Toni, ein junger Hahn wurde in letzter Minute Aiderbichler

Aus der Sicht einer Aiderbichlerin

(erzählt von Gisela Pschenitschnig)

Immer größer wird die Schar der Hähne auf den Höfen von Gut Aiderbichl. Entweder waren sie Geschenke, oder sie krähten zu laut oder wurden aggressiv.
Es ist auch modern geworden, Tiere zu verschenken. Erfahrungsgemäß ist das der falsche Weg, um einem Menschen, dessen Lebens- oder Wohnsituation nicht genügend bekannt ist, eine Freude zu machen.
Toni war kein Geschenk, aber er wurde aggressiv. Ein Stock oder ein Fußtritt ist die falsche Antwort auf die Attacke des Hahnes, der Kochtopf ist die allerletzte Antwort auf eine Verhaltensstörung des Hahnes.

 

„… Ich bring’s nicht übers Herz, Toni in die Suppe zu tun …“

Vor ein paar Wochen erreichte uns ein Tiernotfall der besonderen Art. Toni war kein Geschenk gewesen und er wurde auch nicht getreten. Er war ein einjähriger, italienischer Hahn und fing an, Menschen zu attackieren. Am liebsten fiel er die Kinder der Familie an, wenn sie auch nur in die Nähe des Hühnerstalles kamen. Um die Sache zu beruhigen, wurden sämtliche Hühner samt ihrem Beschützer Toni weggesperrt. Der Sohn der Familie fütterte die Hühner und eines Tages fiel er über ihn her und zwickte ihn in den Oberschenkel. Man war mit seiner Weisheit am Ende.
Was war hier geschehen? Warum wurde aus dem zahmenToni ein aggressiver Hahn?

Toni hatte sicher ein gutes Zuhause

Er war liebevoll von Hand aufgezogen worden – vielleicht liegt darin bereits das Problem? Falls ja, hat er sich bei der Aufzucht womöglich zu sehr an die Menschen gebunden. „Falsche“ Sozialisierung im Kükenalter ist sehr oft der Grund für aggressives Verhalten heranwachsender Hähne. Durch die Handaufzucht wird der Mensch ein Artgenosse des Tieres.
Ab der Geschlechtsreife, die beim Hahn mit Beginn der 26. Lebenswoche gegeben ist, kann es passieren, dass er anfängt den Menschen, der ihn großgezogen hat, wie einen anderen Hahn, also einen Rivalen, zu sehen.

Von Natur aus ist ein Hahn der Führer der Hühnergruppe

Toni war gereift und wollte nun die ranghöchste Position besetzen. Er wusste sicher auch, dass sich Hennen nur mit starken, ranghohen Hähnen abgeben. Instinktiv wusste er, dass seine Aufgabe als Hahn das Beschützen und im Notfall die Verteidigung seiner Hühner waren. Niemals hätte er seine Position kampflos aufgegeben.
Ein Hahn sorgt von Natur aus auch für das Futter der Hennen. Wenn man nun ins Hühnergehege geht, um die Hennen zu füttern, ist Toni offensichtlich wütend geworden, man hat sich in seine Arbeit eingemischt. Für ihn war der kleine Bub der Familie ein „Rivale“ und er attackierte ihn.

Toni lebt nun entspannt in seiner neuen Heimat auf Gut Aiderbichl.
Es gibt vieles zu lernen und zu beobachten. Die Körpersprache der Tiere ist fantastisch. Besuchen Sie uns und lernen Sie dazu. Herzlichst, Ihre Gisela

Huhn Toni

Italiener

Eine tierliebe Familie hatte einen Hahn aufgezogen und liebevoll großgezogen. Die Freude war groß und der Hahn sehr zutraulich. Doch eines Tages begann der Hahn Menschen zu attakieren, wenn diese seinen Hühnern zu nahe gekommen…

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