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Waschbär Pauli und seine Mädls Sally und Bella

Aus der Sicht einer Aiderbichlerin

(geschrieben von Gisela Pschenitschnig)

Paulis Schwester Emilia ist leider vor sieben Jahren verstorben, und Waschbär Pauli bewohnte seither sein schönes Gehege alleine. Wir waren auf der Suche nach einem Partner.
Vor ein paar Wochen war es dann so weit, und Sally, Bella und Fin wurden auf dem Begegnungshof Gut Aiderbichl in Henndorf aufgenommen. Die drei Waschbären waren ungefähr drei Jahre alt und sollten nun unter den Schutz von Gut Aiderbichl kommen. Alles wurde vorbereitet: das Waschbärengehege wurde für die neuen Mitbewohner adaptiert, Pauli und seine neuen Freunde sollten sich in Ruhe kennenlernen dürfen.

Europa ist keinesfalls die Heimat des Waschbären

Waschbären leben in den Wäldern Nordamerikas. Diese wunderschönen Tiere gehören zur Familie der Kleinbären, und sind mit den Nasen- und Pandabären verwandt.
In Amerika gibt es mehr als dreißig Waschbären Unterarten, die sich anhand ihrer Färbung untereinander unterscheiden. Wie kamen die braun-schwarzen Tiere nach Europa? Am deutschen Edersee bei Hessen wurde vor vielen Jahrzehnten ein Waschbär-Pärchen ausgesetzt. Man wollte die Waschbären ansiedeln und so schnell konnte man gar nicht schauen, wie sich die flinken Tiere vermehrten. Viele Waschbären brachen auch aus Zuchtanstalten der Pelzindustrie aus und ersehnten sich ein Leben in Freiheit. Durch die wachsende Population der Waschbären wurde das Ökosystem mehr und mehr zerstört, und die Tiere wurden zum Abschuss frei gegeben.

Wer weiß, wie es Sally, Bella und Fin ergangen wäre?

Der schlimmste Feind des Waschbären sind die Autos auf den Straßen und die Jäger und hier und da ein Uhu. Die Jäger machen die Waschbären für die Verdrängung anderer Tierarten verantwortlich.
Wahrscheinlich würden die Aiderbichler Waschbären auch nicht mehr leben, hätten sie nicht tierliebe Menschen aufgenommen und bei ihnen untergebracht.
Waschbären sind nachtaktive Tiere und durchstreifen die Wälder, Parkanlagen, Gärten und Abfallhaufen. Wenn es im Winter kalt wird, halten Waschbären Winterruhe. Sie dösen vor sich hin und sobald die Temperaturen wieder steigen, wird auch der Waschbär wieder aktiver.

Wovon ernähren sich Waschbären und warum heißt der Waschbär Waschbär?

Der Waschbär passt seinen Speiseplan der Jahreszeit an, und gilt generell als Allesfresser. Sie jagen Enten, Hühner, Fische, Mäuse und Ratten sowie Igel. Sie stibitzen Eier aus Vogelnestern und lieben Früchte, Nüsse und Getreide.

In der freien Natur fasten Waschbären während der Wintermonate und futtern vor der kalten Jahreszeit kohlehydratreiche Nahrung.

Der Waschbär tastet die Nahrung vor dem Fressen ab und wäscht sie bei Bedarf im Wasser. Unser Pauli befeuchtet seine Nahrung im kleinen Wasserteich und dann wird genüsslich gespeist. Pauli liebt Weintrauben, kleine Apfelstückchen und Himbeeren.

Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit.

~Albert Schweitzer

Herzlichst, Ihre Gisela

bei uns zuhause

Waschbär Paul

Waschbär

Zwei Tierschützerinnen brachten uns Paul und Emilia (mittlerweile verstorben) als sie nur wenige Wochen alt waren. Ihre Mutter wurde kaltblütig erschossen. Mit Entsetzen haben wir im Internet nachgesehen und erfahren, wie sich Hobbyjäger über sterbende und angeschossene Waschbären lustig machen. Die Hysterie der Bevölkerung, wenn sie sich einer Wohnsiedlung Waschbären nähern, nutzen einige Medien zu reißerischen Berichten. Ähnlich wie bei Wildschweinen. Waschbären haben außerdem den Nachteil, dass sie nicht ursprünglich aus unseren Breitengraden kommen. Sie sind waschechte Amerikaner. Per Gesetz müssen Tiere lediglich drei Generationen in ihrer neuen Heimat in Freiheit überleben, und dann gelten sie auch bei uns als heimisch. Nicht bei Ewig-Gestrigen. Sie wollen die Waschbären ausmerzen und sich als Artenschutzpolizei aufführen. Dabei sind sie völlig schuldlos bei uns in die Natur gelangt. Flüchtlinge aus Pelztierfarmen und Ausgesetzte. Von Menschen, die sich zunächst einen Waschbär als Haustier gewünscht haben und dann, weil sie überfordert waren, sie rücksichtslos verstoßen haben. Bei ihnen handelt es sich um Wildtiere. Auch Paul und Emilia haben uns das klar gemacht. Als Babys waren sie besonders zutraulich und durften bei Pflegerin Martina sogar im Bett schlafen. Nach ihrer Geschlechtsreife wurden ihre Küsschen zunächst zu kleinen Bissen und dann richtig gefährlich. Böse meinen sie es nie. Viele Aiderbichler, wie Heidi und Bruno, halfen uns bei der Schaffung eines artgerechten Waschbärgeheges. Im Sommer natürlich mit reichlich Wasser, denn Waschbären waschen gerne ihr Fressen, bevor sie es zu sich nehmen.

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