Zwergziege Siegi

auf der Suche nach einer Herde

Vor einigen Monaten erreichte Gut Aiderbichl eine Email, die aufhorchen ließ. Eine Zwergziege war beim Besitzer ausgerissen und lebte monatelang außerhalb des Stalles in Freiheit. Sie wurde immer wieder gesichtet, wollte jedoch mit Menschen offensichtlich nicht viel zu tun haben. Eine sehr aufmerksame, tierliebe Dame ahnte, wem die schwarze Ziege gehörte und setzte sich mit dem vermuteten Besitzer in Verbindung.  
Die nach Hilfe rufende Mail erreichte Gut Aiderbichl im Jänner, doch gemäß den Informationen des Tierbesitzers, war die Ziege damals schon seit mindestens einem halben Jahr ausgebüxt. Die Polizei und der Jäger waren über die ausgebüxte Zwergziege informiert. Siegi ließ sich unter keinen Umständen einfangen. Ganz im Gegenteil hieß es, dass er, wenn man sich ihm auf 50 Meter näherte, auf Nimmerwiedersehen davonlief. 

Siegi zeigte sich seiner Retterin immer an der gleichen Stelle

Eigentlich war er von seinem Heimatstall gar nicht weit entfernt, doch er war partout immer schneller als jeder Mensch, der ihn dorthin zurückbringen wollte.  
Die tierliebe Dame konnte davon ausgehen, dass er in der freien Natur jedenfalls genügend Futter fand. Was ihr nicht behagte, war der Gedanke, dass Siegi ohne Herde und ohne wirklichen Unterschlupf lebte. Es fand eine leise Kommunikation zwischen der Dame und dem kleinen Siegi statt, und die Geschichte sollte sich noch recht spannend entwickeln.

„Alles, was ich will, ist, dass dieser Ziege geholfen wird, und, dass sie wieder eine Herde bekommt…“ 

Täglich fütterte die Dame den kleinen Siegi, und täglich hoffte sie, dass sie eine Verbindung zu ihm aufbauen könnte. Siegi zeigte sich sehr menschenscheu und wollte keine zahme Zwergziege sein. Die interessante Menschenbekanntschaft schien er doch ein wenig zu genießen, aber halt auf die Entfernung. Siegi und die Dame standen sich oft an einem kleinen Bach gegenüber – da fühlte er sich sicher, und blieb dann auch stehen. Aber Nähe vertrug er nicht – wie der Wind war er weg, wenn man ihm zu nahe kam.
Kein kontaktierter Tierschutzverein, kein Gnadenhof und auch kein Züchter kam der Bitte nach, den kleinen Siegi einzufangen, damit er in eine Herde kommt.  

Gut Aiderbichl ist gut ihm Einfangen ausgebüxter Tiere

Ausgebüxte Rinder wie die berühmte Kuh Yvonne oder Büxi wichen den Menschen ebenfalls aus, jedenfalls, so lange sie konnten. Die Gefahr ist immer, dass Tiere zum Abschuss frei gegeben werden, wenn man sie nicht zurück in den Stall bekommt.  
Siegi wurde von Michael Meckl, Verwalter von Gut Aiderbichl Eslarn, und einem hinzugezogenen Veterinär in seine neue Heimat nach Gut Aiderbichl Deggendorf gefahren. Er bekam eine Betäubung, sonst würde er noch immer in freier Wildbahn leben. Vielleicht hätte ihm das Leben dort gefallen? Oder wollte Siegi einfach nicht zurück in seinen Heimatstall? Wie geht es ihm heute? 

Siegi genießt das Herdenleben in Deggendorf 

Siegi ist neugierig, fröhlich und sehr kommunikativ mit seinen Artgenossen in Deggendorf. Die Ziegen Tonga, Vincent, Miri, Resi, Maxi, Moritz, Karamellchen … alle lieben Siegi. Er ist glücklich, hat seine Herde, einen artgerechten Stall und genügend Futter. Siegi holt sich Streicheleinheiten von den Pflegern – auch eine neue Entwicklung im Leben des ausgebüxten Siegi. 

Ein großes Danke an die unermüdliche, tierliebe Dame, die Siegi nicht aufgegeben hat, und versucht hat, den ausgebüxten Siegi wieder in eine Herde zu integrieren, und ihn nicht vereinsamen zu lassen. 

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