Menschen zum Nachdenken zu bewegen. Aufhauser diskutierte mit Eselhaltern in Griechenland. Traditionsgemäß werden Esel, die ihre Arbeitsleistung nicht mehr bringen können, sich selbst überlassen, festgebunden und zum Sterben ausgesetzt. Seine Sprache blieb diplomatisch und so kamen vor einigen Jahren viele gerettete Esel aus Griechenland auf die Höfe von Gut Aiderbichl.

„Wenn ich den Tieren in die Augen sehe, bin ich verloren“

(Michael Aufhauser)

Im Jahr 2009 war die Übernahme der Ex-Laboraffen ein Pionierschritt, der bewiesen hat, dass eines seiner Lebensziele der respektvolle Umgang mit den Tieren ist. Es ging um die Entscheidung, den Ex-Laboraffen zu helfen, oder sie dem Verkauf oder der Euthanasie zu überlassen. Aufhauser war sich sicher, dass diese Verantwortung gemeinsam mit der Hilfe der Aiderbichler gestemmt werden könnte.
An die dreißig Jahre hatten viele der Ex-Laboraffen im Käfig eines Forschungsunternehmens in Österreich gelebt. Aufgrund der biologischen Verwandtschaft zum Menschen, lebten die Tiere eingesperrt in engen Käfigen und mit ihren Körpern wurde Forschung für Medikamente betrieben. Seit 2009 leben die Ex-Laboraffen unter dem Schutz von Gut Aiderbichl. Langsam halfen sie sich selbst aus ihrem Trauma – die Bedingung dafür war eine ruhige, geschützte Umgebung. Die Tiere und die Pfleger der Ex-Laboraffen haben sich gegenseitig die Chance gegeben, Vertrauen und Respekt füreinander aufzubauen. Eines der schönsten Fotos, das zeigt, wie sehr sich Michael Aufhauser in die Tiere versetzen konnte, ist jenes, mit Martha, einer Ex-Labor-Schimpansin. Marthas leerer, trauriger Blick bewirkte sein „JA, ihr sollt leben dürfen!“.

Aufhauser war klar, dass er mit Tierrettungen Symptome, jedoch nicht die Wurzel allen Übels erreichen konnte. Um tatsächliche situative Verbesserungen für die Tiere zu erreichen, musste Tierschutz auch zum Menschenschutz werden. Er war sich sicher: Solange wir die Tiere vor den Menschen schützen müssen, haben wir nichts erreicht. Erst, wenn wir die Tiere nicht mehr schützen müssen, sind wir am Ziel. Dann haben wir etwas verändert: UNS. Wer Michael Aufhauser kennt, weiß, dass es ihm um eine alles umfassende Humanität ging. Wir Menschen sind nicht die Krone. Seine Vision für das Wohl der Tiere umschließt alles: den Erdball, den Menschen. Alles, was Natur und Leben ausmacht. Die Gesellschaft braucht eine allesumfassende und jeden umfassende Humanität. Missstände brauchen immer Lösungsvorschläge. Aufhauser hob niemals den Zeigefinger, sondern setzte sich mit den Verursachern von Tierleid an einen Tisch. Er hinterfragte nicht nur die Lebenssituation eines Tieres, sondern auch die Umstände, warum das Leben in eine Sackgasse geraten war. Er war immer davon überzeugt, dass einer Turbomilchkuh durch einen Streit mit dem Bauern nicht geholfen werden konnte.

Sein Ziel war immer klar: Es geht darum, den Menschen unaufhörlich in Erinnerung zu bringen, dass ein Tier kein Gegenstand, sondern ein fühlendes Mitgeschöpf ist. Die Sprache von Gut Aiderbichl soll eine diplomatische, aufklärende und helfende Sprache und keine Streitsprache sein. Ziel war und ist es, dem Tier in eine gute Lebenssituation zu helfen. Michael Aufhauser macht aus einer kleinen Feldmaus eine derartige Wichtigkeit, dass die Menschen nicht mehr anders können, als sie ernst zu nehmen und auch einer kleinen Maus Respekt zu zollen.

Im Jahr 2015 ereilt den Aiderbichl-Gründer Michael Aufhauser ein Schicksalsschlag – ein plötzlicher Aortenriss wird zur aktuen Lebensgefahr. Wie durch ein Wunder hat er dieses Ereignis überlebt. Heute lebt er zurückgezogen auf seinem Anwesen in Salzburg. Er sagte immer: Auch, wenn ihm einmal etwas passieren würde, müssen die Tiere am nächsten Tag gefüttert werden. Er hatte für diesen traurigen Moment
vorgesorgt und wie es seinem Wunsch entspricht ging mit Gut Aiderbichl alles in gewohnter Kraft weiter – im Sinne der Tiere.

Aktuell besteht der Verbund von Gut Aiderbichl aus 30 internationalen Tierschutzgemeinschaften in Österreich, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Rumänien und Ungarn. Über 6.000 Tiere haben Platz in einer
neuen Heimat gefunden. Für Menschen, die den Tieren nahe sein wollen, gibt es drei Besucherhöfe. Dazu zählt der Gründungshof in Henndorf bei Salzburg, sowie jeweils ein Hof in Iffeldorf bei München und Deggendorf Richtung Passau.

Herzlichen Glückwunsch!

Von Herzen Danke und alles Liebe

„Lieber Michael,
du sagtest immer „Geburtstag ist keine Leistung“, aber dennoch möchte ich an diesem Tag innehalten und dir von ganzem Herzen dazu gratulieren. Danken möchte ich dir für deine Weitsicht und für jeden Moment, den wir gemeinsam in den so bewegenden Jahren des Aufbaus von Gut Aiderbichl erlebt haben. Deinen Visionen und deinem Weitblick ist es zu verdanken, dass es heute ein einzigartiges Projekt und eine starke Institution auf der Welt für Tiere in Not gibt.“

Dein Dieter,

Dieter Ehrengruber Stiftungsvorstand

 

Das gesamte Team von Gut Aiderbichl wünscht Michael Aufhauser alles Liebe zu seinem 70.Geburtstag. Wir sagen von Herzen DANKE für seinen großartigen Einsatz, seiner bedingungslosen Liebe zu den Tieren und die Schöpfung der einzigartigen Tierschutzgemeinschaft Gut Aiderbichl.

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