Aus der Sicht einer Aiderbichlerin

02.02.2021: Zum Tag des Igels

Die kleinen stacheligen Freunde mit den schwarzen Knopfaugen befinden sich noch im Winterschlaf. Das ist eine gute Gelegenheit, zum Tag des Igels, einige wichtige Beobachtungen zu erzählen.

Im Herbst, wenn die Blätter der Bäume sich verfärben ist der Igel ausnahmsweise tagaktiv. Er schnüffelt mit seiner kleinen Nase und sucht nach Nahrung, um sich einen Winterspeck anzufuttern. Während des Winterschlafs verliert der Igel bis zu 50% seines normalen Körpergewichtes, das bis zu 800 Gramm bei einem erwachsenen Igel beträgt.

Wenn der November ins Land zieht, ist der Igel dick und müde und sucht nach einem geeigneten Winterquartier. Mit rund 1,5 kg Winterspeck macht er es sich im Quartier gemütlich.

„Mr. Hedgehog“ und die Suche nach einem Winterquartier

Igel fühlen sich am wohlsten in den Hecken naturbelassener Gärten. Hier baut die Igelin ihr Nest und bringt dann nach fünf Wochen Tragezeit zwischen Juni und August ihre Jungen zur Welt. Wenn die Temperaturen kühler werden suchen die Igel immer mehr nach einer Bleibe für den Winter. Der Unterschlupf darf nicht zu feucht oder zu warm sein. Wenn das Quartier zu warm wäre, würden sie den Winterschlaf nur im Halbschlaf abhalten können. Die Körpertemperatur wird auf 5 Grad gedrosselt.

Die Bedrohung durch den Wegfall naturbelassener Gärten

Rücksicht nehmen und Respekt vor der Natur sind dicht verbunden mit der Aiderbichler Philosophie.

Der Garten bietet dem Igel alles, was er braucht: Sträucher, Hecken, Laubhaufen im Herbst. Leider werden viele natürliche Lebensbereiche der Tiere zerstört. Immer wieder werden alte Häuser mit einem großen Garten abgerissen. Das ist ein Tabula-Rasa Verhalten: alles Alte muss weg, das Moderne muss her. Wer denkt bei einem Abriss alter Mauern oder beim Ausgraben alter, dichtgewachsener Hecken an den Igel Mecki? Neue blockartige Häuser werden errichtet und schmale golfrasenähnliche Wege umsäumen die modernen Wohnblöcke. Hier ist kein Platz mehr für eine natürliche Igel-Population…

„Ich bin Aiderbichler. Ich bremse auch für Tiere“.

Kennen Sie Michael Aufhausers Geschichte vom Ferrari-Igel?

Vor vielen Jahren fuhr er abends auf einer Landstraße und konnte gerade noch einem Igel ausweichen. Im Rückspiegel sah er die nahende Katastrophe: ein Ferrari, der viel zu schnell unterwegs war, erwischte den Igel und schleuderte ihn zum Straßenrand. Michael Aufhauser fuhr zurück und wollte den Igel im Gras suchen. Er traute seinen Ohren nicht, als er den Ferrari kommen hörte. Der Mann stieg aus und sah betroffen, dass der Igel zwar lebte, jedoch verletzt war und blutete.
Michael Aufhauser hielt den Igel in einem Tuch und beruhigte den Ferrari-Fahrer: „Ich bringe ihn in die Tierklinik, vielleicht schafft es der kleine Mecki hier!“. Der Ferrari-Fahrer war betroffen, dass er zu schnell gewesen war und so den Igel zu spät gesehen hatte. Es ist ja so, dass ein Igel vorne kürzere Beinchen hat, als hinten. Wenn er gerade die Straße quert und da kommt ein schnelles Auto, hat er wenig bis gar keine Überlebenschance.

Der Ferrari-Igel hatte Glück

Dem Igelchen ging es bald wieder besser und Michael Aufhauser ließ ihn am Gut in Henndorf frei.
Der Ferrari-Fahrer erkundigte sich telefonisch nach dem Igel und war glücklich und zufrieden, als er hörte, dass er den Unfall gut überstanden hatte und in die Natur entlassen worden war. Er hat dem kleinen Igel den Namen Arian gegeben.

Es gibt auch Menschen, die einen Regenwurm vom Weg aufheben und ins Gras legen, oder solche, die nicht absichtlich auf einen Käfer treten. Ich würde mir wünschen, dass all die modernen Wohnbauten größere Wiesen haben, auf denen Laubbäume wachsen, dass das Laub im Herbst nicht weggeblasen wird, sondern, dass man es um den Baum anhäuft, und dann kann dort der Igel überwintern. Ich wünsche mir viele Ferrari-Igel auf dieser Welt. Herzlichst, Gisela

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