Das kleine Schaf Peter

und seine "Tanten"

Peter ist seit einem Monat ein neues Mitglied in unserer „Jungschaf-Gruppe“. Er hat sich in der Gruppe sehr schnell eingelebt und Lia, Ben und Larry sind nun seine Freunde auf Lebenszeit.

Warum hat Peter eine neue Heimat gesucht?

Die meisten jungen Lämmer bekommen wir jedes Jahr vor den Osterfeiertagen. Die jungen Lämmer werden geboren und manchmal von der Schafmama verstoßen, weil sie zu viele Junge hat und zu wenig Milch, weil die Schafe zu schwach oder gar behindert sind. Sie bleiben liegen und bekommen keine Milch von der Schafmama. Eigentlich sollen sie sterben, aber viele der Bauern, die uns dann anrufen, wollen den Schafen natürlich helfen.

Kurz vor Ostern bekamen wir Lia, Ben, Larry, Paul (der leider nicht mehr lebt) und nun Peter aus dem Salzburger Land.

„… Es geht um unser Schaf Peter, der am 16. Februar geboren wurde und auch eine Schwester hat, deren Namen Paula ist. Leider ist die Mutter drei Wochen nach der Geburt an Altersschwäche gestorben …“. Der Schafbesitzer rief verzweifelt bei uns an, denn der kleine Peter brachte im Schafstall alles etwas durcheinander.

„Habt ihr gehört, Larry und Ben? Die Pflegerinnen reden davon, dass ein junges Schaf, ungefähr in unserem Alter, aufgenommen werden soll. Wer da wohl kommt?“ meinte Lia aufgeregt.

„Ach Lia, bleib ruhig. Schauen wir mal, wer da kommt. Peter heißt er, ja hab ich auch gehört!“, entgegnet Ben.

Peter wollte nicht aus der Flasche trinken und erhaschte sich Milch von seinen Schaftanten

Die tierliebenden Menschen haben nach dem Tod der Schafmama Peter und Paula mit der Flasche gefüttert. Paula machte keine Probleme, aber Peter wollte nicht so recht.

„Ach kommt. Das mit der Flasche war langweilig. Ich hatte ja rundherum genügend Schafmamas, allerdings wollten die nicht, dass ich ihren Lämmern die Milch wegtrinke. Das war irgendwie auch komisch. Da hab ich dann halt doch die Milch aus der Flasche getrunken, so wie meine Schwester Paula. Ich wollte doch niemanden aufregen“.

Immer wieder versuchte Peter trotzdem bei seinen „Tanten“ Milch zu bekommen. Langsam machte sich tierischer Ärger im Schafstall breit. Dann bekam eine seiner „Milchtanten“ selbst ein junges Lämmlein und nun begann die kleine Katastrophe.

Die frischgebackene Lamm-Mama wusste irgendwann nicht mehr, ob ihr eigenes Lämmchen trinkt oder ob es wieder der Peter war. Die Situation wurde unüberschaubar, denn irgendwann begann sie ihr eigenes, neugeborenes Lamm und den Peter wegzustoßen. So erwischte das neugeborene Lamm ebenfalls zu wenig Milch.

(Auf den Bildern sehen Sie Peter mit seiner Schwester Paula und seiner Familie bei seinem vorherigen Besitzer)

„… Wir lieben unseren Peter, aber er treibt die Schafe langsam in den Wahnsinn …“

meinte eine sehr nette, aber verzweifelte Stimme am Telefon. Peter sollte weg, schlachten war allerdings keine Option.

„Ja, ich habe schon bemerkt, dass alle etwas unentspannt waren. Mein Gott, ich wollte halt Milch. Aber ich wollte auch kein Flaschenkind sein“.

Peter wurde von unserem Aiderbichl Mitarbeiter Klaus abgeholt, und wohnt nun zusammen mit Lia, Ben und Larry auf Gut Aiderbichl Henndorf.

„Ja, alles gut, Leute. Ich kuschle ganz gerne mit Lia, die hat das gleiche weiße Fell wie ich. Ist ein sehr angenehmes Lamm-Mädchen. Passt schon. Und zu fressen bekommen wir hier auf Gut Aiderbichl auch genug. Und gestreichelt werden wir ganz viel!“

So fand der kleine Peter nun eine Familie und lebt mit gleich alten Schafen zusammen. Gerne liegen sie miteinander im Schatten unter den Bäumen. In der Früh, wenn die ersten Pfleger auf den Hof kommen, stimmen die kleinen Lämmer die Morgenmelodie an – allen voran Peter und Lia.

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Kärntner-Brillenschaf

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