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Zum Welttierschutztag

am 4.10.2022

Tiere können nicht für sich selbst sprechen, deshalb ist es von Wichtigkeit, ihnen eine Stimme zu geben. Sie waren die ersten Geschöpfe auf der Erde, sie wurden domestiziert und als Arbeitstiere eingesetzt. Viele Tierrassen wurden des Menschen Nutztiere oder Zuchttiere, um sie für den Verzehr in den Konsum zu bringen.
Eine unbeschreibliche Anzahl von Tieren wird, zumeist, unter unwürdigen Bedingungen hochgezüchtet und nach erreichtem Schlachtgewicht von den Lebendtiertransportern zum Schlachthof transportiert. 

Warum der Welttierschutztag eingeführt wurde? Der 4. Oktober ist der Namenstag des Franz von Assisi, dem Schutzpatron der Tiere, der Natur und der Umwelt. Eingeführt wurde dieser Internationale Tag vom deutschen Tierschützer und Schriftsteller Heinrich Zimmermann im Jahre 1931. 

Der Internationale Welttierschutztag soll die Menschen daran erinnern, dass durch die industrielle Landwirtschaft Böden vergiftet werden und Plantagen und Bauten die Wälder zerstören, Überfischung die Meere ausrottet und die Erderwärmung weite Gebiete unbewohnbar macht.  

„Wir Menschen sind nicht die einzigen mit Persönlichkeit“ – Jane Goodall

Eines der größten und bedeutendsten Projekte von Gut Aiderbichl war die Übernahme von Ex-Laboraffen, mit denen rund dreißig Jahre in einem österreichischen Forschungszentrum medizinische Forschung betrieben wurde, bis die Arbeiten 1997 eingestellt worden waren. Die schreckliche Zeit in engen Käfigen sollte für die Menschen- und Tieraffen endlich ein Ende haben.  

Seit 2009 sind die Ex-Laboraffen unter dem Schutz von Gut Aiderbichl. Michael Aufhauser, Gründer von Gut Aiderbichl, ermöglichte den Menschen- und Tieraffen eine kleine, neue Freiheit in den Außengehegen eines ehemaligen Safariparks in Gänserndorf.

Es wurde viel geforscht, geschrieben und gesagt … 

bis im Jahr 2009 im Beisein von Vertretern der Republik Österreich, der Firma Baxter, Vertretern der Gemeinde Gänserndorf sowie Michael Aufhauser und Dieter Ehrengruber der Übernahmevertrag für die Tiere aus der Forschung unterschrieben wurde. 40 Schimpansen und 5 Tieraffen wurden damals zu Aiderbichlern, und somit war ihr Weiterleben gesichert.  

Im Jahr 2011 waren die Außengehege für die Ex-Laboraffen fertiggestellt, und man hoffte, dass die Schimpansen die Klettermöglichkeiten und die „neue“ Natur, die neue Freiheit, wo sie die Sonne, den Regen und Schnee und den Wind spüren durften, annehmen. Es war und bleibt ein unvergesslicher Moment, als einige wenige der Ex-Laboraffen die Situation nutzten und freude“schreiend“ das erste Mal in ihrem Leben Gras unter den Füßen spüren konnten. Sie umarmten sich und weinten und waren wohl das erste Mal in ihrem Leben ein wenig glücklich.

Die Resozialisierung der Ex-Laboraffen wird niemals abgeschlossen sein

Die Affen mussten soziales Zusammenleben erst lernen, denn jahrelang waren sie einzeln in den Käfigen versperrt gewesen. Langsam bildeten sich Gruppen, in denen die Affen harmonisch zusammenleben. Ihr Verhalten ist oft skeptisch, vorsichtig, abwartend … der kleinste Fehler kann reichen, um alle mühevolle Arbeit der Tierpflegerinnen zunichte zu machen.  

Es gibt seit Jahren geordnete Tagesabläufe mit Frühstückverteilung, Spielen mit Bällen, Jutesäcken, alter Bettwäsche, usw. Gleich, wie bei der Frühstücksverteilung wird auch das Mittagessen und Abendessen durch Rufen beim Namen ausgegeben.  

Die Pflegerinnen beobachten und filmen die Tiere, um so Verhaltensmuster zu erkennen und zu verbessern, Streitereien unter den Affen zu erkennen und zu regeln.  

Wir stehen in ihrer Schuld

Die jungen Affen wurden von Wildfängern ihren Eltern entrissen, fortgenommen aus ihrer Heimat, in viel zu enge Käfige gesteckt, ihre Körper wurden für die Medikamentenforschung benutzt.
Die Tiere erlitten Schmerzen und Qualen im Dienste der Menschheit. Was erlaubt sich der Mensch, der selbst vom Affen abstammt? Wir können nicht wieder gut machen, was wir all den Tieren im Versuch, an der Kette, in den Zuchtstallungen oder in Kriegsgebieten antun.  

Deshalb braucht es diesen alljährlichen Internationalen Welttierschutztag. Niemand soll sich der Verantwortung entziehen, was den Tieren, unseren besten Freunden, angetan wird.  

Solange wir die Tiere schützen müssen, haben wir nichts erreicht.
Erst, wenn wir die Tiere nicht mehr schützen müssen, sind wir am Ziel. Dann haben wir etwas verändert: UNS. – Michael Aufhauser 

Versuchen wir gemeinsam einen Weg zu finden, mit der Natur in respektvollem Einklang zu leben. Herzlichst, Ihre Gisela. 

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