Zum Welthundetag 2021

Aus der Sicht einer Aiderbichlerin

erzählt von Gisela Pschenitschnig

Der Hund ist der beste Freund des Menschen: Er ist Rettungshund, Seelsorger, Spielkamerad, aber auch Versuchstier im Labor, um Medikamente für die Menschen zu erforschen. Am Ehrentag des Hundes will ich nun versuchen, die wichtige Rolle, die Hunde für die Menschen übernehmen, zu erklären.

Auf den Hund gekommen

Der Hund stammt vom Wolf ab und vor rund 80.000 Jahren begann der Mensch mit der Domestizierung der wild lebenden Wölfe. Aus 350 Hunderassen wählen sich heutzutage die Menschen ihre treuen Lebensbegleiter aus. Hunde werden einerseits als Haustiere als auch als Arbeitshunde gehalten. Letztere werden in speziellen Trainingseinheiten für die Verbrechensbekämpfung, als Rettungshunde, Blindenhunde oder als Hütehunde in der Landwirtschaft eingesetzt.

Der Hund als Haustier

Im Leben vieler Menschen hat der Hund die Stellung eines Familienmitgliedes. Nicht selten ersetzt der Hund als treuer Begleiter dem Besitzer, Partner oder Familie. Schmunzelnd höre ich in Gesprächen mit Hundebesitzern immer wieder heraus, dass „ein Hund nicht diskutiert, er kann gut zuhören und seine Treue und Liebe hält für immer. Ein Hund bewertet nicht nach Äußerlichkeiten“.
Die vierbeinigen Freunde animieren tagtäglich ihre Besitzer eine gewisse Zeit an der frischen Luft zu verbringen, also könnte man auch meinen, dass der Hund der Gesundheitsminister des Menschen ist.

Der Freilauf des Hundes wird mehr und mehr in gesetzliche Einschränkungen gedrängt

Immer wieder liest man von Hunden, die Menschen attackieren und schwer verletzen. Warum geschieht das? Es geht manchmal in Sekundenschnelle, dass, egal ob kleiner Dackel oder großer Schäferhund, ein Mensch Opfer einer Hundeattacke wird. Ein Hund an der Leine verhält sich vollkommen anders als ein Hund im Freilauf. Der größte Fehler ist es, wenn zum Zwecke des Schutzes der Mensch den Hund in den Armen hält, damit der eigene Hund von einem fremden Hund nicht attackiert wird. Auf dem Gebiet des Verhaltens als Hundehalter gibt es viel zu tun, denn falsches Verhalten kann eine Katastrophe auslösen.

Hundefreilaufwiesen für die Bewegung der vierbeinigen Freunde

Jeder Ort hat einen Fußballplatz, Parkanlagen für die Menschen, doch nicht jeder Ort hat eine Freilaufwiese für die Hunde. Beinahe in allen Orten Österreichs herrscht strenger Leinenzwang. Es wird Hundesteuer eingehoben, mit der beispielsweise gepflegte Hundefreilaufwiesen finanziert werden könnten.
Die ersten Hundefreilaufwiesen in Salzburg schaffte Michael Aufhauser. Sie sind mittlerweile zu begehrten Begegnungsstätten zwischen Menschen und Hunden geworden und von enormer Wichtigkeit für die Sozialisierung aller Hunderassen, die sich dort bewegen.

Mein Hund und ich – wir sind ein Team

Wenn ich abends nach dem Spaziergang mit meinen Hunden müde in den bequemen Sessel falle, bleibe ich nicht lange alleine. Drei Hundenasen stupsen mich: Jene von Leopold, einem griechischen Mix; jene von Wambo, einem Collie und die kleine Nase meiner Celine, einer Epagneul Breton. Es gibt dann ein Kommando: „Hallo, meine Lieben, was wäre jetzt gut?“. Zack – alle drei kuscheln sich um mich und erzählen mir mit ihrer Körpersprache, was sie möchten: „Wir wollen bei dir sein, du sollst uns streicheln“.

Denken wir Hundebesitzer aber auch an alle Hunde, die als Streuner ihre Runden drehen und Futter suchen. Denken wir an all jene, die lange Zeit ihres Lebens in den Versuchslaboren leiden. Denken wir an die vielen Hunde, die ausgesetzt irgendwo zurückgelassen werden.

Gut Aiderbichl und die Hunde

Vor Jahren bekamen wir einen Hilferuf aus Rumänien und halfen über 300 Streunern in ein besseres Leben. Die Eindrücke, die unsere Mitarbeiter damals bekommen haben, können durch nichts ersetzt werden. Die Hunde lebten in einem Shelter ohne schützendes Dach, ohne Brunnen, der Wasser spendete. Eine Frau schenkte den Tieren ihr Herz und fütterte sie bis sie uns um Hilfe bat.
Das Projekt in Rumänien wandelt sich immer mehr zu einem guten. Die Menschen kommen und lassen ihre Hunde und auch Katzen kastrieren. Nur so kann man die wachsende Anzahl streunender Hunde, die dann sterben müssen, auf lange Sicht stoppen.

„Ich fand heraus, dass einem in tiefen Kummer in der stillen, hingebungsvollen Kameradschaft eines Hundes Kräfte zufließen, die einem keine andere Quelle spendet“. – Doris Day

Genießen Sie den Welthundetag mit Ihrem Gefährten auf vier Pfoten und vergessen Sie nicht all die Hunde, die kein Zuhause haben, die ausgesetzt oder gequält werden. Herzlichst Ihre Gisela.

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