Weltkatzentag

Aus der Sicht einer Aiderbichlerin

(erzählt von Gisela Pschenitschnig)

Zum Weltkatzentag am 8.8.2021 – Das schönste Lied der Erde ist das Schnurrlied einer Katze

Auf den Heimat- und Begegnungshöfen von Gut Aiderbichl leben mehr als 500 Katzen. Es handelt sich dabei nicht nur um ausgesetzte Katzen. Auch um Tiere, deren Besitzer verstorben sind oder die Tiere nicht mehr halten konnten haben bei uns eine neue Heimat gefunden.

Wohl immer schon war die Katze die unbestrittene tierische Nummer Eins in den österreichischen Haushalten. Mit ihren Samtpfötchen, ihren Stupsnasen und ihrem eigenwilligen Charakter schaffen sie es, die Menschen glücklich zu machen.

Die Augen einer Katze sind Fenster, die uns in eine andere Welt blicken lassen (Irisches Sprichwort)

Im landwirtschaftlich geprägten Ägypten des 6. Jahrhunderts stieg die Katze nicht nur zur eleganten Mäusejägerin auf, sondern wurde darüber hinaus auch kultisch verehrt. Für die Römer und Griechen war die Katze ein nützliches Haustier, aber auch ein unheimliches und unberechenbares Tier. Mit der Ausdehnung des Römischen Reiches breitete sich die Heimat der Katze immer mehr in den Norden Europas aus.
Heutzutage leben überall auf der Welt Katzen, sei es in Wohnungen und Häusern der Menschen oder in freier Wildbahn.

Tatsachen rund um die Katze

Seit 2016 müssen per Gesetz alle Katzen mit Zugang zum Freien kastriert werden. Unkastrierte Freigängerkatzen tragen dazu bei, dass die Anzahl der streunenden Katzen gesteigert wird. Aus einer Katzenfamilie, deren weibliche Nachkommen nicht sterilisiert werden, können in acht Jahren schätzungsweise rund 80.000 Katzen geboren werden.

Vor einigen Jahren wurde eine junge griechische Streunerkatze als Flaschenpost verpackt und sollte elendig sterben. Wie verroht muss ein Mensch sein, um ein Lebewesen in eine Plastikflasche zu stecken? Die kleine Eleni wurde übrigens von tierliebenden Menschen gerettet und lebt seit einigen Jahren glücklich auf Gut Aiderbichl.

Bailey, eine wunderschöne, stolze rote Katze, lebt im Katzenwohnzimmer in Henndorf. Nie werde ich den Tag vergessen, als ein vollkommen durchgefrorenes, durchnässtes, wimmerndes junges Kätzchen am Parkplatz von einem Besucher entdeckt worden war. Schnell wurde Bailey trockengerieben, gefüttert und in einen weich gepolsterten Korb gelegt. Es ist ein Wunder, dass Bailey uns Menschen verziehen hat und zudem Weltmeister im Schnurren geworden ist.

Der Liebe Gott hat ein Auge auf seine tierischen Mitgeschöpfe

Vor einem Jahr erreichte uns die Geschichte der Katze Möhrli. Ein Klostergelände war sein Revier geworden. Möhrli hatte alles, was er brauchte: einen Korb zum Schlafen, Futter, Menschen, Liebe und Streicheleinheiten. Das Kloster sollte aufgelassen werden und die letzte Ordensschwester und eine Freundin gaben nicht auf – Möhrli kam nach Gut Aiderbichl, wo er sich sehr gut eingelebt hat.

„Bescheiden bücke ich mich, das seidige Fell zu streicheln. Ich bin zufrieden, ihr Sklave zu sein“ (Walter Adolphe Roberts)

In der Großen Halle lebt seit Jahren die Hallenkatze Pauli. Man findet ihn in seinem Körbchen, am Sofa hinter den Kissen, im Shop mitten unter den Stofftieren oder miauend vor der Küche.
Manchmal gibt er den Anschein zu schlafen: zusammengerollt, das Köpfchen leicht erhöht auf einer Decke, aber die Ohren immer gespitzt. Man kann ihm nichts verheimlichen.
Des Nachts ist Pauli auf Streifzug in den verschiedenen Höfen. Natürlich macht das müde und hungrig, und er wartet voller Ungeduld, bis er das Frühstück hingestellt bekommt.

Ich freue mich, wenn Sie mich bei einer nächsten Führung zu unseren schnurrenden glücklichen Katzen begleiten. Herzlichst, Ihre Gisela.

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