Die zwergwüchsige Lola und ihre große Freundin Maya

Aus der Sicht einer Aiderbichlerin

(geschrieben von Gisela Pschenitschnig)

Die folgende Tiergeschichte könnte mit „Es war einmal eine kleinwüchsige Kuh Lola“ beginnen. Alles klingt ein wenig wie ein Märchen, ist aber eine reale Geschichte, die gerade noch einmal gut ausgehen sollte.  

Die Geschichte von Lola beginnt im Jahr 2015. Damals absolvierte ein junges Mädchen ein freiwilliges Sozialjahr in einem Tierpark. Eines Tages kam eine Anfrage von einem Milchbauern, eine kleinwüchsige Kuh aufzunehmen, nachdem in seinem Betrieb das Kälbchen mit Handicap nicht gehalten werden konnte. Mit charmanten Verhandlungen brachte die junge Frau die Tierparkleitung dazu, das kleine Kälbchen aufzunehmen.  

Lola und ihre Menschenfreundin waren unzertrennlich

Lola wurde mit der Flasche aufgezogen und mehrmals die Woche gingen Lola und ihre Pflegerin miteinander spazieren. Das Halfter anzulegen war kein Problem, Lola hatte volles Vertrauen und freute sich auf den anschließenden langen Spaziergang. Das Kalb konnte auch im Freilauf sein, denn sie kannte sehr genau die Stimme der jungen Frau, und folgte ihr beinahe auf Schritt und Tritt.  

Es wurde beschlossen, sich nach einer Freundin für Lola umzusehen. Sie selbst war zu klein, als dass sie unter den großen Kühen leben konnte. So kam Kälbchen Maya als ihre Artgenossin. Die beiden wuchsen miteinander auf und wohnten gemütlich in ihrem Stall. Die Spaziergänge wurden ab nun zu Dritt unternommen.  

Das Sozialjahr war zu Ende, die Liebe zu den Kühen ist bis heute geblieben

Regelmäßig besuchte die junge Frau die Kuh mit dem Gendefekt und deren Freundin Maya. Die beiden Kuh-Freundinnen lebten mittlerweile mit Lamas, Schafen und Ziegen.  
Umstrukturierungen im Tierpark brachten es mit sich, dass Lola und Maya „weg“ sollten, dh, sie sollten zum Schlachter gebracht werden. Die Zeit drängte und es musste rasch gehandelt werden.  

Liebe kann Berge versetzen: Lola und Maya fanden ihr Für-immer-Zuhause auf Gut Aiderbichl Eslarn

Wenn wir Tieren helfen, helfen wir meistens auch dem Menschen: in diesem Fall halfen wir der verzweifelten jungen Frau, die nicht einsehen konnte, warum ihre Freundinnen zum Schlachter sollten. Ihr Einsatz sollte sich lohnen. Dieter Ehrengruber sagte der Aufnahme der beiden Kühe zu und auf ging die Fahrt nach Eslarn, wo die zwergwüchsige Lola und ihre Freundin Maya von der gesamten Rinderherde freundlich aufgenommen und akzeptiert werden.  

Seit Jahren hat Gut Aiderbichl Erfahrung mit Rindern, die mit einem Handicap geboren wurden. Ich denke gerade an Lillyput, Pamplono, der keinen Fellwuchs hatte und dessen zwergwüchsigen Freund, Fipsi. Sie alle waren besondere Tiere und hatten Freude am Leben, bis sie irgendwann über die Regenbogenbrücke ging.
Sie alle haben uns Menschen gelehrt, dass es kein Fehler ist, ein Handicap zu haben, sondern, dass ein Gendefekt verschiedene Gründe hat, und die Lebensfreude nicht eingeschränkt sein muss.  

Jedes Leben auf der Erde ist wertvoll – sei es nun „perfekt“ oder mit einem Handicap. Wir alle, die im System Erde leben, können nur existieren, wenn wir den Wert unserer Umwelt erkennen. Es geht unter anderem nicht um Perfektionismus in der Natur und allem, was dazu zählt, sondern in vielen Belangen um Mitgefühl und Respekt. Ich freue mich auf eine Führung mit Ihnen – herzlichst, Ihre Gisela

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